Was können wir von der Audiowelt über Transformation lernen? Stefan Mölling (332)

Shownotes

„Es macht doch viel mehr Spaß, vor der Welle zu sein."

Stefan Mölling ist Co-Geschäftsführer des Audiovermarkters RMS und einer der wenigen Manager, die über Arbeitskultur, Führungsverantwortung und Marktveränderung mit gleicher Schärfe sprechen. Er kam 2024 von Axel Springers Vermarkter Media Impact, wo er mehr als zehn Jahre tätig war, zuletzt als Chief Sales Officer. Bei RMS führt er gemeinsam mit Sven Thölen als Doppelspitze ein Unternehmen von rund 150 Mitarbeitenden und kämpft nebenbei für ein faires Wettbewerbsfeld im deutschen Medienmarkt. Er weiß genau, was Transformation heißt, im Innen wie im Außen.

Veränderung braucht keinen Schmerz, aber meistens bekommt sie ihn trotzdem. Stefan Mölling hat mehrere Transformationsprozesse begleitet. Sein Befund ist ernüchternd: Die meisten Organisationen warten, bis der Druck maximal ist. Dann reagieren sie, statt zu gestalten. Seine Überzeugung ist das Gegenteil: Wer die Welle sieht, bevor sie bricht, hat noch Wahlmöglichkeiten. Wer in der Welle steckt, wird mitgenommen. Das gilt für Unternehmen. Und für Führungskräfte genauso.

Geteilte Führung: Zwischen Innenminister und Außenminister. Stefan teilt die Geschäftsführung mit Sven Thölen, obwohl die beiden sich vorher nicht kannten. Was nach einem Risiko klingt, beschreibt er als eines der produktivsten Führungsmodelle, die er kennt: ein Sparringspartner, der nicht am eigenen Stuhlbein sägt. Die Grundregel ist einfach und unverhandelbar: intern diskutieren, nach außen eine Meinung. Was das mit Erziehung zu tun hat und warum Menschen sofort spüren, wenn eine Doppelspitze nicht funktioniert, das erzählt er im Gespräch.

Audioversum: Eine Branche transformiert sich. Stefan beschreibt eine Medienwelt, die sich nicht verdrängt, sondern ausdifferenziert. Radio orientiert, Podcast vertieft. Wer morgens im Bad den Wetterbericht hört und abends auf der Couch einem Interview lauscht, widerspricht sich nicht. Und die Zahl ist eindeutig: Täglich 50 Millionen Radio-Hörerinnen und -Hörer allein in Deutschland. Stefan spricht auch Klartext, wenn es um die Plattformpolitik geht: Mehr als 50 Prozent der deutschen Werbeausgaben fließen inzwischen zu den großen Plattformen, ein klassischer Verdrängungswettbewerb. Stefan spricht über das Level-Playing-Field-Problem und kämpft auf europäischer Ebene dafür, dass sich das ändert. Die Frage, die sich bei Plattformen wie auch bei Führung stellt, ist: Wer übernimmt Verantwortung wofür?

Worüber wir noch gesprochen haben:

  • Feedback-Kultur: Über Machtasymmetrie, reflexartige Antworten und die Frage, wer eigentlich die Bringschuld trägt
  • Nähe als Führungsinstrument: Warum durch Nähe Vertrauen entsteht und manchmal auch zu viel davon
  • Homeoffice und Autonomie: Warum manche LinkedIn-Debatten dazu bourgeoisiebehaftet sind
  • Plattformverantwortung: Wer mit Content Geld verdient, sollte auch für ihn geradestehen
  • Host Read Ads: Wann Podcast-Werbung funktioniert und wann sie das Vertrauen kostet, das Audio erst wertvoll macht

Stefan Mölling ist kein Manager, der Führung verwaltet. Er lebt sie mit Leidenschaft, mit Pathos und mit dem ehrlichen Eingeständnis, dass er selbst noch daran arbeitet. Er scheut sich nicht, seine Gefühle zu zeigen und zu lernen, damit haushalten. Ein Gespräch mit einem Menschen mit einer Führungspersönlichkeit mit Haltung über Verantwortung in unsicheren Zeiten: in Organisationen, in Märkten, in der Demokratie.

Interview: Jule Jankowski


Weiterführende Links zu Stefan Mölling und rms

➡️ rms
➡️ Stefan auf LinkedIn
➡️ Stefans Morgenritual


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Transkript anzeigen

00:00:01: Ja, also dazu haben wir sogar eine Studie gemacht.

00:00:04: Also die Glaubwürdigkeit und die Wirksamkeit von Hostreads ist nicht riesen viel höher als die vom klassischen Spots in Podcast.

00:00:12: Podcast an sich wirken einfach gut ja?

00:00:15: Und man muss aufpassen auch das haben Befragungen gezeigt dass das dann passt.

00:00:20: Also

00:00:21: wenn

00:00:22: der Host Millionär ist ja und dann erzählt er aber eigentlich Dacia fährt.

00:00:27: Das hat irgendwie auch so ein so eine Textbildschere gefühlt, ja?

00:00:31: Ich finde da muss man dann auch aufpassen an der Stelle.

00:00:35: Also die Idee kam von unserem Aufsichtsrat am Ende und dann haben wir uns ... hatten wir quasi ein Blind Date.

00:00:44: Business Tinder quasi!

00:00:48: Ja genau Also, witzigerweise haben wir beide dann auf dem Rückweg von diesen... Wir hatten irgendwie ein-, zwei Stunden Zeit und haben einfach geplaudert wie wir bestimmte Dinge sehen.

00:00:57: Und haben dann beide auf dem Rückweg im Auto unsere Frauen angerufen, wie wir uns im Nachgang dann erzählt haben und haben gesagt Mensch mit denen könnten wir uns das echt gut vorstellen?

00:01:06: Das ist ein feiner Kerl!

00:01:14: Hallo und herzlich willkommen bei Good Work, dem Podcast für gute Zusammenarbeit und für zukunftsfähige Arbeitskultur.

00:01:21: Mein Name ist Juli Jankowski und ich begrüße euch hier zu einer neuen Runde in unserem Audiosalon im Brandeins-Podcast Netzwerk!

00:01:29: Und wir reden über das was wir gerade tun heute nämlich über Audio.

00:01:33: Wir reden über die Magie, über die Medienmacht Aber auch über das Management, was es in diesem Medienumfeld braucht.

00:01:41: Ganz schön viele Ems fällt mir gerade auf!

00:01:43: Also wir reden darüber wie man denn da richtig die Power reinkriegt in das Audiothema und was ist aber auch dafür braucht?

00:01:51: Auch auf Managements Seite.

00:01:52: Und dann kommen ganz spannende Themen vorbei.

00:01:54: Denn er ist eine illustre Figur in der Szene.

00:01:58: Er ist Chef Co-CEO ums ganz genau zu nehmen des Audiovermarktes RMS und er hat sowohl innertlich eine ganze Menge beizutragen zu unserem wunderbaren Audiothema, aber vor allen Dingen auch zum Thema Leadership.

00:02:13: Denn er teilt sich seine Geschäftsführerrolle und ich freue mich ganz aktiv, dass er heute hier ist.

00:02:18: Stefan Mörling ist zu Gast von RMS Und ich mach mal die Tür auf und sag Hallo lieber Stefan!

00:02:24: Schön, dass du heute hier bist bei Good Work!

00:02:26: Hallo liebe Jule und vielen Dank für die Einladung.

00:02:28: Ich freu mich sehr.

00:02:30: Haben wir noch einen M vergessen?

00:02:31: M und M.

00:02:33: Zumindest mal nachmachen, man fängt auch noch mit M an.

00:02:36: Stimmt!

00:02:37: Boah echt das wird ja hier eine M-Rallye durch die... Und meine

00:02:41: Kinder haben beide einen Vornamen mit M. also das ist ein reiner M-Konkass heute.

00:02:46: Boah, nein McDonalds ist nicht unser Sponsor liebe Leute.

00:02:51: Damit lassen wir es doch noch immer gut sein.

00:02:54: Mit den Alliterationen.

00:02:55: aber Stefan, eine Sache kriegt jeder hier gestellt bei Gutfall ich weiß nicht ob du's weißt Mal gucken, nämlich die Frage wie bist du in den Tag gestartet?

00:03:05: Wie bist Du Achtung!

00:03:06: In den Morgen gestartet.

00:03:07: Da ist es schon wieder das App.

00:03:09: Ich bin ein wenig anders gestartet als geplant.

00:03:11: ich wollte nämlich ganz ganz früh heute im Büro sein und dann rief irgendwann meinen Sohn an und sagte der Bus kommt nicht.

00:03:20: Dann war alles anders Aber ich war trotzdem pünktlich im Büro und habe schon zwei wunderbare Telefonate heute auf dem Weg führen können.

00:03:30: Habe zwei Mitschülerinnen meines Sohnes mitnehmen können, also schon heute eine gute Tat vollbracht um ganze Grammapunkte gesammelt!

00:03:37: Ich wollte gerade sagen, schon einige Leben gerettet heute.

00:03:40: Also was willst du mehr?

00:03:42: Ja, ich lese da ja hier immer ein bisschen wie es bei mir ist.

00:03:44: Eine katastrophale Situation mit Bussen und so.

00:03:48: Und dann als das die Hochphase war Diskussion Homeoffice.

00:03:51: Ich hatte ein Modellprojekt, Busfahren im Homeoffice.

00:03:55: Das ist gemein!

00:03:56: Weil ich da gefühlt viel damals zu der Zeit und auch immer noch jeder zweite Bus aus.

00:04:02: Es war heute das erste Mal in, ich glaube fünf Jahren dass der Bus nicht kam aber wir haben es dann gelöst bekommen.

00:04:08: Bist du so einen Schaffmieder?

00:04:10: Sag mal, das erfolgt mich.

00:04:11: So'n morgenroutine Mensch also hast du sonst so deine geregelten heiligen Abläufer wenn du morgens an den Tag startest

00:04:19: Meist, also meist auch mit damit M. Meist schon.

00:04:22: Ich habe vor zwei Jahren eine Coaching-Ausbildung gemacht zum Mental Coach und dort habe.

00:04:29: seitdem mache ich eine Morgenaktivierung und mache also zwanzig Minuten.

00:04:34: von meinem damaligen Trainer schaue ich mir ein YouTube Video an.

00:04:37: das ist mit Musik hinterlegt und es ist eine Mischung aus, sagen wir mal ein bisschen Gymnastik, ein bisschen Sport und dann noch fünf Minuten Meditation.

00:04:44: Und entweder mache ich das alleine, wenn ich unterwegs bin im Hotel oder so wie aktuell.

00:04:48: Wenn ich zu Hause bin am liebsten mit meiner Frau gemeinsam morgens bevor wir dann die Kinder aufheben.

00:04:53: Wow!

00:04:53: Das ist ja toll.

00:04:54: Sag mal, ist es freizugänglich?

00:04:56: Oder ist das jetzt nur... Dann hätte ich ja fast eine Idee.

00:04:59: oder wollen wir das mal in die Show notes packen?

00:05:01: Ja

00:05:01: machen wir gerne.

00:05:02: Oder?

00:05:03: Ich glaube da können doch.

00:05:03: vielleicht bist du ein besserer schon wieder ein Mensch geworden Stefan seit ihr dieses morgen Ritual diese Morgenaktiverung machst.

00:05:10: also für dich Ja, also mir geht es einfach um Effekt.

00:05:15: Also merkst du eine Veränderung?

00:05:17: Die Klage ist ein

00:05:17: gutes Jahr!

00:05:19: Ich habe an den Tagen, an denen ich das nicht mache weil ich gerade überhaupt gar nicht will, weil ich finde zwang ist dann auch irgendwie nicht gut sondern Routine ist das richtige Wort.

00:05:29: aber an den Tage an dem ich's mache hab ich irgendwie einen besseren Start in den Tag und ich habe da früher nie dran geglaubt und man braucht ja für Routine sagt man irgendwo zwischen sechzig und neunzig Tage damit es wirklich Routine wie Zähne putzen, da denkt man ja morgens auch eigentlich nicht drüber nach.

00:05:43: Und das hat sich jetzt eingebürgert bei mir und bei uns und das ist echt ein toller Start.

00:05:49: Super packen wir rein!

00:05:50: Hat das einen Namen?

00:05:52: Also die Ausbildung hieß die Rauschausbildung.

00:05:57: Das war eine Buchstabengeschichte und das habe ich mit den Daniel Wüstholz gemacht und es war eine ganz tolle Erfahrung.

00:06:03: Ja schön, gut.

00:06:04: Also wie gesagt liebe Hörerinnen und Hörern kleiner Servicesteil ihr bekommt das in den Show-Nords.

00:06:09: wir tun ja gern etwas wenn die Menschen sich dadurch besser fühlen so wie dies ja offensichtlich geht.

00:06:13: also ich bin ja sehr froh.

00:06:14: ich glaube du bist tatsächlich der erste Mensch hier mit dem ich über Audiovermarktung auch als Thema rede.

00:06:20: also die Begeisterung für audio brauche ich glaube ich niemand erklären dass sie mich ergriffen hat.

00:06:26: Frage Wie audiophorisch bist Du denn schon immer unterwegs gewesen?

00:06:30: Ich fand Audio und auch Radio immer ein wirklich tolles Medium.

00:06:37: Bin auch mit dem Thema Radio aufgewachsen zu Hause, wo du ganz viel Radio gehört.

00:06:41: Und freue mich dass das Thema Audio-Konsum in ungeahnte Höhen nach vorne geschossen ist durch das Thema Podcast auch und natürlich auch durch das thema Streaming als Spotify und Co.

00:06:54: Und quasi dadurch, dass Audioversum größer geworden ist als es vielleicht noch vor zwanzig, fünfundzwanzig Jahren war.

00:07:01: Als es nur in Anführungsstrichen Radio gab.

00:07:04: und ich finde auch die Dinge ergänzen sich einfach wunderbar.

00:07:06: Meine Kinder hören Hörbücher und Radio.

00:07:09: Ich höre Radio und Podcast.

00:07:11: Manche hören vielleicht nur noch Podcast andere hören nur Radio.

00:07:13: Ich find das ist kein entweder oder sondern ein.

00:07:15: und

00:07:16: Da hast du mir schon fast meine gedanklich nächste Frage weggenommen, inwieweit?

00:07:20: Was ich denn eher durchsetze.

00:07:22: Aber jetzt hast du diesen Begriff den ich hier so noch schon einfach mal eingeflochten habe, einfach so hingenommen weil für dich ist er ja ganz geläufig audiophorisch.

00:07:32: Ist das eine Worteprägung die von euch kommt oder ist sie in der Branche irgendwie so gesetzt?

00:07:36: Ja witzigerweise.

00:07:37: wir hatten vor drei Wochen ungefähr den Radioadvertisings-Summel.

00:07:42: dort war das Motto ja audioforisch und das waren natürlich dann eine Wortspielerei.

00:07:47: Ich fand die aber ganz schön, weil sie auf der einen Seite natürlich das Thema Audio, aber auch euphorisch sein ... ich finde, dass würde uns ja grundsätzlich auch als Land an einer Stelle sehr gut tun, etwas Euphorischer und optimistischer in die Zukunft zu schauen.

00:07:59: Insofern fand ich das Motto großartig.

00:08:01: und kann das auch mit dem Thema Audio in Verbindung bringen?

00:08:04: Nee, ich fände es auch eine tolle Wortschöpfung, sehr schön!

00:08:07: Und da war er nicht sogar mein absolutes Podcast Idol.

00:08:11: Miky Beisenherz zu Gast Audio-Werbung auch gesagt.

00:08:16: Der war zu Gast, wir hatten auch Eckhard von Hirschausen der auch ein Podcast macht zur Gast.

00:08:21: Wir hatten an das Inset einen großen Philosophen, Wirtschaftsphilosofen zu Gast Also haben aber gleichzeitig eine ganze Menge über Audio geredet.

00:08:31: was das Thema Vermarktung und Co angeht.

00:08:33: Es waren rundum gelungener Tag inklusive schönen Wetter.

00:08:37: Du hast es ein bisschen angedeutet und ich bin auch ganz ehrlich.

00:08:40: Ich selbst, wenn mich jemand gefragt hätte... Da gibt es einen Medium das nennt sich Podcast.

00:08:47: Das ist im Prinzip wie Radio nur on demand und also reines Audio-Medium.

00:08:52: Was glaubst du, wie sich das durchsetzen würde?

00:08:55: Vor zehn Jahren, da wusste ich schon was Podcasts ist aber tue mir mal so als hätte ich es nicht gewusst!

00:09:01: Wie groß siehst du die Marktschancen?

00:09:05: Also für mich war das Thema sowas von mehr oder weniger durch.

00:09:09: Ganz ehrlich, wie hättest du vor zehn Jahren auf das Audiothema geblickt?

00:09:14: Ja also ob dass das Thema Podcast so groß wird hätte ich vor zehn jahren glaube ich auch nicht gedacht Auch dass das thema Streaming zum Beispiel von Höhbüchern etc.

00:09:24: so groß wird hätte ich auch nicht gedacht, weil alle ja auch schon damals gesagt haben Ich habe eigentlich keine Zeit.

00:09:30: Niemand hatte Medienzeit übrig oder?

00:09:32: Genau

00:09:32: und deswegen ist es ja so spannend.

00:09:35: das splittet sich ein wenig mehr wieder auf.

00:09:37: Ja also Radio gibt nur Orientierung zum Beispiel und Podcast dann wieder eher tiefe.

00:09:43: Also wenn ich mir den langen Podcast anhöre über den Thema oder ein langes Interview.

00:09:48: Das ist schon häufig ja echt der Deep Talk, und man erfährt da nochmal was.

00:09:53: ich habe gestern Abend zum Beispiel noch auf der Heimfahrt einen Wissenschafts-Podcast gehört, der mal in dreißig Minuten mehr erklärte... Was war das?

00:10:01: Wie diabetes funktioniert?

00:10:02: Weil ich es einfach gar nicht so richtig wusste.

00:10:04: Irgendwas mit Insulin und so.

00:10:06: So ungefähr,

00:10:07: hatte ich mir meinen Bio vor dräufzig Jahren und hab dann nach dreißigen Minuten bisschen schlauer.

00:10:13: Und gleichzeitig Radio immer noch, muss man sich immer überlegen.

00:10:18: Jeden Tag hören fünfzig Millionen Menschen in Deutschland immer noch Radio.

00:10:21: Das ist quasi ziemlich viel!

00:10:24: Bleiben wir mal ein bisschen bei den Nutzungsgewohnheiten.

00:10:26: Wir kommen gleich dazu was ihr macht mit der Messe.

00:10:28: Aber erst mal das Feld-Audio abstecken... Was sind denn so?

00:10:32: Nutzunggewohnheit für Radio zunächst?

00:10:35: Außer vielleicht jetzt im Auto, das wäre so das Klassische oder...?

00:10:39: Ja also Auto ist natürlich ein Klassiker in der Tat und ist es auch heute noch.

00:10:44: Da hat sich so ein Stück weit natürlich jetzt was verändert durch das ganze Thema Homeoffice, weil das Thema Commuting etwas geringer an manchen Stellen geworden ist.

00:10:52: Wobei da müssen wir auch mal rausgehen aus unserer White-Poll-Bubble.

00:10:56: Weil es sind einfach viele Millionen Menschen die dieses Privileg ab und zu mal von zu Hause arbeiten zu dürfen nicht haben.

00:11:03: Das muss man auch finde ich immer noch einmal klar sagen.

00:11:05: Ich finde, das reflektieren wir und guttieren wir auch an vielen Stellen nicht so dann natürlich im Bad Morgens, da machen einfach ganz viele dann das Radio an in der Küche und ganz viele Menschen hören auf der Arbeitradio.

00:11:22: Auch wieder außerhalb unserer Bubble.

00:11:24: Das sehen wir natürlich auch in den Abfragen die wir machen.

00:11:27: also wir haben einen Peak immer noch weiterhin bei dem Thema zur Arbeit fahren von der Arbeit wieder zurückfahren aber dazwischen dann auch und zum Abend zum Beispiel wächst total die Podcast-Nutzung Also dann eher so eine Leanback-Variante.

00:11:40: Ich möchte mich noch mal in Anführungsstrichen beriesen lassen, mir was anhören und so weiter auch am Wochenende sehr stark.

00:11:46: Und so verteilt sich das ein Stück weit?

00:11:48: So

00:11:48: jetzt kommt die Nerdfrage.

00:11:50: Achtung ich habe mich lange in der Medienforschung aufgehalten.

00:11:53: wie erhebt ihr die?

00:11:54: also?

00:11:54: ihr ja nicht aber wir werden die Daten aktueller hohen.

00:11:57: bei Podcasts hätte ich ja die Vermutung kann man es relativ hardcore messen allein durch so.

00:12:01: also Matching von GPS-Daten und Vernutzungsdaten.

00:12:05: also so wäre meine Fantasie.

00:12:07: Aber wie ist das bei Radion und Nutzung?

00:12:09: Radio läuft über Befragungen.

00:12:11: Also

00:12:12: immer noch nach

00:12:13: Befragen.

00:12:14: Und aus einer Mischung, aus Telefonen und aus Computer.

00:12:18: Also online-Befragungen an der Stelle selbstverständlich genau.

00:12:22: Und Podcasts werden ja sehr stark klassisch gemessen.

00:12:26: also Spotify kann dir sagen wir häufig dein Podcast angerät wurde und dann kommt es natürlich nochmal darauf an wie viele haben sich den von Anfang zu Ende angehört usw.

00:12:34: dass man sich das auch anschaut.

00:12:35: Aber Radio wird und auch die Streams von Radiosendern, viele Radiosender haben ja diverseste Streams noch mal im Online-Bereich laufen.

00:12:44: Auch über Abfragen oder dann auch die technische...

00:12:48: Also so wie Audio-Mediathek könnte man fast sagen an der Stelle?

00:12:52: Ja gut okay gut also das heißt die klassischen Nutzungssituation differenziert sich das bei Podcast nochmal ganz anders auf.

00:13:01: Das heißt hören Menschen Podcast in anderen Kontexten als die Radio.

00:13:05: Wir gehen jetzt mal nicht auf das Tiefe versus Breite, sind es die Gegebenheiten auch andere?

00:13:11: Also setzen sich Menschen in großer Zahl abends auf die Couch und hören vielleicht sogar gemeinsam mit dem Partner der Partnerin ein Podcast.

00:13:18: Ich will einfach wissen, wie freaky ich unterwegs bin.

00:13:25: Da müsste ich jetzt irgendwie raten, ob es viele so verhörende Paare gibt für eine stundenlange Podcast.

00:13:32: Ich kann das für mich zumindest ausschließen.

00:13:34: aber unsere Befragung zeigen ist wirklich am Abend Podcast gehört werden häufig also auch gerade quasi in Anführungsstrichen zum Einschlafen nochmal, zum Runterkampf, zum so... Und das passiert und du hörst natürlich auch eher während der Arbeit kein Podcast, weil ein Podcast den willst du dir wirklich anhören.

00:13:55: Und dann auch mehr oder minder jedes Wort verfolgen.

00:13:58: beim Radio ist es so.

00:13:59: Du hast diese Mischung aus Nachrichten Wetter Regionalität und Musik und natürlich auch ein bisschen Werbung ja?

00:14:08: Das hört man dann eben auch nebenbei bei der Arbeit im Bad oder in der Küche beim Kochen oder beim Grillen oder wo auch

00:14:15: immer.

00:14:16: Ich habe schon, also dieses Phänomen zum Einschlafen.

00:14:19: das ist für mich relativ neu.

00:14:21: Also relativ neu heißt was heißt ich höre ich seit einem Jahr verstärkt dass also wirklich Menschen gezielt Podcast nutzen zum einschlaffen als Einschlafhilfe und Achtung nicht nur die dedizierten Schlafpodcast gibt es ja sogar die Formate sondern auch vielleicht uns gerade.

00:14:37: vielleicht sollten wir mal gegen das Mikrofon pochen oder nochmal so ein bisschen schlafen.

00:14:41: Ja, gut.

00:14:43: Ein Flingen bei Weiß!

00:14:45: Also ich war im ersten Moment her und habe gesagt na also es wird ja wohl hoffentlich niemand Good Work zum Einschlafen.

00:14:51: und dann dachte ich ja warum eigentlich nicht?

00:14:53: Also erstens mal ist das jedem freigestellt und was hat's damit auf sich?

00:14:59: Lass uns da ruhig ein bisschen so rumpsychologisieren auch wenn wir das an der Stelle ja nichts sind.

00:15:04: aber was könnte das sein?

00:15:06: Naja, es geht ja... also das ist zum Beispiel ähnlich möglicherweise morgens auch beim Aufstehen.

00:15:11: Du hast eine vertraute Stimme.

00:15:13: Also viele Menschen stehen ja morgens immer mit den gleichen Radiosendern und dergleichen Morningshow auf.

00:15:22: Das sind Menschen die machen seit zum Teil zehn, zwanzig, dreißig Jahren diese Morningshow.

00:15:28: Die sind quasi mit der Morningshow allgeworben!

00:15:31: Und du hast immer die gleiche Stimme im Ohr.

00:15:35: morgens etwas sehr vertraut ist.

00:15:36: Und möglicherweise ist es etwas Ähnliches beim Podcast, wenn du abends immer das gleiche Ritual an der Stelle hast und immer die gleichen zwei-drei Podcasts hörst dann ist ja diese Stimme auch irgendwann sehr geläufig und beruhigt dich vielleicht auch oder es hat was Vertrautes.

00:15:52: also da wäre jetzt meine Dahin.

00:15:54: Psychologisierung.

00:15:55: Ja ich sehe das ganz ähnlich.

00:15:57: Es gibt hier auch den Begriff der parasozialen Beziehung, dass wir durchaus ... wenn wir das vom Verstand kognitiv natürlich schnallen.

00:16:05: Das ist jemand, den kenn ich nicht und werde wahrscheinlich diesen Menschen auch niemals kennenlernen.

00:16:10: Und trotzdem bauen wir sowas wie eine Beziehungen auf weil sich ja über diese Audiokanäle etwas überträgt?

00:16:16: Was ist es was ich da übertrage?

00:16:18: Kannst du das verstehen?

00:16:19: also ich meine arbeitet ihr damit auch in eurer?

00:16:21: Ich sag's jetzt mal in der Vermarktung, das ist ja offensichtlich ein besonderer Kanalist.

00:16:26: oder

00:16:27: Ja, also dieses Thema Nähe und Aufbauen von Vertrauen in der Tat.

00:16:32: Da arbeiten einfach dann auch ausgebildete Journalisten und Menschen die sich mit diesen Themen auseinandersetzen.

00:16:38: Das ist sehr vertrauensbildend und orientierungsbildend glaube ich.

00:16:43: Und gerade in diesen Zeiten in denen manche Dinge um uns herum ein bisschen wild sind, dann sieht man sicher auch nach so einem Ort, der solche Dinge verbindet.

00:16:55: Auch in dieser fragmentierten Medienwelt ist es vielleicht etwas, was einen dann auch mitnimmt an der Stelle.

00:17:02: Deswegen überlegt sich zum Beispiel ein Sender bestimmt hundertmal ob er einen Morningshow-Moderator oder Moderatorin

00:17:09: austauscht.

00:17:10: Eine der wichtigsten

00:17:11: Elemente.

00:17:13: Da baut sich eine ganze Menge auf und daraus resultiert diese große Reichweite.

00:17:21: Menschen sind Gewohnheitstiere.

00:17:23: Total, total!

00:17:25: Ja und es gibt ja dieses wunderbare Wort oder diesen Satz ist Stimme und Stimmung.

00:17:29: die hängen zusammen und ich glaube darüber schwingt auch ganz viel.

00:17:33: also ich kriege auch immer mal wieder Rückmeldungen zur Stimme.

00:17:37: zum Glück Tok, tok, tok.

00:17:39: Meistens positiv aber das ist natürlich auch hochgradig Geschmackssache.

00:17:42: ja also der eine mag vielleicht ein bisschen wärmere tiefere Stimme, der andere mag viel Varianz.

00:17:48: wie auch immer und wir haben nun mal die Stimme die wir haben.

00:17:52: und was wir aber nicht so gut verstecken können finde ich in der Stimme ist unsere Stimmung weil sie überträgt das und vielleicht lenkt beim reinen Audio dass das bildhafte nicht so ab und wir sind da fokussierter auf das was sich emotional und atmosphärisch übertragt.

00:18:08: Also kann ich mir total vorstellen.

00:18:10: Es gibt ja auch Stimmen, die hört man einfach nicht so gern und dann haben wir natürlich ganz viele Möglichkeiten.

00:18:18: immer breitere Fragmentierung im positiven Sinne.

00:18:21: jetzt.

00:18:22: von der Audio-Welt kannst du dir ja viel mehr Dinge jetzt aussuchen.

00:18:26: Sowohl beim Radio gibt es ganz viele, gibt es inzwischen Tausende von Streams wo du sagst ich möchte nur achtziger Hausmusik hören dann hörst du nur achzige Hausmusiken mit einer Stimme die dich anspricht und das gab's glaube ich vor zwanzig Jahren so noch nicht.

00:18:40: da sind die technischen Dinge einfach anders geworden.

00:18:42: und dann hast Du inzwischen jetzt noch Podcast.

00:18:44: Da suchst du dir im Zweifel den Host aus den du magst, auch in der Stimme.

00:18:49: Nicht nur inhaltlich.

00:18:51: oder du sagst diese Folge höre ich mir nicht an zum Beispiel weil jemand jetzt sagt Mensch die Stimme von diesen Stefan, die finde ich so doof, die nervt mich total erscheint.

00:19:02: Der wird jetzt gecancelt.

00:19:05: Okay also wir tun das Beste damit die Menschen uns gewogen bleiben.

00:19:10: Ich reite da so ein bisschen drauf rum, weil ich glaube das ist eine ganz gute Brücke zu dem was ihr auch wirklich dann in eurem Unternehmen macht.

00:19:18: Man könnte ja jetzt auch sich die Frage stellen wie passt das denn zusammen?

00:19:22: Auf der einen Seite haben wir medientechnisch-medial Phänomene wie Tiktokisierung also wirklich ganz kurze Aufmerksamkeitsspannen.

00:19:30: auf der anderen Seite sehen wird das Format Wie alles gesagt von der Zeit.

00:19:33: Der unendliche Podcast der zum Teil ich glaub der Rekord liegt bei zehn oder elf Stunden weiß ich nicht.

00:19:39: Wie passt das zusammen?

00:19:41: Dieses einerseits andereseits sind das ganz unterschiedliche Segmente von Hörern und von Nutzern, oder ist es vielleicht so dass wir da auch kontextuell unterscheiden.

00:19:50: Also dass wir auch interpersonellen Menschen haben die hier TikTok-Scrollen wie bekloppt im Bruchteil von Sekundentakt und auf der anderen Seite sich aber auch mit Genuss diesen tiefen langen Formaten hingeben?

00:20:04: Das könnte ich gar nicht hundertprozentig beantworten.

00:20:06: Ich glaube, inwiefern ist quasi eine Gruppe maximal über Lappung dieses zehn Stunden Podcasts und von Tiktok-Nutzern oder Hardcore-Usern gehen?

00:20:17: Würde ich jetzt mal eher sagen vielleicht gar nicht so groß?

00:20:19: ja weil TikTok natürlich gerade in der Jungenziehgruppe funktioniert und ich glaube der Zeitpodcast dann doch in der eher etwas älteren auch Akademiker Bubble super gut funktionieren.

00:20:29: Ich habe ihn zum Beispiel noch nie gehört obwohl er mir bestimmt hundertmal schon empfohlen wurde, weil ich bin auch ehrlicherweise kein Zeitleser.

00:20:38: Weil mich das Thema der dicke der Zeitung

00:20:42: abschreckt.

00:20:43: Ich schreck mich ab!

00:20:44: Genau das und meine Frau zum Beispiel liebt die Zeit ja?

00:20:47: Und die liegt dann auch häufiger mal zu Hause.

00:20:49: aber Ich surfe durch verschiedenste journalistische Medien und pick mir mal hier einen Artikel, da ein Artikel primär digital aber auch weiterhin im Print.

00:21:02: Und ich glaube das ist bei Podcasts und Radio genauso.

00:21:05: Das ist total unterschiedlich.

00:21:08: wer was hört auf der einen Seite und andererseits sind es dann wieder die gleichen.

00:21:14: Ich entscheide mich bewusst mal dafür eine halbe Stunde, was zum Thema Diabetes zu hören und möchte vielleicht aber auch mal andererseits eine Stunde meinen Heimatsender hier in München hören.

00:21:24: Das finde ich auch total legitim.

00:21:27: Also ich tue jetzt gerade mal etwas für die parasoziale Beziehung, die möglicherweise existiert zu meinen Hörern.

00:21:33: und Höreren bei mir fällt gerade auf.

00:21:34: Ich habe es ja noch gar nicht aufgelöst.

00:21:36: also ich gehört tatsächlich zu den Menschen dass Mit dem E-Partner oder Lebenspartner, wie auch immer Partnerin.

00:21:44: Wir hören manchmal tatsächlich gemeinsamen Podcasts.

00:21:46: Also das kommt nicht so oft vor.

00:21:48: Das wäre so ein Format.

00:21:49: alles gesagt jetzt.

00:21:51: Ja zum Beispiel die Folge mit Markus Gabriel, dem Philosophen unfassbar.

00:21:54: Unfassbar!

00:21:55: Also das kann man auch unmöglich einfach so nebenher hören und das finde ich dann schon... Ganz spannend.

00:22:01: Aber jetzt wo du

00:22:02: sagst, ich höre das manchmal bei längeren Autofahrten, weil ich mit meiner Frau gemeinsam bin.

00:22:07: Ich höre zum Beispiel gerne Ronsheimer.

00:22:10: Na siehst du?

00:22:10: Ja, und der ist ja ungefähr immer eine Stunde.

00:22:13: Und das ist dann auch so die Geschichte.

00:22:15: Stunde finde ich total fein und dann gerne danach auch wieder ganz normal unterhalten oder Radio.

00:22:22: Oder auch darüber reden?

00:22:24: Genau!

00:22:24: Das ist der Hintergrund.

00:22:25: also wir reden dann auch da drüber und manchmal machen wir stoppen und sagen Moment mal Ratter ratter.

00:22:32: Also

00:22:32: ihr hört vierzehn Stunden

00:22:34: Wir fahren extra im Kreis.

00:22:38: Gut.

00:22:38: Also jetzt gehen wir mal rein, was ihr konkret macht.

00:22:41: Weil um es ganz genau zu nehmen du bist kein Journalist sondern Vermarkter.

00:22:45: das heißt also Werbekunden kommen zu euch und ihr ihr vermarktet quasi Audioplätze.

00:22:51: also das heißt in Radio in Podcast gibt man vielleicht einen Überblick was wir uns ja genau vorstellen können wie viel Kanäle wie viele Plattformen was auch immer bietet habt ihr im Portfolio?

00:23:02: Ja, also die RMS ist gegründet worden von einer Vielzahl von Privatsendern in Deutschland über zwanzig Jahren.

00:23:11: Ich glaube sogar über dreißig Jahre und inzwischen sind es über zwei Hundert Sender, die wir vermacken dürfen mehrere Hundert Streams und inzwischen über tausend, dreihundert Podcast.

00:23:22: Also alles was auf die Ohren kommt kann man bei uns mehr oder minder kaufen.

00:23:26: wir sind mehr oder minder so eine Art Lair über den diversen auch regional im Italien National verankerten Radiostation.

00:23:34: weil mal ein Beispiel einen großen Auto und Bierhersteller in Deutschland der eine Radio oder eine Audio Kampagne machen möchte im Zweifel keine Lust hat mit Dutzenden verschiedensten Partnern zu sprechen sondern der kommt im Zweife zu uns.

00:23:46: und wie organisieren das?

00:23:47: dass dann die Spots zur richtigen Zeit auf dem richtigen Sender zum richtigen Preis

00:23:51: laufen.

00:23:51: Also SG-One ruft nicht bei Mickey Beisenherz oder bei Hotel Matze an und sagt dürfen wir mal Werbung schalten, sondern die würden jetzt mal, weiß ich auch in dem konkreten Fall aber es ist ja egal.

00:24:02: also... Die würden dann bei euch sich

00:24:04: immer... Ist das so genau?

00:24:06: Es gibt quasi regionale oder lokale Kunden, die rufen da natürlich wenn du in Wiesbaden bist vielleicht bei FFH an und sagen Mensch wir würden gerne Werbung Dann machen die das mit unseren wunderbaren Kolleginnen und Kollegen von FFH.

00:24:21: Und wenn aber dann zum Beispiel der Kunde sagt, ich möchte das in ganz Deutschland machen, dann ruft er hoffentlich bei uns bei der RMS an oder natürlich auch bei unserem Marktbegleitern von der ARD.

00:24:33: Und jetzt mal Butter bei die Fische.

00:24:35: Wie entwickelt sich der Markt?

00:24:37: Ist dieser Shift hin zu Audio, was wir so in der Nutzung sehen, schlägt sich das auch nieder, dass ihr in dem Markt der ja hart umkämpft ist?

00:24:44: Also ich meine, Media Spendings sind ja nicht gerade generös geseht im Moment.

00:24:49: Also kämpft ihr da gegen Windmühlen oder sagt ja, wir sind eigentlich auf der in Anführungszeichen guten Seite der Medienwelt?

00:24:58: Total gute Frage.

00:25:00: Die Medienvielfalt explodiert ja nicht nur im Bereich Podcast, sondern die explodieren überall und am Ende kämpfen alle um Aufmerksamkeit und um Werbegelder.

00:25:08: Genau!

00:25:09: Und durch die Plattformen verschieben sich da auch die Machtverhältnisse wie.

00:25:13: es ist inzwischen so dass in Deutschland mehr als fünfzig Prozent der Werbeausgaben zu den großen Plattform wandern.

00:25:20: das heißt der Werbekuchen wächst momentan in Deutschland nicht sondern er verteilt sich nur anders.

00:25:26: Und das führt zu einem Vertränkungswebbewerb, in dem wir uns auch bewegen.

00:25:29: Ich glaube, wir sind da als RMS und insgesamt auch als Audio momentan noch gut unterwegs aufgrund einer stabilen Reichweite und aufgrund dieser eben auch angesprochenen audiophorischen Art und Weise mit der man mit dem Thema Audio vielleicht gerade umgeht.

00:25:44: aber es ist schwierig weil natürlich die aktuelle konjunkturelle Situation in Deutschland nicht dazu beiträgt dass deutlich mehr Marketing- und Werbung investiert wird Und das macht uns schon zu schaffen, so ehrlich muss man an der Stelle sein.

00:25:57: Und daran kommt sicherlich auch das Thema Audio und Radio nicht vorbei.

00:26:01: Und das heißt also sich direkt an die Plattformen wenden?

00:26:04: Du sprichst von Spotify YouTube?

00:26:06: Ich spreche von Meta, ich spreche vom Google.

00:26:10: Dazu gehöre ich natürlich auch YouTube.

00:26:13: Ich sprech' ja auch über TikTok, ich sprecke auch über Amazon und dann kommen ganz viele weitere Plattform dazu wie Netflix, Paramount & Co.

00:26:19: alle kommen ja auch mit zumindest viele davon mit tollen Produkten und auch guter Qualität.

00:26:26: Und ich bin ein großer Verfechter des sogenannten Level-Playing-Feels, ich glaube einfach dass wir das in Deutschland nicht haben.

00:26:34: Erklärst

00:26:34: du das vielleicht mal für unsere Hörerinnen und Hörern?

00:26:36: Ja genau!

00:26:39: Also beim Thema Daten und Datenschutz sind deutsche Medien ganz anders reguliert als die großen Plattformen.

00:26:45: Beim Thema der Steuer sind Plattforms nun mal woanders ansässig und zahlen in Deutschland.

00:26:50: Gestaltungsmöglichkeiten

00:26:51: haben wir Gestaltungsmöglichkeiten?

00:26:53: Wir haben das Thema, ich bin ein großer Freund davon wer Content vermarktet Der ist auch dafür verantwortlich dass der Content zum Beispiel kein Hate Speech beinhaltet oder Antisemitismus etc.

00:27:06: Dafür sind wir als Radiosender verantwortlich und selbstverständlich gilt es auch für TV- und für Print, das gilt aber nicht für Plattformen.

00:27:14: die Plattform sagen wir stellen doch nur die technische Plattform,

00:27:16: damit haben wir

00:27:17: eigentlich nichts so richtig zu tun.

00:27:19: und ich finde entweder sagst du Ich habe damit nix zu tun Und dann darfste aber nicht vermarkten.

00:27:25: Oder aber Du vermarktest und verdienst mit dem Content Geld Dann sollte es so sein, dass du dann auch für den Content verantwortlich bist.

00:27:32: Und da finde ich sind wir in Deutschland noch nicht soweit und auch auf der europäischen Ebene leider noch nicht so weit als das vernünftig und fair vor allen Dingen reguliert ist.

00:27:42: Und dafür mache ich mich stark sowohl in meiner Business Rolle mache mich dafür stark also Papa zwei ja Kinder, weil ich finde wir sind da auf dem falschen Fahrt und da bin ich auch sehr emotional und leidenschaftlich dabei.

00:27:58: Weil ich ein großer Verfechter des Meinungs pluralismus bin.

00:28:01: Ich halte Journalismus für ein hohes Gut in einer Demokratie Und das gilt es zu schützen und dass tun wir im Moment nicht so wie wir's tun sollten.

00:28:10: Also dieser Stachel im Fleisch in der Wunde, der sorgt an die auch hier und da vielleicht genau für dieses Kämpferische was du jetzt auch sagst.

00:28:18: Was ja durchaus auch seine positive Seite hat so schmerzhaft das ist.

00:28:22: wie erfolgreich seid ihr?

00:28:24: Wie erfolgreich bist du damit diese Kritik vorzubringen?

00:28:27: also ich meine es ist eine strukturelle Ungerechtigkeit kann man den nicht anders benennen?

00:28:32: Also wie siehst du die Chancen, dass sich da was ändert?

00:28:35: Nennen wir es ruhig beim Namen eine Plattform.

00:28:37: Wie X reguliert wird oder zumindest das wir sowas haben wie eine Nutzung für junge Menschen irgendwie moderiert.

00:28:45: Ich meine ein ganz neues Feld von TikTok.

00:28:47: aber wie sehr siehst Du die chancen Dass ich da etwas hinwendet was möglicherweise oder plausiblerweise unsere demokratie stärkt und stützt?

00:28:58: ja also Sehr komplexes Thema und sehr komplexe Frage, weil es so viele Facetten hat.

00:29:06: Also fangen wir mal hinten an, Thema Regulierung in Bezug auf Kinder- und Jugendschutz.

00:29:11: Ich bin ein großer Verfechter davon, dass Social Media, ob die jetzt mit vierzehn oder mit sechzehn, das ist dort eine klare Altersverifizierung geben muss.

00:29:21: Und dafür sind die Plattformen verantwortlich.

00:29:24: Und zwar in aller Schärfe und aller Klarheit.

00:29:28: dann gibt es ja immer die Argumente, aber bei Alkohol funktioniert das auch nicht.

00:29:32: Da kriegen auch manche fünfzehnjährige schon Bier irgendwie am Kiosk.

00:29:35: Ja!

00:29:36: Aber da macht sich der Kiosksbesitzer strafbar.

00:29:39: Es gibt immer Regeln, gegen die man sich hinwegsetzen kann oder die nicht kontrolliert werden.

00:29:43: Aber ich finde erst mal sollte es klare Regeln geben, die sollten kontrolliert sein.

00:29:47: Das ist alles technisch möglich.

00:29:49: insofern muss man angreifen.

00:29:51: Wir brauchen in Deutschland unbedingt eine Schulfachmedienbildung Unbedingt.

00:29:58: Gerade in Zeiten mit KI, wir müssen erkennen wo gibt es Fakes und so weiter.

00:30:03: da müssen wir hin.

00:30:04: Man kann mir der Naivität unterstellen ich glaube schon daran dass wir zu einer Regulierung kommen in welcher Schärfe auch immer.

00:30:11: aber natürlich sind die Plattformen extrem gut aufgrund ihrer riesengroßen Größe auch extrem gut ihre Macht auszuspielen.

00:30:19: im Bereich Lobbyismus gibt glaub ich keinen europäisches Medienunternehmen, was mit so viel Wucht in Brüssel und Berlin aktiv ist wie das die Plattformen sind.

00:30:29: Da machen Sie einen exzellenten Job wenn man das mal so bezeichnen darf.

00:30:32: was das Thema Lobbying angeht wir tauschen im Moment ja auch Zollvorteile gegen den Digital Markets Act und den anderen eigentlich bestehende Gesetzesinitiativen auf der europäischen Ebene weil wir möchten ja Herrn Trump da auch dann er soll nicht böse auf uns sein und deswegen tauschten wir solche Sachen gerne einmal ein.

00:30:52: Das halte ich für sehr problematisch.

00:30:55: Und ich gebe aber die Hoffnung nicht auf und werde da auch nicht müde zu betonen, dass wir das gerade wo in diesen Zeiten radikale Parteien auch immer weiter Zugewinne haben, dass wird für das Thema Meinungsbritalismus und Freien Journalismus kämpfen sollten weil es sich lohnt dafür zu kämpfen.

00:31:14: Also man merkt du bist damit Patos dabei?

00:31:16: Und guckst dann nicht nur als der Vermarkter sondern als ein Demokrat.

00:31:19: oder ist er Mensch der eine politische Haltung hat auch drauf?

00:31:22: Inwieweit ist das auch in deinem Job hilfreich?

00:31:25: Beziehungsweise jetzt gar nicht als Opportunismus, sondern inwieweit denkt ihr die Inhalte mit wenn ihr euer Medium, ich sag mal die Gattung vermarktet.

00:31:35: Also wie wichtig ist das auch zu sagen, dass redaktionelle umfällt?

00:31:39: Wir kommen gleich nochmal auf sowas wie Werbung in Podcasts und so.

00:31:42: da gibt es ja gerade auch eine ganz spannende Diskussion.

00:31:45: Inwieweit muss man das auch mitdenken und darauf attribuieren oder ist es am Ende doch nur simpel die Formel hauptsache Reichweite?

00:31:53: also Am Ende ist es leider an vielen Stellen genauso, wie du es zum Ende gesagt hast.

00:31:58: Ich glaube die Intensität und Schärfe der Diskussion haben in den letzten zwei Jahren Dankenswetterweise zugenommen.

00:32:04: Die Diskussion wird zumindest geführt.

00:32:07: Einige Unternehmen steuern da auch schon um weil sie merken dass das nicht clever war primär nur nach Reichweite und Preis einzukaufen sondern dass auch das Thema Umfeld eine große Rolle spielt.

00:32:21: haben wir natürlich ein Problem zwischen Quartalsergebnisse und, ich sag mal, Enkelfähigkeit.

00:32:29: Man

00:32:29: muss die Fragen stellen?

00:32:31: Ich

00:32:32: finde, auch als Marketingentscheider muss man die Frage stellen, wenn ich jetzt weiterhin meine Werbegelder primär in das Thema Plattform investiere... Inwiefern ist denn dann auch meine Firma und was ich hier tue enkelfähig?

00:32:45: Weil dann möglicherweise Medien, die wir für der Demokratie halt brauchen, vielleicht vor die Hunde gehen!

00:32:51: Das ist schon Thema Versus, Quartalsberichterstattung.

00:32:54: Ist einfach wichtig, dass die Dinge günstig sind und funktionieren

00:32:58: usw.,

00:32:58: also da haben wir natürlich Ziehkonflikte ja?

00:33:01: Und ich finde es gut, dass diese Ziekonflikte jetzt zumindest besprochen werden.

00:33:06: Wir beteiligen uns auch an Forschungsinitiativen rund um das Thema Value Media wo wir auch messen wollen, dass Medien mit journalistischen Inhalt einfach anders und besser wirken Und zwar nicht nur gesellschaftlich, sondern im Zweifel natürlich auch auf Business Case KPIs.

00:33:24: Also das sind Themen mit denen wir uns auseinandersetzen und ich finde da hat sich in den letzten zwölf, vierundzwanzig Monaten was getan.

00:33:29: ist das schon ausreichend?

00:33:31: Und sind wir schon an einem positiven Tipping Point?

00:33:34: Nein, Ich glaube nicht!

00:33:35: Wir müssen weiterhin so laut und energisch an dem Thema dran sein.

00:33:39: Das sind wir eine spannende Stelle, auch was das Thema Podcast Werbung.

00:33:43: Ich frage aus

00:33:45: Nicht

00:33:45: nur uneingenehtsigen Gründen aber auch Wie stehst du denn zu dem Thema Host Red Eds?

00:33:51: Also ich weiß nicht, ob dir die Diskussion mitbekommen hast.

00:33:53: Aber wahrscheinlich Gabor Steingart hat ja gewettert Ja mit seinem Pioneer Club der Ich bin Darüber informiert, dass es sich nicht um eine gemeinnützige Einrichtung handelt.

00:34:04: Pioneer Club also von daher da fließen auch Wertschöpfungen und Wertströme.

00:34:09: aber er hat sich darüber aufgeregt das manche Podcast oder einige große Podcast mittlerweile wahrscheinlich die allermeisten Host Red Ads vom Host eingelesene Werbung machen und der hat das glaube ich als ja das sind ja die Werte gesagt sogar die Huren.

00:34:23: Also

00:34:25: sehr

00:34:25: unschön.

00:34:26: Ich fand die Vorfall von Gabor Steiner vollkommen unangebracht und halte das in Teilen für Bikotterie, weil in der Tat auch die Pioneer ist...

00:34:35: Nicht gemeinnützlich mehr bekannt wurde.

00:34:38: Ja genau!

00:34:39: Und

00:34:39: also ich finde da an der Stelle, wer im Klausus sitzt sollte da an dieser Stelle nicht mit Stein werfen.

00:34:44: gleichwohl habe ich sowohl aus einer Nutzersicht aber auch aus einer Business Sicht durchaus die Haltung Ob jetzt wirklich, ich sag mal, investigative Journalisten Host-Reads verlesen sollten sehe ich durchaus sehr kritisch.

00:35:00: Ich finde das irgendwie auch... Mein Sohn würde sagen, dass es irgendwie creepy oder ganz komisch ist.

00:35:07: Ob jetzt ein Mickey Bison, der im Zweifel nennt, immer einen amüsanten entertainigen Podcast macht und dann erzählt, dass er die Automage X gut findet?

00:35:16: Bin ich total feiner mit!

00:35:17: Also ich finde wir sollten nochmal differenzieren zwischen wirklich investigativen Journalismus und Journalisten, die über den Politikbetrieb etc.

00:35:26: berichten.

00:35:27: Ja, freutunistisch!

00:35:29: Genau, genau.

00:35:30: Und dann gibt es ja immer noch die Möglichkeit und das ist zum Beispiel unser Business.

00:35:34: bei uns sind es dann eher klassische Spots, die dort ausgestrahlt werden und nicht dieser Host Rats.

00:35:40: Ich finde das auch zum Beispiel total unkritisch Wenn im Philipp Westermayer in seinem großen Podcast Werbung vorliegt, ja.

00:35:46: Das ist total... Wer spricht

00:35:47: da?

00:35:47: Also wer spricht da und über was?

00:35:50: also von daher das passt ja weil ich kann den Punkt wie heißt so schön Point taken.

00:35:54: Ich kann das verstehen wenn man auf der einen Seite sich investigativ Journalismus auf die Fahnen schreibt Und dann vielleicht genau in das Feld einsticht Um dann zu sagen und kauft mal euch das, was auch immer.

00:36:06: Wir wollen jetzt hier keine Namen nennen aber ich glaube jeder hat Fantasien, was man meint.

00:36:10: Da ist

00:36:11: natürlich die Interfinanzierung und ich finde da muss es dann irgendwie Möglichkeiten geben und da gäbe es zum Beispiel Möglichkeit ganz klassische Spots dort einzuspielen womit der Host überhaupt nichts zu tun hat?

00:36:23: Das halte ich für total fehl.

00:36:25: Es gibt ja auch die Diskussion rund um das Thema.

00:36:28: will man in Newsumfeldern schalten und dazu zähle ich jetzt auch mal Podcast Da gibt es so viele Studien, dass das total unkritisch ist auch in solchen Umfeldern als Werbung treibende unterwegs zu sein.

00:36:40: Weil wir müssen natürlich für die Refinanzierung solcher Umfelder...

00:36:42: Na ja was denn sonst?

00:36:44: Und kommen wir mal zur Wirksamkeit.

00:36:46: also das finde ich ja wirklich nach wie vor sehr beeindruckend!

00:36:49: Also die Glaubwürdigkeit ist da ja durchaus gegeben und auch glaube ich doch mal ganz anders als bei anderen Medien und dann natürlich schon erlicherweise bei Host Red Ads, also bei denen die durch den Host vorgelesen, vorgetragen erzählt, wie auch immer sind noch besonders mehr.

00:37:04: Was kannst du dazu sagen?

00:37:05: Ja also dazu haben wir sogar eine Studie gemacht.

00:37:08: Also die Glaubwürdigkeit und die Wirksamkeit von Hostreads ist nicht riesen viel höher als die vom klassischen Spots in Podcast.

00:37:16: Podcast an sich wirken einfach gut!

00:37:19: Und man muss aufpassen... Auch das haben Befragungen gezeigt dass das dann passt.

00:37:24: Also wenn der Host Millionär ist und dann erzählt, dass er aber eigentlich Dacia fährt, ja?

00:37:31: Das hat irgendwie auch so eine Textbildschere gefühlt.

00:37:35: Ich

00:37:35: finde da muss man dann auch aufpassen an dieser Stelle.

00:37:39: Und noch mal Podcasts funktionieren in der Wirksamkeit... kein riesengroßen Effekt in der klassischen BtoC-Werbung, was die Power angeht.

00:37:51: Wo das sehr gut funktioniert ist bei BtoB.

00:37:53: Also wenn dein Podcast richtet sich ja zum Beispiel auch in erster Linie an ein sehr spezielles Publikum an dieser Stelle vielleicht.

00:38:02: oder bleiben wir bei dem Beispiel von Philipp Westermeier.

00:38:04: und wenn dort digitale Unternehmen Werbung machen und Philipp bliesst das vor dann kriegt es natürlich eine andere Credibility Und das funktioniert zum Beispiel super.

00:38:14: Also könnte ich jetzt direkt ein Beispiel beisteilen, wollen wir jetzt an der Stelle nicht vertiefen?

00:38:20: Aber da vielleicht auch nochmal... Das führt uns ja zu einem neuen Punkt, dass wir vielleicht auch über diese Schiene-Podcasten ganz neue Journalismusformen finden also den, das Portfolio des Spektrums an journalistischen Ausdrucksmöglichkeiten sich nicht nur erweitert hat sondern vielleicht doch den klassischen Journalismus dezidiert auch unter Druck setzt, oder?

00:38:42: Ja wobei ich meine der Journalismus hat sich ja in den letzten zehn zwanzig Jahren immer wieder neu entwickeln müssen.

00:38:47: und ein Journalist der früher vielleicht nur geschrieben hatte in Einführungsstrichen.

00:38:52: Der muss halt heute in der Lage sein mit verschiedensten Medien umzugehen weil Dinge einfach anders rezipiert werden.

00:39:00: vor zwanziger wir hatten eingangs drüber gesprochen hätte sich keiner gedacht Ich höre mir freiwillig eine halbe Stunde lang Interview mit politiker x an.

00:39:07: Heute wird das gemacht, früher wurde es gedruckt.

00:39:10: Und insofern ich sehe das als eine riesengroße Chance.

00:39:14: und gleichzeitig muss man natürlich dann auch schauen wie kriegt man das wirtschaftlich abgebildet?

00:39:17: weil natürlich die steigende Komplexität immer mehr Abspielflächen dazu führen dass die Kosten immer in die Höhe schnellen.

00:39:26: und wenn auf der anderen Seite die Einnahmen nicht passen dann hast du irgendwann ein betriebswirtschaftliches Problem.

00:39:32: Wir gehen mal langsam in deine Manager Rolle rein, denn du bist ja noch nicht Jahrzehnte bei RMS.

00:39:37: Du kommst von Axelspringer Konzern und hast dann gewechselt was da auch schon für Medienvermarktung zuständig ich glaube viele Jahre auch für Print eher oder?

00:39:47: Ich bin quasi im Print eingestiegen über ein Großmediale Geschichten eher in Richtung digital entwickelt und war am Ende dann primär für Digitales verantwortlich.

00:39:57: Okay, ich glaube vierundzwanzig kamst du zu RMS oder?

00:40:00: Genau!

00:40:02: Ja sehr schön.

00:40:02: und da bist du jetzt in der Doppelspitze Co-CEO mit Sven Töhlen zusammen.

00:40:08: Wie habt ihr euch das aufgeteilt?

00:40:10: also gibt es sowas wie eine funktionelle Aufteilung Und jeder macht alles und wir teilen halt insgesamt durch zwei.

00:40:16: Oder wie muss man sich das funktional vorstellen bei euch?

00:40:19: Also, wir haben uns das aufgeteilt.

00:40:21: Salopp gesagt ist eher prima der Innenminister und ich bin ja der Ausminister.

00:40:26: Wir haben es natürlich noch ein bisschen detaillierter gemacht.

00:40:30: Jeder hat seine Direct Reports aber gewisse Dinge machen wir gemeinsam Strategieentscheidungen auch personelle Entscheidungen machen wir zusammen.

00:40:39: Das ist vollkommen klar!

00:40:40: Und ich muss echt gestehen, ich hätte das vorher gar nicht so gedacht weil es wäre nur nicht, wer kann uns auch vorher nicht?

00:40:46: Eine Co-Konstellation ist eine der schönsten Erfindungen, weil ich habe quasi twenty four seven ein Sparrowing Partner.

00:40:54: Der mir jetzt an diesem besonderen Fall nie am Stuhlbein sägen will sondern Sven ist mit dem zufrieden was er macht und ich bin mit ihm zufriedene was er Macht Und wir können uns quasi ohne dass wir irgendeine irgendwelche Bad Feelings haben miteinander austauschen und mal in Sparring gehen und das ist schon finde ich ein tolles Privileg.

00:41:14: Wir können uns gegenseitig vertreten und mir macht das an der Stelle, macht mir diese Konstellation riesengroßen Spaß.

00:41:21: Ich weiß aber auch von vielen anderen die vorher gesagt haben, guck dir das mal ganz genauer an ob das so funktioniert?

00:41:26: Aber wir waren von vornherein klar weil wir auch beide ich glaube in ein sehr ähnliches Wertekonzert.

00:41:32: Okay, aber auch spannend dass ihr euch gar nicht kanntet.

00:41:34: Also es war eben nicht so das zwei Buddies sich die Führung zu spitze aufteilen sondern genau anders herum.

00:41:40: also das heißt du bist angetreten und wo kamen die Idee her?

00:41:44: Also kam die Idee iniziell von Sven oder?

00:41:47: Nein, also die Idee kam von unserem Aufsichtsrat.

00:41:51: am Ende und dann haben wir uns hatten wir quasi ein Blind Date Ja, also

00:41:57: ein

00:41:58: Business-Tinder quasi.

00:42:01: Ja genau und witzigerweise haben wir beide dann auf dem Rückweg von diesen... Wir hatten irgendwie einen zwei Stunden Zeit und haben einfach geplaudert wie wir bestimmte Dinge sehen und haben dann beide auf dem Rückweg im Auto unsere Frauen angerufen, wie wir uns im Nachgang dann erzählt haben und haben gesagt Mensch!

00:42:18: Mit dem könnten wir uns das echt gut vorstellen.

00:42:20: Das ist ein feiner Kerl, weil ich glaube schon, dass man relativ schnell merkt ob man die mit jemandem kann oder nicht kann und in dem Fall würde ich auch stand heute noch hundertprozentig sagen, mit dem kann ich und mit dem macht er Spaß.

00:42:33: Jetzt würden wiederum meine Kinder sagen, das weibt ja?

00:42:36: Oder hat gut gerannt?

00:42:39: Schrecklich wenn diese alten Eltern dann da irgendein Flugenspar... ihr kanst furchtbar!

00:42:45: Kann man daraus irgendwas ableiten?

00:42:47: Weil wir hören ja uns hier immer gerne Geschichten an über gute, gelungene Zusammenarbeit.

00:42:51: Wir reden ja über Arbeitskultur und versuchen dann auch immer das irgendwie gemeinsam mit dem Gesprächspartner auf so ein bisschen abstrakteres Niveau zu heben.

00:43:00: Das heißt, könntest du sagen es ist eine besonders gute Idee wenn man sich richtig gut kennt oder eben vielleicht genau nicht.

00:43:08: oder würdest du sagen ich glaube... Das ist gar nicht das Entscheidende.

00:43:11: Weil es gibt ja auch viele Situationen, wo Menschen die schon lang zusammengearbeitet haben sich auf eine Doppelspitze bewerben.

00:43:18: Auch das gibt es hier?

00:43:19: Ja also ich kann's ja jetzt nur aus Endgleich eins beurteilen und ich glaube für uns war von vornherein so ein Grundsatz im Zweifel.

00:43:28: wenn wir mal unterschiedlicher Meinung sind was wirklich nicht häufig vorkommt dann vertreten mir nach außen aber die gleiche Meinung weil ich glaube dass wird sonst auch auch für das Unternehmen schwierig Wenn man da sich auseinander dividieren lässt und dann irgendwie sagt, der Sven hat das jetzt entschieden.

00:43:44: Aber ich finde es eigentlich doof!

00:43:46: Dann wird's schwierig.

00:43:47: Dann wirds schwierig?

00:43:48: Und

00:43:48: da haben wir nicht

00:43:48: nur nach außen oder auch gerade nach innen?

00:43:51: Nein, das meinte ich.

00:43:52: Außen wäre für mich

00:43:54: außerhalb E-Zwei.

00:43:55: Ja genau.

00:43:57: Also wir zwei diskutieren manche Dinge Und zu neunzig Prozent der Fälle kommen wir am Ende auch zu einem gemeinsamen Ergebnis.

00:44:04: Aber es gibt auch Dinge, wo wir haben gesagt okay sehe ich anders aber wir entscheiden jetzt in die eine Richtung und der andere steht dann aber trotzdem dahinter.

00:44:10: Ich finde das muss eine hundertprozentige Regel sein weil sonst machst du dich maximal angreifbar ja?

00:44:18: Das funktioniert bei uns prima!

00:44:20: Ich weiß dass die Analogie nicht nur Freunde findet aber bisschen wie auch bei einer Erziehung Papa sagt ja Mama sagt nein und andersrum

00:44:27: Ja.

00:44:29: Wir wissen, Mitarbeiter sind keine Kinder ist klar.

00:44:32: wir Führungskräfte sind keine Eltern.

00:44:35: aber generell es geht ja um das Thema spüre ich da ist noch eine Dissens Da ist vielleicht auch noch ein Fahrt der Aushandlung möglich.

00:44:45: für mich persönlich.

00:44:46: oder was ist das besonders kritisch daran?

00:44:50: Genau wie du sagst.

00:44:50: also am Ende glaube ich machst Du dich angreifbar an der Stunde und dann fängst Du nochmal in Diskussion an.

00:44:57: Ich bin total fein damit, dass man noch mal Diskussionen dann aufmacht im Zweifel.

00:45:02: Wir haben zum Beispiel einen Board und wenn die dann irgendwie sagen, Stefan Sven, wir finden das aber total doof eurer Entscheidung, können wir ja nochmal entscheiden und sagen okay, wir nehmen das noch einmal mit oder aber es ist unser gutes Recht zu sagen den wir machen es trotzdem weil wir einen guten Grund dafür haben Den auch vielleicht gar nicht alle kennen, weil wir noch nicht darüber reden dürfen oder oder oder?

00:45:22: Aber ich glaube das ist wichtig, dass nicht irgendwie einer sagt Ja, ich finde es richtig und der andere sage ja, ich nehme das noch mal mit.

00:45:29: Dann wird schwierig und in der Tat gibt's schon gewisse Ähnlichkeiten mit dem Thema Kindern.

00:45:36: Ich hatte gerade die letzte Woche mit meiner Frau eine solche Diskussion.

00:45:40: Die spüren das!

00:45:41: Also Menschen sind nicht doof.

00:45:43: Okay nein, ob groß?

00:45:44: Genau so siehts aus.

00:45:46: Und da ist dann noch ein Raum einen Fenster der Möglichkeit der Nachverhandlung.

00:45:51: Dann wäre es mal so.

00:45:54: Ihr seid wie groß, Stefan?

00:45:57: Wir sind ungefähr hundertfünfzighundertsechzig

00:46:00: Mitarbeiter.

00:46:02: In erster Linie in Hamburg ist der Großteil der Belegschaft.

00:46:06: Wir haben aber Büros in Deutschland verteilt wo wir dann unsere Kundinnen und Kunden auch mit räumlicher Nähe versuchen bestmöglich zu bearbeiten.

00:46:14: klingt rhetorisch, ist ernst gemeint.

00:46:16: Wie wichtig ist es diese Klarheit zu haben?

00:46:19: Wer vielleicht doch funktional für was ansprechbar ist Richtung Mitarbeitenden.

00:46:23: also wie wichtig ist dieses ganze Thema Absprache vielleicht auch Abgrenzung dass man auch weiß welche Themen sind wo besser aufgehoben?

00:46:30: Ist das ein Gamechanger?

00:46:32: oder ist es bei euch so klar so transparent dass es da überhaupt nicht zu einer Konflik-Situation kommen kann.

00:46:38: Also ich würde sagen mehr als neunzig fünfneinzig Prozent sind bei uns ganz klar abgegrenzt.

00:46:44: Aber natürlich gibt es dann auch Dinge, die sich irgendwie überlappen oder wo vielleicht einfach verschiedenste Bereiche und Abteilung miteinander arbeiten müssen.

00:46:51: Wo wir dann nun auch im Zweifel beide reingehen, wobei wir dann in erster Linie sagen regelt's doch bitte unter euch.

00:46:56: aber wir haben schon auch klare, das hört sich immer so martialisch an klare Berichtslinien und klare Verantwortlichkeiten.

00:47:03: davon sind wir beide auf ein großer Freund.

00:47:06: weil dieses Thema Verantwortlichkeiten ohne Chip und zu sagen für das Thema Sales ist der Stefan verantwortlich, gemeinsam mit einer Sales-Direktorin an dieser Stelle und einem tollen Team.

00:47:21: Daran gibt es einfach da nichts zu deuten ja?

00:47:23: Und dann muss auch nicht jemand bei Sven anklopfen und sagen ich würde mal mit dir gerne über das Thema Sales sprechen weil er gefällt mir nicht.

00:47:29: Gefällt mich nicht wie das läuft sondern dann sagt im Zweifel der Sven ne ne, dann gehen wir zum Stefan.

00:47:34: also da hilft Klarheit.

00:47:37: aber selbstverständlich wie vorhin gesagt wenn's um strategische Dinge geht Aufsichtsrats-Themen und so weiter, machen wir das natürlich gemein.

00:47:45: Russwetterlage?

00:47:46: Ja!

00:47:48: Du kommst von Axel Springer.

00:47:49: inwieweit war dieser Switch ein Kulturschock?

00:47:53: auch ich meine du weißt ja mal auch wieder bei der Vermarktungseinheit von Springer.

00:47:57: das war jetzt auch nicht hausende Menschen aber eingebettet in den Konzern.

00:48:01: inwie weit war das eine große Umstellung für dich?

00:48:03: also kulturell gesehen?

00:48:07: Ich glaube, Axel Springer ist schon ein eigener Kosmos an der anderen Stelle.

00:48:12: Wobei auch es dort wieder unterschiedliche Subkulturen gibt und ich glaube die in den unterschiedlichsten Marken ist das durchaus heterokinso.

00:48:22: Und ich war halt die letzten Jahre beim Vermarkt haben und du hast schon gesagt da gibt's dann schon Ähnlichkeiten.

00:48:27: Das sind ähnliche Strukturen und ähnlichen Kunden mit denen man arbeitet ähnliche Skillsets und ähnlichen Typen von Menschen, die auf diesen Job Lust haben.

00:48:41: Insofern würde ich sagen Kultur schockt nicht aber schon eine andere Art und Weise des Umgangs.

00:48:48: Axel Springer war sehr performance orientiert auch immer durchaus mutig ja auch in der Außenkommunikation.

00:48:57: Ich finde Matthias Döpfner hat viele Dinge antizipiert wofür er dann über Jahre immer so ein Augenzucken bekommen hat so wie was Digitalisierung und da jetzt aktuell, wie was KI.

00:49:12: Und ich finde dieses Thema auch Leading from the Top oder auch Leaning by Example das hat er schon auch gemeinsam mit dem kompletten Vorstand darf, finde ich großartig vorgelebt ja war da sehr mutig auch gegen Widerstände intern wie extern und davon kann man sich durchaus eine Scheibe abschneiden Bei Media Impact, also dem Vermarkt.

00:49:33: aber, den ich gearbeitet habe war die Kultur.

00:49:36: Ich würde mal sagen sicherlich zu mehr als siebzig Prozent eine durchaus ähnliche wie die bei AMS vorgefunden haben.

00:49:44: Anmerkung der Redaktion in der Sache schneiden wir uns sehr gerne eine große Unternehmensscheibe ab an anderen Stellen vielleicht weniger, aber wollen jetzt nicht in die politische Diskussion der Persona Mathias Döffner einsteigen.

00:49:55: Mir ging es ja ums Prinzipielle und Was hast du vielleicht auch an Spirit, an Denke ganz neu bei RMS mit eingebracht?

00:50:04: Ja diese gesunde Form von Pragmatismus.

00:50:08: Dann bin ich einfach ein durchaus emotionaler und leidenschaftlicher Mensch.

00:50:13: Das war es auch etwas... Haben

00:50:14: wir schon erlebt hier, wie schön!

00:50:16: Nicht ganz so tief verankert war und ist auch das Thema Nähe, also Nähe zu Kunden, Nähe unseren Sendern.

00:50:26: Mir ist das irgendwie ganz wichtig!

00:50:27: Ich bin jemand der auch non-verbal... ich nehme Menschen einfach gerne in Arm, aber auch verbal und non-verbal.

00:50:36: Das ist einfach wichtig.

00:50:38: Durch Nähe entsteht auch Vertrauen, durch Nähe entsteht aber im Zweifel auch Business weil sich Menschen vertrauen.

00:50:44: Also dass etwas was ich reinbringen wollte und eine deutlich stärker verankerte Performance Kultur.

00:50:51: Also und damit meine ich jetzt nicht eins von Schrecken zu verbreiten, sondern eben darauf zu schauen wie erreichen wir unsere Ziele.

00:50:57: Und wie treten die auch gemeinsam?

00:50:59: Wir arbeiten halt nicht bei einem NGO wo es in Anführungsstrichen egal ist was am Ende an Umsatz- und Gewinn rauskommt, sondern wir sind da uns und vor allen Dingen unseren Gesellschaften verpflichtet.

00:51:10: Und das sehe ich auch als meine Verpflichtung, dieses Unternehmen genau in diese Richtung zu bringen und dann zukunftsfähig

00:51:16: aufzustellen.".

00:51:17: Also Leidenschaft ein gewisser Pathos auch Teamgeist?

00:51:21: Also inwieweit ist das auch ein Thema was ihr diskutieren müsst oder... aktiv tut.

00:51:27: Wie viel bringt der Einzelne ein in den Gemeinsinnen?

00:51:30: Inwieweit sind wir eher in einer Autonomiebetonung, weil das ist ein Thema was mir im Moment extrem oft begegnet.

00:51:36: Weißt du wie das bei euch ist?

00:51:37: also dass wir auch durchaus Tendenzen der ich sage jetzt mal Selbstoptimierung sehen.

00:51:41: auf der einen Seite oder nennen wir es man neutral eine sehr starke autonomie Betonungen.

00:51:47: Ich möchte gerne meinen Arbeitsumfeld so gestalten wie's für mich am besten passt.

00:51:50: verinhaft.

00:51:51: nur die frage immer wo ist die abgrenzung zu nehmen was uns gemeinsam voran treibt?

00:51:56: ja total guter punkt.

00:51:58: und immer mal ein beispiel.

00:51:59: ich halte zum beispiel wir haben noch eine relativ flexible homeoffice regel um zum

00:52:03: beispiel.

00:52:04: das ist so ein ganz typisches wie sagt man das typisches paket auf dem dass dann zum Tragen kommt.

00:52:11: Ja, genau und da gibt es bei meinen Augen auch irgendwie keine Richtigungen kein falsch.

00:52:14: das was in meinen Augen wichtig ist dass es funktioniert

00:52:18: ja

00:52:18: und dazu gehört eben auch das Thema des kulturellen Miteinanders.

00:52:22: und ich glaube eben das kulturelles Miteinander eben auch durch Nähe entsteht ja und ich finde nur die Diskussion insofern manchmal etwas auch abgehoben unserer Bubble als dass wir uns das ja zumindest hier unter aussuchen dürfen viele gerade eben nicht.

00:52:38: Deswegen finde ich auch manche LinkedIn-Diskussion dazu schon sehr privilegiert und bourgeoisiebehaftet.

00:52:44: Das schätze ich gar nicht, und andererseits finde ich ja großartig welche Flexibilität das auch mit sich gebracht hat gerade für Menschen die vielleicht noch Kehrthemen haben

00:52:55: usw.,

00:52:56: die sich einfach damit dann viel besser in Einklang bringen lassen.

00:53:02: Das finde ich ist ja auch für Arbeitgeber einfach großartig, was das mit sich gebracht hat.

00:53:08: Und ich finde diese Haltung nur so schwierig zu sagen naja vor fünf Jahren waren wir per default im office und Jetzt sind wir PD-voll im Homeoffice gefühlt.

00:53:18: Das finde ich irgendwie schwierig, so eine Erwartungshaltung zu haben und ich glaube ein amerikanischer Präsident hat es mal gesagt nicht nur die Frage was kann das Land für mich tun sondern was kann ich fürs Land tun?

00:53:30: Und da sind wir auch an einem Punkt... Da müssen wir auch mal darüber nachdenken hey man muss an der einen oder anderen Stelle die Po-Bocken zusammengneifen, gerade in solchen schwierigen Situationen und da müssen wir füreinander da sein.

00:53:42: Da müssen auch die extra Meile gehen.

00:53:45: So bin ich irgendwie aufgewachsen.

00:53:46: das ist Teil meiner Glaubenssätze.

00:53:49: Ich glaube schon dass manchmal in gerade schwierigen Situationen auch viel hilft.

00:53:56: Gut, es gibt ja die Diskussion ob wir jetzt eine Stunde mehr arbeiten wollen.

00:53:59: Wir wollen nicht zu sehr in die Deklination der Märzschintesen einsteigen.

00:54:04: nur ich finde das Thema insgesamt spannend dieses Autonomie versus Gemeinsind.

00:54:09: was erleben wir da und wie viel brauchen wir dann?

00:54:12: Und wie manifestiert sich das unter anderem an so Dingen wie Homeoffices?

00:54:16: ist hier nur einen Platz Halter dafür?

00:54:18: Stichwort Emotionalität.

00:54:20: Wo kann man es auch übertreiben?

00:54:22: Also wo ist vielleicht die Nähe zu viel, also wo kippt das vielleicht?

00:54:27: Was hast du da für dich so ein Sensorium entwickelt, wo du sagst, da bin ich vielleicht... Ich sage jetzt mal bewusst provokant!

00:54:34: Da mute ich mich vielleicht ein bisschen zu viel Stefan zu den Menschen und muss mich vielleicht wieder ein bisschen zurück regulieren.

00:54:40: oder naja, das müssen sie vielleicht auch einfach aushalten oder auch lernen dass das Teil der Zusammenarbeit mit mir

00:54:47: Total guter Punkt und auch für mich ein sehr emotionaler Punkt, weil es sicherlich auch Momente gibt und gab an denen ich da auch Menschen in Anführungsstrichen erschreckt habe.

00:54:58: Weil natürlich gerade bei dem Thema Kultur und Kulturwechsel wenn Menschen mich noch nicht so kennen dann kann ich da eben zu emotional und zu leidenschaftlich wirken.

00:55:09: das ist vielleicht auch angseinflößend.

00:55:11: Und gleichzeitig ist das Teil von mir, Thema Authentizität.

00:55:16: Dieses Regulativ zu finden immer und überall schon schwierig.

00:55:22: Da arbeite ich mit mir, da habe ich mir auch mal Hilfe geholt, mal Support, das zu reflektieren... Aber ich glaube schon, dass gewisse Dinge muss man dann auch einfach hinnehmen.

00:55:37: Also geht ja mir ganz genau so!

00:55:38: Das gilt auch für Mitarbeiterinnen.

00:55:41: Ich werde mein Gegenüber an vielen Stellen nicht ändern, sondern ich muss damit auch irgendwie lernen umzugehen.

00:55:47: Und selbstverständlich freue ich mich dann aber auch über Feedback und zwar nicht Anonymes, sondern wirklich Direktes wo man vielleicht am Ende mal sagt du Stefan ganz ernsthaft Das war ein bisschen drüber.

00:55:58: Ja?

00:55:58: Und dann habe ich überhaupt... Bisschen

00:56:00: viel Stefan!

00:56:01: Ja,

00:56:01: genau und Joachim hat kein Problem damit zu sagen es tut mir leid weil Joakar nicht so gemeint ist auch immer Senderempfänger.

00:56:07: bei dem einen kommt das dann total emotional verletzend an und der andere sagt wow er hat mich total quasi verbal umarmt.

00:56:13: ja und da ist ja jeder auch anders und ich halte an dieser Stelle auch meine Meinung Menschlichkeit und Emotionalität aber auch für den Wettbewerbsvorteil.

00:56:25: Was tust du dafür, dass es den Menschen leichter fällt dir Feedback zu geben?

00:56:29: Also erstens ich bin immer erreichbar.

00:56:34: Das hat jetzt nicht damit zu tun... Meine

00:56:35: Tür steht immer offen Stefan!

00:56:37: Ja also und dann gehören aber zwei dazu.

00:56:40: Es muss ja je mehr ein Geben dadurch die Tür durchgeht oder der man sagt hast mal fünf Minuten oder mich anruft oder das schätze ich sehr Und einige sind das überhaupt gar nicht gewohnt.

00:56:52: Genau das ist nämlich der Punkt.

00:56:55: Ich finde, da kann man nur immer wieder sagen und natürlich auch Erlebnisse schaffen.

00:56:59: Nämlich dass das dann nicht zu Konsequenzen führt ja?

00:57:03: Also der kommt dann jemand zu mir und sagt aber das fand ich bei dir doof und am nächsten Tag spreche ich eine Kündigung aus.

00:57:08: Das wäre jetzt hier nicht so professionell sondern ganz im Gegenteil eben zu sagen hey finde ich super dass du es ansprichst lass mich noch mal drüber nachdenken.

00:57:17: oder nee sehe ich weiterhin anders.

00:57:19: oder ne stimmt hast ein total Punkt tut mir leid und ich finde das kann man doch immer wieder Und am Ende ist das aber dann auch manchmal eine Bringschuld.

00:57:31: Ich finde, auch ein Mitarbeitende hat dann auch eine Verantwortung an der Stelle und wir können nicht immer sagen, das muss ja die Führungskraft machen.

00:57:39: Das fände ich dann an der Stelle sehr schade.

00:57:41: Nee, aber was ich schon einen spannenden Punkt finde – und die Diskussion habe ich sehr oft nicht nur hier bei Gutwerk sondern auch wenn ich in Beratungsmandaten unterwegs bin.

00:57:49: ganz zentraler Punkt nämlich Wir können ja diese Abhängigkeit, die nun mal da ist.

00:57:54: Du bist nun mal der Co-CEO!

00:57:55: Du kannst im Zweifelsfall darüber entscheiden ob die Person ein weiter Teil des Teams ist oder nicht.

00:58:00: Ob sie befördert wird oder nicht?

00:58:02: Da isst eine Abhängigkeit.

00:58:03: Die können wir nicht in Abrede stellen und ich glaube was auch ein Riesenthema ist, ist das Feedback auf das Feedbeck.

00:58:10: Das heißt wie verhält sich dann in dem Fall einen Stefan wenn er Feedback bekommt geht es in Rechtfertigung geht's in den vielleicht zurückangriff gehts erstmal okay.

00:58:20: Nimm den Punkt mit Denk mal drüber nach, wie auch immer.

00:58:23: Also das ist ein ganz feines Thema.

00:58:26: Ganz feines Feld wo man viel falsch machen kann und vielleicht gar nicht so viel richtig machen kann.

00:58:32: also von daher auch kein einfaches Welt.

00:58:34: Hast du da für dich eine Steuerung?

00:58:36: Wie du das machst wenn du Feedback bekommst?

00:58:39: Was versuchst du da?

00:58:41: Vielleicht einmal durchatmen oder irgendwelche Dinge die du dir da vielleicht ein Stück weit zu Recht gelegt hast um eben dich weiterzuentwickeln aber auch... positive Signalrichtung mit Arbeiter zu senden.

00:58:54: Ja, also ich glaube im Patentrezept habe ich da nicht jetzt manchmal versuche Art und Techniken die ich mal gelernt habe anzuwenden oder vielleicht auch mal noch bis fünf zu zählen bevor man antwortet weil das zum Beispiel mein Thema dass sich dann häufig zu reflexartig unterwegs bin ja ist auch ein Fehler an der einen oder anderen Stelle.

00:59:14: Und gleichzeitig ist natürlich auch meine Spontaneität und meine Emotionalität...

00:59:17: Die wird ja geschätzt,

00:59:18: oder?

00:59:18: ...auch eine Stärke.

00:59:20: Das heißt das ist auch mein größter Angriffspunkt an der Stelle.

00:59:24: dessen bin ich mir erst mal bewusst.

00:59:25: Ich finde dass es der erste Weg sich das Wort Bewusst zu machen.

00:59:29: Und dann kann man daran arbeiten.

00:59:30: gelingt mir das in zehn von zehn Fällen?

00:59:32: Nein!

00:59:33: Weil ich bin weiter davon entfernt perfekt zu sein.

00:59:35: Ich bin ein Mensch und ich versuche das nach besten Wissen und Gewissen und nicht immer gelingt es mir.

00:59:40: Und ich versuch da immer besser zu werden.

00:59:43: Ja, dann ist ja auch eine Frage wie findet das Feedback statt?

00:59:46: Findest du das Synchronstadt oder Asynchron also schreibt es jemanden oder nicht?

00:59:50: und wo ich zum Beispiel schwierig mit umgehen kann ist mit anonymem Feedback.

00:59:55: Das ist für mich

00:59:56: super schwierig, bin ich auch ehrlich wenn das dann über Bande kommt oder woher auch immer... Wo ich mir denke Leute Ich hätte ja großes Verständnis dafür, wenn es schon Erfahrungen gegeben hätte dass man nach einem Feedback bei mir oder auch meinen Kollegen dann am nächsten Tag sofort die Abmahnung auf dem Tisch gehabt hätte.

01:00:17: Aber das gab es noch nie und das wird es auch so nie geben.

01:00:20: ich finde wir aber in einem Umfeld mit erwachsenen Menschen dazu gehört dann auch die Huspe zu haben und auch die Haltung zu haben zu sagen hey hier gebe ich dir jetzt Feedback dass dann auch so ein Stück weit auf zu frame.

01:00:37: Ich finde, das gehört dazu.

01:00:38: und ob man das schriftlich macht oder ob man es per Videocall macht oder persönlich macht oder man sagt hey ich würde ganz gern mit dir mal Mittagessen gehen und das außerhalb der Büroräume besprechen gibt's unterschiedliche Möglichkeiten und dazu kann man immer wieder nur einladen.

01:00:51: aber am Ende muss die Einladung auch angenommen werden?

01:00:53: Natürlich natürlich!

01:00:55: Und wie gesagt ist hat auch was damit zu tun, wie drauf reagiert wird und ich find´s ein sehr anspruchsvolles Feld für alle Seiten.

01:01:02: Und dieses, was ich auch immer sehr schön finde, könnte man eine ganze Folge zu machen.

01:01:06: Habe ich auch schon mal hier mit Nicole Kopp auch nochmal eine Empfehlung für die Hörerinnen und Hörern über Feedback.

01:01:11: wenn so generalisiertes Feedback kommt oder auch wenn Menschen so vermeintlich die Mehrheit hinter sich versammeln?

01:01:18: Ja finden übrigens alle ja das kennst du vielleicht auch dass jemand spricht, dass man so sagt stopp!

01:01:24: Hier sprecht jeder bitte für sich

01:01:25: genau.

01:01:28: Du hast einige Transformationen mitbekommen, ich mutmaßlich bei Springer.

01:01:33: Du bist in einem hart umkämpften Wettbewerbsdominierten Umfeld.

01:01:38: also das heißt es ist wahrscheinlich kein leichtes Windlein was euch da um die Ohren weht sondern das ist schon manchmal eine starke Brise und ihr müsst euch permanent anpassen mit dem was ihr tut wie er es anbietet und das hat natürlich Auswirkungen auf Management.

01:01:54: Frage Bewegen sich Unternehmen-Menschen erst, wenn der Wind ganz rau kommt oder gibt's auch sowas wie die Vorwärtsrolle?

01:02:04: Was erlebst du?

01:02:05: Die klassische Antwort ist ein Sowohl als auch.

01:02:08: Es gibt Menschen, die haben einfach Lust auf Transformation und Lust auf Change und nehmen das quasi intrinsisch an und sagen Mensch lass uns daran arbeiten!

01:02:20: Und dann gibt es eben andere, die sagen ach... So schlimm ist doch noch gar nicht.

01:02:26: Warum macht mir der so ein Stress?

01:02:30: Das finde ich immer sehr bedauerlich, weil ich natürlich jetzt auch aufgrund der langjährigen Erfahrung schon einige Transformationsprozesse mitbekommen habe.

01:02:38: die waren nicht immer alle schön.

01:02:40: Transformationen sind auch nicht immer schön aber ich finde es deutlich cleverer, Transformation vor der Welle zu gestalten als in die Welle reinzukommen weil man dann nämlich deutlich mehr Möglichkeiten hat, eben noch aktiv zu agieren.

01:02:55: Wenn ich erst mal in der Welle drin bin ist wie beim Surfen gestern Abend irgendwie zufällig zwei Videos gesehen von der wilden Welle in Nasseri.

01:03:02: Ja Nasserie, ja Portugal, vor allem!

01:03:05: Wo ein Surfer wirklich in die Welle reingekommen ist.

01:03:08: und deswegen die Metapha du bist nicht mehr auf dem Driver Seat sondern die Wellee nimmt dich mit und dann kannst du nur irgendwie probieren um mich da raus.

01:03:19: Es macht doch vielmehr auch in Anführungsstrichen Spaß vor der Welle zu sein.

01:03:23: Du siehst quasi die Welle, der Transformation kommt auf dich zu und das ist im Medienmarkt so.

01:03:28: Wir sind wahrscheinlich eine der Branchen, die mit immer als erstes Transformation merkt dann vor der Welle zu sein und zu agieren und nicht nur zu reagieren.

01:03:38: Und ich finde es immer sehr bedauerlich dass es uns erst gefühlt immer deutlich schlechter gehen muss und wie irgendwie bis wir wirklich zu signifikanten Veränderungen bereit sind.

01:03:49: Darüber versuche ich auch immer viel zu sprechen, auch mit meinen Kolleginnen und Kollegen.

01:03:54: Und bin ja sehr froh dass es eben einige gibt die sagen hey wir müssen das jetzt starten Auch wenn wir noch nicht im Strudel sind.

01:04:03: Wir sehen aber den Strudeln und du hast gerade Thema Wind.

01:04:07: Also wie hatten die letzten Monate schon mal ein paar Orkanböden und zwar so einige.

01:04:13: Zwischendurch ist vielleicht mal besser Aber ich finde es immer angenehmer Ein Stück weit vor der Relle zu sein und würde mir wünschen an dieser Stelle, gebe da mein Bestes.

01:04:23: Dass wir das auch kommunikativ hinbekommen.

01:04:25: Würde mir wünschten dass noch mehr.

01:04:27: Das gilt für alle nicht nur bei uns.

01:04:30: Noch mehr Kolleginnen und Kollegen, noch mehr Menschen, noch more Mitarbeitende sagen Transformation ist auch eine Chance, auch eine chance für mich selbst Und die möchte ich aktiv gestalten.

01:04:41: ein leidenschaftliches Schlusswort mit Pathos vom Kämpfergeist Stefan Mölling Co-CEO von RMS, der Audiovermarktung.

01:04:50: Wir haben ein wunderbares Gespräch hier erlebt mit dir.

01:04:52: Vielen Dank, dass du uns in die Welt der Audio-Vermarktungen mitgenommen hast.

01:04:57: Wie war's?

01:04:57: Magie, Medienmacht ... Von Audio!

01:05:01: Vielen Dank für deine Zeit und für deine klugen Gedanken.

01:05:04: Vielen herzlichen Dank, liebe Jule.

01:05:06: Mit M fällt mir nichts mehr an.

01:05:10: Was für ein leidenschaftlicher Camper hier, Stefan Merling.

01:05:14: Sowohl für sein Thema nämlich die Welt der Audio nicht nur Vermarktung sondern ich glaube das sieht er deutlich weiter und geht da auch in die Inhalte rein und es sieht ja auch die Chancen das als demokratischen Hebel zu betrachten.

01:05:28: vielleicht klingt das jetzt ein bisschen pathetisch aber zumindest habe ich ihn so interpretiert Kein Leidenschaft auch für das Thema Leadership.

01:05:36: Mir hat es sehr gut gefallen, was er erzählt hat über den Shared-Leadership und da denke ich noch mal drüber nach ob das vielleicht wirklich eine besonders beneinswerte Form ist zusammen für uns denn die Rollen sind im besten Falle geklärt und es gibt also eben nicht diese Perspektive.

01:05:52: von inwieweit bin ich wieder vom Feedback abhängig weil das haben wir ja einen weiteren Verlauf des Gesprächs gesehen dass das ein ganz wesentlicher Punkt ist dem auch nicht einfach so weg diskutieren können beim Ollenhut, Feedback der uns ja nach wie vor sehr beschäftigt.

01:06:07: Also von daher eine sehr bunte Folge finde ich aber trotzdem sehr authentisch vorgetragen von Stefan ganz arg sympathischer Mensch und ein wie ich nehme mal seine Worte in Mund ein wirklich feiner Kerl.

01:06:20: also Wenn ihr das Gefühl habt nochmal da auch zu dem Thema Audio-Werbung, denn das findet ihr hier bei Good Work auch ab und zu mal.

01:06:28: Und ich kann euch versichern wir sind da echt umsichtig und auch bedächtig und versuchen euch nicht übermäßig zu nerven.

01:06:35: wenn das für euer Unternehmen passt meldet euch gerne sind auch natürlich logischerweise auf die Unterstützung angewiesen.

01:06:43: Und wenn das der Preis ist dafür, ich glaube den kann man gern zahlen oder um jede Woche kostenfrei,

01:06:49: die

01:06:49: Inhalte hier bei GoodWork rezipieren zu können und wenn es euch dann noch gefällt, dann erzählt gerne weiter hinter Last fünf Sterne auf einen der Plattformen und schaltet nächste Woche wieder ein, wenn es heißt herzlich willkommen bei Good Work!

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