Too much. Zwischen zu viel Kontrollreflex und zu wenig Verbindung. Eva Asselmann (323)

Shownotes

Warum fühlt sich gerade alles nach Too Much an, Eva Asselmann?

„Häufig ist es einfach zu viel in unserem Alltag. Und viele tragen dieses Gefühl mit sich herum, weil sie denken: Es liegt vielleicht an mir."

Prof. Dr. Eva Asselmann ist Persönlichkeitspsychologin an der HMU Health and Medical University in Potsdam und Visiting Professor an der UCLA. Mit ihrem neuen Buch „Too much. Warum wir Kontrolle suchen und Kraft im Loslassen finden" (dtv, 2026) landete sie direkt auf der Spiegel-Bestsellerliste und verweilt dort seit Wochen. Sie hat mit "Too much" offenbar einen Nerv getroffen und einem diffusen Gefühl einen wissenschaftlichen Rahmen gegeben.

Das digitale Casino in unserem Kopf

Eva erklärt, warum Social Media nach demselben Prinzip funktioniert wie ein Glücksspielautomat: intermittierende Verstärkung. Nicht das Like macht süchtig, sondern das Vielleicht. Dazu kommt eine Nachrichtenflut, die uns in den Panikmodus statt ins Handeln bringt.

Wenn Kontrolle zur Falle wird

Der Reflex, die Kontrolle zurückzuholen, ist menschlich und kippt schnell ins Destruktive: in Selbstvermessung, Healthism, starre Fitnessrituale. In der Arbeitswelt zeigt sich das Muster gespiegelt: Führungskräfte, die dichtmachen statt sich auf KI einzulassen. Eine Hustle Culture, die das Bild des Dauerbeschäftigten zur Norm erhebt.

Einsam mitten im Getriebe
Eva benennt ein Paradox unserer Zeit: Office Loneliness und Urban Loneliness. Wir leben Wand an Wand, sitzen Desk an Desk und sind doch isoliert, weil jeder in sein Gerät vertieft ist. Ihr Blick auf den Return-to-Office-Diskurs ist erfrischend unideologisch: Der Wert des Büros liegt nicht in Performancekontrolle, sondern in informeller Begegnung und darin, Menschen Optionen zu geben, statt sie zu zwingen.

Worüber wir noch gesprochen haben:

  • Digitales Casino: Warum das Vielleicht süchtiger macht als jede Belohnung

  • Healthism: Wenn Gesundheit vom Mittel zum Selbstzweck wird

  • Stay-at-home-Girlfriends: Rückzug ins Private als Kontrollillusion

  • Office Loneliness: Wand an Wand und trotzdem allein

  • Babysteps: Der kleinste Hebel mit der größten Wirkung

Eva Asselmann moralisiert nicht, sie ordnet ein. Sie verbindet wissenschaftliche Präzision mit persönlicher Verletzlichkeit und gibt dem Gefühl, das so viele mit sich tragen, endlich einen Ausweg. Nicht durch mehr Kontrolle, sondern durch ehrliche Anerkennung und kleine, bewusste Schritte. Ein Must-Hear für alle, denen gerade alles ein bisschen zu viel ist.

Interview: Jule Jankowski


Weiterführende Links zu Prof. Dr. Eva Asselmann:

➡️ Zur Seite von Eva Asselmann

➡️ Zur Seite der HMU Potsdam


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