Sind jetzt alle Beziehungen parasozial? Dr. Johanna Degen (339)
Shownotes
"Weich im Ton, hart in der Sache. Das Fiese darf auf jeden Fall weg." Wieviel Nähe verträgt oder braucht eine Beziehung? Auch im Job? Wieviel Ehrlichkeit ist zu verkraften? ZDr. Johanna Degen, promovierte Sozialpsychologin an der Europa-Universität Flensburg, Paar- und Sexualtherapeutin und als "Dr. Tinder" aus ZDF, Arte und Spiegel bekannt berichtet über Beziehungsgestaltung, auch in der Arbeitswelt. Sie forscht zu Liebe, Dating und Intimität im digitalen Zeitalter, hat das Wissenstransfer-Projekt Teach LOVE gegründet und gerade als eine der Ersten empirisch beschrieben, was 2025 zum Cambridge-Wort des Jahres wurde: Parasozialität. Jule Jankowski holt sie aus der Ecke der Paartherapie mitten hinein ins Good-Work-Prinzip der gelungenen Beziehungsgestaltung. Warum mehr Ehrlichkeit befreit — und wie man sie sagt Wir leben, so Johanna, in einer Misstrauensgesellschaft: fluide Beziehungen, wenig Belastbarkeit, wenig Vertrauen in Arbeitgeber und Politik. Ihr Plädoyer ist trotzdem nicht das der schonungslosen Radical Honesty. Sagt die Dinge, aber sagt sie freundlich und so, dass sie genommen werden können. Das Unterbewusste erkennt ohnehin, was los ist. Ihr Credo: Lieber aussprechen, was man meint, als es in impliziten Mechanismen unterlaufen zu lassen. Der Konsensmantel und die erkennbare Führung Besonders scharf wird ihr Blick auf hyperreflektierte Milieus, die korrekt sprechen, aber auf Handlungsebene ein Gap haben. In Firmen wie in Familien entsteht so eine Gewalt unter dem Konsensmantel: Verantwortung wird diffus, das Kind — oder die Mitarbeiterin — bleibt mit dem Gefühl zurück, selbst falsch zu sein. Johannas Gegenentwurf ist die erkennbare Führungskraft: barmherzig, aber mit klarer Linie. Nicht Co-Existenz, sondern Haltung. Wir binden uns an die Figuren im Endgerät Das parasoziale Selbst baut sich daraus auf, welchem Feedback wir folgen. Die Menschen im Handy werden zu signifikanten Bezugspersonen, manchmal sogar wichtiger als Freunde, Familie oder öffentliche Medien. Übertragen auf die Arbeit heißt das: remote ja, aber Menschlichkeit kostet etwas. Echte Begegnung und auch informeller Austausch sind essentiell. Nur so merken wir, dass hinter der glatten Wand ein ganzer Mensch mit Seele sitzt. Worüber wir noch gesprochen haben:
- Duschen als Diagnose: Wie die Zuwendung zum eigenen Körper viel über Führung und Intimität erzählt
- Override statt Konsens: Warum die Big-Data-Studie mit der TU München zeigt, dass das deutliche Nein am seltensten gehört wird
- Zero Meeting Policy: Warum Degens eigenes Business keine Meetings kennt, aber Kanufahren verordnet
- Ekstase auf Rezept: Was passiert, wenn Studierende vier Monate lang wieder analog leben müssen
Ein Gespräch, das mit der Sexualtherapie beginnt und beim Kern guter Zusammenarbeit landet: bei der Frage, wie wir Menschlichkeit nicht verlieren, wenn alles fluide, digital und ökonomisch unterlaufen wird. Klug, warm, unideologisch — und mit dem Versprechen auf eine zweite Runde. *Interview: Jule Jankowski*Interview: Jule Jankowski
Weiterführende Links
➡️ Uni Flensburg ➡️ Teach Love ➡️ Johanna Degen auf Instal ➡️ Teach Love auf Insta
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Transkript anzeigen
00:00:00: Das Gehirn hat keine Schranke eingebaut, nicht all das zu tun was man in jeder Beziehung tut nur weil es online mediiert ist.
00:00:09: Das ist die Signifikanz von parasozialen Beziehungen.
00:00:12: Wenn man zwei drei vier fünf sechs Influencerinnen folgt und da jeden Tag die Stories guckt dann werden dass die signifikanten Bezugsperson für einen im Leben.
00:00:24: Wie gehen wir in sinnliche Aushaltungen und merken, dass am Leben ja gar nichts langweilig ist?
00:00:29: Nichts.
00:00:30: Sondern die ganze Zauberei direkt vor unserer Nase!
00:00:32: Wir haben nur gelernt richtig doll weg zu gucken.
00:00:41: Hallo und herzlich willkommen bei Good Work, dem Podcast für gute Zusammenarbeit und für zukunftsfähige Arbeitskultur.
00:00:48: Mein Name ist Juli Jankowski und ich begrüße euch hier zu einer neuen Runde – eine Runde die mal wieder so richtig in der Mitte von Good Work ist nämlich!
00:00:56: In unserem ersten Good Work-Prinzip.
00:00:58: für die treuen Hörerinnen und Hörern ist das nichts Neues.
00:01:00: für alle anderen auch nochmal ein herzliches Willkommen.
00:01:03: wir reden hier ganz oft von Good work Prinzipien und eines davon lautet Die gelungene Beziehungsgestaltung Und diesem Thema wollen wir uns heute mal aus einer Perspektive widmen, die ich sage mal mindestens ungewöhnlich auf jeden Fall eine Premiere hat hier bei Good Work.
00:01:20: Wir kommen nämlich aus der Ecke der Paar- und Achtungsexualtherapie und gehen dann aber in das gesamte Feld der Beziehungsgestaltung.
00:01:29: also nicht dass ihr denkt das wäre der Servicetal von Good Work wo wir auch mal andere Lebensphasen ausleuchten.
00:01:36: Nur es gibt da einen Mensch, eine Frau die ich kennengelernt habe.
00:01:40: einem Kongress.
00:01:41: Und sie hat mich, ich kann es sich anders sagen in den Bann gezogen mit ihren Forschung und mit ihren klugen Gedanken.
00:01:47: Sie wird die gemeinhin als Frau Dr.
00:01:49: Tinder beschrieben.
00:01:50: Sie ist medial sehr präsent.
00:01:52: und was sie über das Thema Beziehungsgestaltung gesagt hat wie gesagt aus dieser Ecke kommend aber doch mit einem sehr breiten Blick.
00:01:59: Da habe ich gesagt dass brauchen wir unbedingt für Good Work!
00:02:02: Wir reden heute mit Dr.
00:02:03: Johanna Degen.
00:02:05: Sie is promovierte Sozialpsychologin Expertin für Liebe und Lebensangelegenheit.
00:02:10: das ist ganz wichtig.
00:02:11: Also es geht sehr, sehr breit bei ihr zu und was sie alles treibt...was sie alles macht, was sie alle erforscht, wird sie uns gleich selbst erzählen.
00:02:18: Jetzt sage ich aber erstmal Hallo liebe Johanna!
00:02:21: Schön dass du hier bist bei Good Work!
00:02:24: Hallo ja, ich freue mich auch sehr hier zu sein.
00:02:28: Wir werden gleich mal gucken wo wir starten oder mit unserem Thema und nachdem ich dich schon so ein bisschen gerahmt habe, wird die erste Frage vielleicht unsere Hörerinnen und Hörern besonders interessieren.
00:02:39: Nämlich wie bist du in den Tag gestartet?
00:02:43: Mit Therapie-Sessions.
00:02:45: Erst hab ich meinen Instagram gepflegt.
00:02:48: Ich bin ja auch eine parasoziale Figur.
00:02:51: Ich trabe da für ne Wissenschaftlerin viel unterwegs, versuche Wissenschaftskommunikation zu machen Über die ja über die studien zu erzählen wo man ja vielleicht ich sag immer Ich kann ja viele paper schreiben mit langen setzen und vielen commas.
00:03:09: aber kommt das dann wirklich an?
00:03:12: Haben wir gemerkt nein, ich weiß nicht ob du das weißt aber es dauert circa im schnitt zwanzig jahre Bis die theorie in der praxis landet.
00:03:20: Das hat mich genervt.
00:03:21: Ich bin sehr ungeduldiger Und dann habe ich dass quasi selber in den handgenommen wo es geht oder freue mich eben auch wenn dass Menschen mit Reichweite gibt, die das in die Hand nehmen und dabei unterstützen.
00:03:34: Ich hab erst Wissenschaftskommunikation betrieben im Internet.
00:03:38: Und dann hatte
00:03:39: ich
00:03:39: ein paar Sessionen.
00:03:40: Da ging's auch um Kommunikation.
00:03:42: Jetzt bin ich hier.
00:03:44: Sehr schön!
00:03:45: Und ich find es wunderbar, dass du die Welten zusammenbringst.
00:03:49: Ich beobachte ... Dass das Allenthalben passiert in den sozialen Medien.
00:03:53: Du bist sicherlich eine sehr sichtbare Person dafür für das Thema Parasoziale selbst lautet ja auch ein Thema, mit dem du viel unterwegs bist.
00:04:02: Es gibt auch im Bereich Politik viele Übersetzerinnern kluge Menschen die wirklich sehr abstrakte, sehr tiefe Gedanken so verdauber machen dass es wirklich auch in die Breite kommt und das ist ja total wichtig oder?
00:04:15: Total wichtig.
00:04:17: Also es ist ja an den Unis, kann ich mal ein bisschen gossipen auf?
00:04:19: Ja!
00:04:20: An den Unisen wird ja gesagt das er wünscht Wissenschaftskommunikation und Medien sind wichtig.
00:04:26: wenn man es dann macht, kann nicht zumindest aus eigener Erfahrung erzählen Gibt's auch viele gemischtes Feedback oder mal einen gehässigen Kommentar, so was wie im Senat.
00:04:38: Wo ich im Senaat vertreten bin in der Uni und dann gesagt zum Beispiel ach der Medienhase ... O
00:04:45: Gott des Welten!
00:04:46: Na warst du im Trash TV?
00:04:48: Die Trash-TV-Königin?
00:04:49: Und da kann ich mal sagen das war nach einer Artedokum.
00:04:52: Nee.
00:04:55: Da merkt man ja, da spielen sich eigene Themen ab denke ich auch manchmal an, Mann.
00:04:59: Ich verstehe es auch weil manche Themen sind eben gefälliger oder manchen fällt's auch leichter oder manche üben mehr ist auch in einfachen Worten zu sagen oder engagieren sich da auch.
00:05:10: Es ist ja auch eine Frage der Zeit.
00:05:11: wo liegt mein Fokus?
00:05:12: Ist das einfach zeitaufwendig dann in die Wissenschaftskommunikation zu gehen?
00:05:16: und dann glaube ich springt bei manchen auch das Ego an oder das Bedauern dass man das nicht gemacht hat, dass die eigenen... Dass man nach seiner energieeffizienten Windmühlentechnik nicht ganz so viel gefragt mit wie nach Sexualität.
00:05:30: Und das kann ich auch richtig gut verstehen und versuche, weich und beim Herz sich zu bleiben und es nicht persönlich zu nehmen.
00:05:37: Aber es hat schon ab und zu gekratzt!
00:05:39: Boah, da bist du aber echt groß!
00:05:40: Also ich denke gerade an meinen lieben Kollegen und auch Freund Dr.
00:05:44: Hans Rusinek der sich als Precademic bezeichnet für Arbeitsforschung und er genau diese Welten versucht zu verbinden.
00:05:52: und er sagt, wenn es nur ein sehr populäresenschaftliches Buch veröffentlicht also nicht so diese gängigen Studien dann ist das manchmal akademischer Selbstmordregelrecht, weil es so beschossen wird.
00:06:04: Das ist jetzt natürlich ein bisschen hart auf den Punkt gebracht.
00:06:07: aber was du beschreibst, ist natürlich schon auch spannend.
00:06:10: vielleicht machen wir noch mal so ein paar Schleifen um das Du forscht seit Jahrzehnte an der Universität Flensburg zu unter anderem mobilen Dating-Applikation, deswegen.
00:06:22: daher kommt vermutlich diese Dr.
00:06:24: Tinder.
00:06:24: damit parafrasiert man das was du tust und es ist ja nur ein
00:06:28: Teil.".
00:06:29: Ich bin mal ein bisschen in deine Vergangenheit gestiegen und hab dann entdeckt, du warst ja auch irgerichtig in der Businesswelt unterwegs.
00:06:37: Also du hast eine Hotelausbildung, warst acht Jahre im Management in Kopenhagen.
00:06:42: das war glaube ich was du mir gerade verraten hast auch in der Hotellerie oder?
00:06:46: Ja genau ich war lange im Ausland habe an Fernuniversitäten studiert und bin dann erst zum Doktorat an eine physische Uni quasi so richtig eingestiegen als ich sonst den Studiengängen schon fertig war, hab da gearbeitet und auch gar nicht zu Tinder promoviert übrigens.
00:07:04: Ich habe nämlich zu einem Arbeitsthema promoviert, zu Reverse-Dynamiken im Diversity Management, warum die eigentlich gerade sogar schädlich sind mit dem Ding, das sie anstellen für die Menschen, die sie meinen, zu unterstützen.
00:07:18: Und damals hatte ich mich auch gefreut dass es auch ein bisschen Resonanz bekommen hat den digitalen Themen.
00:07:28: in der Habilitation habe ich mich dann dahingehend weiter breit aufgestellt, aber verbinde auch immer noch die Arbeitswelt mit Wissenschaft.
00:07:35: Ja, der Wissenschaftskommunikation, aber ich arbeite ja auch in eigener Praxis und hab ja auch einen Start-up
00:07:41: gekündet
00:07:42: mit Wissenstransfer also... Ich mische das!
00:07:46: Ganz unbeschämt und ungeniert.
00:07:49: Ungeniert?
00:07:50: Wow!
00:07:51: Und du hast erfunden, wie man aus vierundzwanzig Stunden, sechsunddreißig macht.
00:07:54: Gib's zu Johanna.
00:07:56: Weil das frag ich mich gerade.
00:07:59: Ich glaube auch hat was mit Gender zu tun die Male... gesagt bekommen habt, das geht nicht.
00:08:05: Das ist jetzt wissenschaftlicher Selbstmord.
00:08:07: dann geht das eine nicht, das schafft man nicht ein Start-up neben der Wissenschaft.
00:08:10: Das andere würde da nicht gehen wenn man erst so spät in Anführungsstrichen an die Uni zum Doktorat beginnt.
00:08:17: Das kann man nicht mehr schaffen.
00:08:19: und ich muss sagen macht die Ohren zu und hört nur auf die Leute den Leben führen wo ihr sagt dass will ich selber haben und ansonsten ist der Rest nur Hintergrundrauschen.
00:08:28: Aber würden wir
00:08:29: auch nicht
00:08:30: Ja, wenn wir durch ein tragisches Schicksal jetzt schon unterbrochen werden in unserem Gespräch hätten wir ja schon mal eine knaller Botschaft.
00:08:36: Das stimmt absolut!
00:08:38: Gehe ich voll mit dieses ganze ... alle Sachen es ging nicht und dann kam einer oder einen und hat's einfach gemacht?
00:08:44: In dem Fall du, Johanna.
00:08:47: Wie kam der Sex in dein Leben?
00:08:52: Tja... Ich hab's so gemerkt, mein Mentor sagt immer man kann beim Sex anfangen oder beim Sex aufhören wenn man über die Dinge redet die im Leben wichtig sind.
00:09:04: Er sagt immer ja, ja, so rum oder so rum in der Therapie.
00:09:07: Man kann beim Sexanfang landet beim Lebensthema oder man fängt beim Lebenstehmer an und dann bei der Sexualität?
00:09:13: Oder meine Kollegin, ich glaube Angelika Eck hat selbst gesagt, die sagt immer erzähl mir mal wie du dusch, dann weiß sich, wie du intim bist.
00:09:21: Hängt halt alles zusammen... Stopp!
00:09:23: Das wollen wir wissen.
00:09:25: Ich will das Wissen meiner Hörerinnen und Hörern auch da bleibe ich jetzt mal hängen.
00:09:30: Also ich will mal so sagen, ich hole ein bisschen aus.
00:09:32: Was wir Sex... also ich sage mal Sexualität als sinnliche Aushandlung mit dem Leben und Resonanz.
00:09:38: Und dann macht es auch Sinn was hat denn Sex mit Arbeit zu tun?
00:09:41: Richtig viel!
00:09:43: Eine Managerin die zu Hause immer abgewiesen wird, macht eine ganz andere Führung als einer die sich eingebettet fühlt.
00:09:50: Jemand...und da kommen wir zu diesem Duschen jemand.
00:09:54: Es erzählt uns ganz viel, wie sich jemand seinem eigenen Körper zuwendet.
00:09:58: Wie viele Zeit nimmt sich die Person für sich?
00:10:00: Ist das sehr viel Zeit während an der Tür die Kinder klopfen und schreien?
00:10:05: oder rutscht man nur so durch die Dusche und seift sich mindestens die Füße schon nicht mehr ein?
00:10:10: Und auch in der Zuwendung zum eigenen Körper zeigt sich ein bisschen, wieviel Raum wir in einer eigenen Erotik geben.
00:10:16: Und Erotika jetzt gar nicht im Sinne von ...
00:10:19: Na Paarbezogenheit!
00:10:21: Wie ernst nehme ich mich?
00:10:23: Wie berühre ich mich?
00:10:25: Und wie kann ich dann, wenn ... Wie ich mich beruhre auch in Berührung mit anderen gehen.
00:10:28: Erzählt einfach unendlich lange Geschichten und ich bin der Meinung meiner Mentorin die gesagt hat daran erzählt sich so viel.
00:10:37: Wenn jemand kommt und sagt, ich hab ein Problem im Bett fragen wir ganz viele Dinge.
00:10:39: Wie läuft's auf der Arbeit?
00:10:41: Wie läuft es mit dem Duschen?
00:10:43: Wie seifen Sie sich eigentlich einen?
00:10:46: Wie essen sie?
00:10:47: Wie sinnlich nehmen sie den Büffelmozzarella wahr in ihrer Konsistenz weil das alles zusammenhängen.
00:10:53: Was machen wir aus den fünf Minuten, die wir auf dem Planeten haben?
00:10:57: Wie gehen wir in sinnliche Aushaltungen und merken das am Leben ja gar nichts?
00:11:01: langweilig ist?
00:11:02: Nichts!
00:11:03: Und dann die ganze Zauberreihe direkt vor unserer Nase.
00:11:05: Wir haben nur gelernt richtig doll weg zu gucken.
00:11:08: Oh wow, ja das stimmt.
00:11:10: Die ganze Zaubereihe vor der Nase und da sind wir im Prinzip.
00:11:13: was du beschreibst es hat natürlich auch etwas mit Selbstführung zu tun.
00:11:18: wie gehen wir mit dem eigenen selbst um?
00:11:22: Ich staune hier manchmal, wie schwer es ist.
00:11:27: unter Umständen fallen kann, Bezüge herzustellen.
00:11:30: Für mich ist der Bezug zu dem was wir mit der Überschrift Arbeitswelt fassen sehr klar und ich bin froh dass du da bist.
00:11:37: noch vielleicht ein letztes was man noch ergänzen könnte zu deinem biografischen Fakten.
00:11:44: es gibt dieses Wissens-Transferprojekt Teach Love.
00:11:47: vielleicht magst Du dazu nochmal etwas sagen weil das erklärt auch noch mal bisschen wie Du so unterwegs bist.
00:11:54: Ja, gerne.
00:11:55: Das hat ja angefangen damit... Also eigentlich haben die Studis uns gezwungen und die Studies haben gesagt hey in diesem Seminar habe ich ja was gelernt das müssten eigentlich alle wissen.
00:12:03: Wir brauchen sofort Bildungsformate.
00:12:07: Das wissen die an den Schulen alles nicht, also ich bin an einer Universität, die auch Lehrkräfte ausbildet und die haben dann bei mir Psychologie.
00:12:14: In Flensburg?
00:12:15: Genau.
00:12:15: Und das psychologische
00:12:16: Wissen ist in den Unis nicht... Ich weiß jetzt von Schule nicht viel aber ich weiß viel von Menschen und zum Beispiel Lehrkräftegesundheit oder auch von sexueller Bildung
00:12:25: z.B.,
00:12:25: was das ein Leben lang für uns bedeutet.
00:12:30: Und dann kam die Pandemie und dann haben wir so ganz hilflos, also noch nicht sehr professionell Videokurse aufgenommen mit diesen Inhalten.
00:12:39: Und zur Verfügung gestellt auf einer Plattform und dann wurden wir nie da gerannt dass der Server zusammengebrochen ist.
00:12:45: Jetzt
00:12:45: im Ernst?
00:12:46: Ja!
00:12:47: Die Presse hat's interessiert, die Menschen hat es interessiert und seitdem jagt mich dieses Projekt.
00:12:52: Also man kanns nicht anders sagen.
00:12:54: Jetzt stecken wie im Reason-Relaunch... Wir machen natürlich jetzt Zum X-Ten mal alles neu und es ist wirklich eine Wissenstransferplattform geworden, die mich auch sehr berührt.
00:13:03: Eine Riesencommunity.
00:13:06: Diese ganzen Instagram Aktivitäten sind daraus entstanden.
00:13:09: wir machen gar nicht mehr nur Lehrkräfte sondern alle sozialen Berufe aber auch Führungskräfte Fortbildungen Startups.
00:13:18: also es geht wirklich in alle Bereiche rein.
00:13:20: Wir bilden inzwischen aus als Lehrtherapeutinnen und Lehrtherapeuten Zum Beispiel zum Thema Parasozialität, also wie kann man denn jetzt online gelungen kommunizieren?
00:13:31: Was bedeutet es für Therapie und Beratung.
00:13:33: Wie kann ich Menschen begleiten aber auch für Eltern?
00:13:35: was mache ich jetzt mit meinem Elfjährige Sohn, wenn er anfängt, Pornos zu gucken.
00:13:40: Wie ist die Rechtslage?
00:13:41: Und genau also eigentlich wie kann man das denn zusammenfassen?
00:13:45: Psychologie to go für alle, die jetzt nicht ein ganzes Psychologiestudium hinlegen können und dann themenspezifisch und da immer geballtes Wissen und immer von den Menschen jetzt auch sehr viel von mir aber auch von anderen Leuten, die zu diesen Themen forschen um dieses zwanzig Jahre Gap zu überspringen.
00:14:02: Also wir haben ein paar Prinzipien es muss humanistisch sein Es muss pluralistisch Keine ideologische Aufladung, Moral und Normativität bei uns muss pluralistisch sein.
00:14:13: Und es muss edgy-und neu sein.
00:14:15: also ist immer empirisch basiert keine ausgedachten Dinge oder
00:14:20: Behauptungen
00:14:22: Sondern wir ringen an den Problemen die jetzt gerade akut sind und machen damit finde ich total agil kompetent.
00:14:30: Ich finde und das trägt mich auch ich find's super spannend hab sogar Das macht man ja nicht.
00:14:36: An alle, die das wissen in der Wissenschaft haben sogar meinen Fokus an der Innerwissenschaft.
00:14:40: Zeitweise reduziert und um da in dieses Projekt rein zu buttern.
00:14:44: Und habe es nicht bereut.
00:14:46: Wieder mal so einen, das macht man doch noch
00:14:49: nicht.
00:14:49: Warum eigentlich nicht?
00:14:50: Wenn man in der Wissenschaft ist, wo kann man nur das machen?
00:14:52: und das nie?
00:14:53: mit niemandem muss nichts reden.
00:14:55: Und das übrigens stimmt nicht weil ich hab gelernt... Ich bin ja an der Uni nicht an einer Fachhochschule aber es ist schon ein bisschen wie Zahl.
00:15:01: jetzt bin ich mal ein bisschen gemeint.
00:15:02: darf ich ein bisschen... Du darfst
00:15:04: total gemein sein Johanna!
00:15:05: ...
00:15:05: die Institute wo noch?
00:15:08: Ja, das sind alles Psychologinnen und Psychologen.
00:15:10: Die sind ja auch gut aber teilweise haben die nie...die sind nicht therapeutisch ausgebildet sozusagen in ihrer eigenen Profession wie gearbeitet.
00:15:18: Das ist ein bisschen scary für mich.
00:15:20: Ich erne
00:15:21: total viel daran, dass ich nenne das immer Zooming in and Zooming out.
00:15:25: Ich schreibe einen Buch mit Konzepten und wieder.
00:15:27: mein Mentor hat immer gesagt eine Theorie ist nur gut wenn sie praktisch ist.
00:15:31: dann gehe ich ins Einzel-Setting wie heute Morgen, ringe mit den Menschen an die Dinge die Sie wirklich bewegen und geh dann wieder raus und schreib darüber.
00:15:39: das finde ich richtig wichtig und eigentlich nicht zu überspringen.
00:15:45: Weil sonst hat man so diesen eigenen Diskurs über Dinge, man schreibt diese langen Sätze mit vielen Kommers und weiß gar nicht mehr genau was im Subjekt wie wir sagen los ist.
00:15:54: Und ich fühle mich davon schon beflügelt und auch so getrieben.
00:15:58: Ich finde immer so wer kann der Muss?
00:16:02: Ja, mich berühren die Einzelgeschichten und dann was ist die größere Bedeutung dahinter?
00:16:07: Und sich dann auch wirklich konkret wirksam zu fühlen.
00:16:09: Das ändert jetzt etwas!
00:16:10: Wir ändern was an Schule.
00:16:12: Wir finden ein Gap in der Wissenschaft.
00:16:14: Wow, sexuelle Bildung ist aus der Kontrolle.
00:16:17: Wir gehen in die Schule und arbeiten mit den Dingen, die sie brauchen.
00:16:20: Und das war übrigens auch noch mal anders als wir uns ausgedacht hatten an der Uni.
00:16:24: also dass es doch eigentlich finde ich Ich will mich niemals moralisch überhöhen, aber ich habe das Gefühl, dass es richtig ist.
00:16:32: Es fühlt sich perfekt an!
00:16:34: Es fühlt sich stimmig an, es macht hochgradig Sinn.
00:16:37: und ich sage gerne an der Stelle auch eat your own Dogfood.
00:16:40: Weil wenn du wirklich nur in deinem eigenen Kopf, in deinen Konzepten, in den Theorien unterwegs bist, kommst du auf sehr kluge Gedanken legst die vielleicht doch sehr tief weil du dich ja intensiv damit beschäftigst.
00:16:51: Nur welche Wirksamkeit ist wirklich entfacht?
00:16:55: Und das spürst du erst in der Anwendung.
00:16:57: also von daher nur dass eine ohne das andere.
00:17:01: Also vielleicht macht es Sinn, dass man das auch nicht in einer Person inkorporiert.
00:17:06: kann das total gut nachvollziehen.
00:17:08: Und deswegen würde ich sagen, gehen wir mal ein bisschen in die Praxis und nicht mehr so.
00:17:11: drei Fokie vorgenommen für unser Gespräch heute.
00:17:14: mal gucken ob wir uns disziplinieren können wie beide miteinander oder auf uns vielleicht wo ganz anders hin trägt.
00:17:21: also das erste Thema.
00:17:23: auch wieder habe ich bei dir reingelauscht in das Thema Ehrlichkeit.
00:17:28: Grammt war es in diesem.
00:17:29: ich glaube es war ein Podcastgespräch auch auch wieder Beziehungs-Ebene paar Beziehungsebene.
00:17:37: Ich glaube, da können wir aber eine ganze Menge auch für die Arbeitsbeziehungen lernen.
00:17:41: Vielleicht ist das gar nicht so unterschiedlich wie wir vielleicht intuitiv denken?
00:17:46: Was wäre denn dein Take zum Thema Ehrlichkeit?
00:17:51: Bist du in der Fraktion derer, die sagen es braucht viel mehr Ehrlichkeit?
00:17:56: Wir bleiben erst mal noch bei einer Paarbeziehung oder wo du sagst naja Manchmal schummeln kann auch ein Ausdruck von Liebe und Zuwendung sein.
00:18:05: Boah, jetzt geht's los!
00:18:07: Jetzt geht
00:18:07: es los, schnallt euch an, Hörerinnen und Hörers.
00:18:09: Das
00:18:10: hat viele Facetten.
00:18:12: also das erste ist was ich dazu sagen möchte man kann Ehrlichkeit auch missbrauchen und die ausagieren und jemand anderen überfrachten und Regulationen einfordern und unhöflich seien und gemein.
00:18:26: und ich sag immer andere Verletzten hat nie einen Vorteil.
00:18:32: Also es gibt nicht die Situation, wo ich jemandem so zurückverletzt hab das derjenige sagt ach jetzt versteh' ich was ich dir angetan erfolgt um.
00:18:39: Das ist immer gesehen und deswegen sage ich mal dieses... dass Fiese darf auf jeden Fall weg.
00:18:45: Sache's so, sag's doch auch ich auch immer.
00:18:48: sagen sie's so.
00:18:48: Sagen Sie's ihrer Frau oder ihrem Mann oder ihrem Vorgesetz.
00:18:51: Das egal!
00:18:51: Ich bin ja auch viel in der Arbeitswelt unterwegs.
00:18:54: Sragen sie's freundlich und sodass es auch genommen werden kann war ich im Ton hart in der Sache.
00:19:04: Und dann finde ich, wir haben auch so eine Tendenz, so eine tyraneide Innerlichkeit.
00:19:09: Ich habe auch in einer Praxis und in einer Forschung sehr viel Gentila die sehr viel kommunizieren und super reflektiert sind.
00:19:16: wo ich manchmal denke wow!
00:19:19: Aber die haben zum Beispiel ne totale Konsensthematik und zwar dass sie den nicht gut hergestellt kriegen.
00:19:25: also diese sind so im Kopf, die sprechen korrekt Die sprechen ja schon fast mit psychologischem Vokabular und der Projekt.
00:19:33: Aufmerksam, aber auf Verhandlungsebene sehen wir ein Gap.
00:19:37: Und die stehen sich fast wie selbst im Weg.
00:19:39: Da müssen wir fast weniger reden, da müssen wir wieder ins Vorwärtsscheitern kommen.
00:19:46: Handlungen ausprobieren fühlen markieren korrigulieren im körper mal weniger besprechen.
00:19:54: wir können uns nicht selber überholen.
00:19:55: durch eigenanalyse sage ich mal und da denke ich manchmal interessant die müssen mal ins handeln gehen und in ins fühlen und ins machen.
00:20:07: und da würde ich mich auch nicht von so einer ist sowieso ja so eine falle von eloquenter Sprache blenden lassen.
00:20:14: Das ist ja auch übrigens ein Abwehrmechanismus zu intellectualisieren.
00:20:19: und da denke ich manchmal, ach sag das doch mal einfacher und sag mal vom Fleck weg aber auch ein bisschen redet weniger.
00:20:25: also das
00:20:25: stimmt auch.
00:20:27: Und dann final denke ich bin so ein bisschen.
00:20:30: Ich mag diese Radical Honesty Kurse nicht immer und nicht so sehr Aber viele Ideen von denen schon Weil ich sage immer, wir leben ja in einer Misstrauensgesellschaft.
00:20:42: Wir haben das Gefühl unsere Beziehungen sind nicht sehr belastbar.
00:20:44: Wir vertrauen auch unseren Arbeitgebern nicht.
00:20:46: Das hat sicher alles geändert.
00:20:47: Alles ist fluide und wenig belastba...
00:20:50: Prüchig, ja.
00:20:51: Es gibt ökonomisch-neoniberal
00:20:52: Unterlaufen und wir haben neue Formen von Entzauberung und Depression, Neoniihilismus.
00:20:57: also so der Glaube nichts macht Sinn, nichts bedeutet was.
00:21:00: oder Hikikomori.
00:21:02: in Asien ist das starker sozialer Rückzug und diesen sehr bedeutsam und wachsen und korreliert übrigens mit Aufenthaltszeit im Internet dem lieben Internet.
00:21:11: aber wir würden jetzt nicht mehr sagen klar vertraue ich meinem Arbeitsgeber da lege ich meine rentendären Hände.
00:21:16: never.
00:21:18: Jeder ist hyperindividualisiert und auf sich gestellt.
00:21:22: Und gleichzeitig erkennt das Unterbewusst am Ende doch fehlerfrei, wenn es nicht pathologisch verzehrt ist... ...und dann wissen wir eigentlich was los ist!
00:21:34: Da mag ich diese Radical Honesty-Idee sagt's lieber!
00:21:40: Weil die Leute wissen, die Menschen, die ganzen aktuellen Erschöpfungszustände – wir forschen auch viele in Malaysia aber auch bei uns.
00:21:47: Diese aktuellen Eschöpfungszustände zur Welt liegen daran, dass man das Gefühl hat, Produkte sind nichts mehr wert.
00:21:53: Die werden noch gar nicht produziert damit, dass sie was wert sind.
00:21:55: Ich werde nur hintergangen und ausgenommen.
00:21:59: Meine Beziehungen sind von einem Business Case unterlaufen.
00:22:02: da werde ich utilisiert.
00:22:03: wenn ich meine Sexualität ausleben will, soll ich bei OnlyFans dafür Geld bezahlen?
00:22:07: Und wir sehen in der Forschung so eine ganz wachsende, aber leise subtile Demütigung in diesem, wir nennen das Technoforderlismus.
00:22:17: Also wir haben jetzt so eine Fragmentierung des selbst was sich an einzelnen Bühnen gegen Bezahlung befriedigen soll und es ist demütigend.
00:22:25: Und wie fühlen dass sowieso ne Welt voller unehrlichkeit ist?
00:22:29: Politik überwärfe.
00:22:30: wer vertraut schon noch der politik?
00:22:33: Wer vertraute den Nachbarn Viel mehr Ehrlichkeit und das ist oft auch in der Therapie übrigens, dass was total befreilt.
00:22:40: Die Ehekrise kommt ja nicht.
00:22:42: und dann sagt einer Nee ich meinte es nicht so sondern die Befreiung in der Krise ist.
00:22:46: Ich meinte isso!
00:22:47: Ich war gemeint zu hier weil ich wütend bin.
00:22:50: Ich habe Résentiment.
00:22:51: Ich meintet die Affäre so.
00:22:53: Affären kann man zum Beispiel nur verzeihen oder in der Regel eher verzahlen wenn die Person sagt Nicht das war nichts, es hat nichts bedeutet.
00:23:02: Sondern wenn die sagt, dass hat mir was bedeutet und zu Erfolgen ist.
00:23:05: der Schmerz den ich dir zugefügt habe tut mir leid aber Die Affäre hab ich schon ein bisschen so gemeint Das kann man verzeihen.
00:23:13: also da würde ich sagen redet ehrlich über das was
00:23:18: Hochspannende Differen sind.
00:23:19: Da waren jetzt so viele Punkte drin Johanna.
00:23:21: Ich versuch mal im Geist zu recapitulieren Dass wir hier nochmal so ein paar Dinge noch einmal fassen.
00:23:26: ich fand hoch spannend einen ersten Einstieg mit dem Thema Konsensorientierung, gerade der jüngeren Zielgruppen auf der einen Seite und dieses Hyperintellektualisieren.
00:23:36: Weil das ist exakt... Ich glaube ich habe das auch so auf dem Punkt noch nie gehört.
00:23:39: wie von dir, dass ich denke wow welche klugend tiefen Gedanken sich diese Menschen stellen und sich dann aber doch wieder ohne da jetzt wirklich in so ein D- oder in so'n Othering zu kommen sondern wirklich auf der eine Seite dieser tiefe Intellektualität und auf der anderen Seite aber doch mit dem Wissen nichts richtig anfangen bewirken zu können.
00:24:02: Und du machst den Punkt, dass es was mit dem Konsens zu tun hat.
00:24:05: Das heißt das man also ringt mit diesen widersprüchlichen Tiefen belastenden vielleicht Gedanken oder die man nicht aufschlüsseln kann sich aber dann eher in eine Harmonie flüchtet.
00:24:15: ist das richtig?
00:24:16: Ja ich kann das mal versuchen an einem Beispiel greifbar zu machen.
00:24:21: Früher war das so, jetzt kriegen ja auch die ersten von diesen super reflektierten Paaren ihre Kinder und versuche ich auch immer diese neue Gewalt zu erklären.
00:24:33: Wenn sie dann in ihren familiären Krisen landen und die landen in krassen familiären Kriesen.
00:24:38: Früher hat man gesagt du musst zu dem Kind, du musst da Wochenende zu Oma und jetzt kannst du mich dafür hassen dass du ein guter Junge und machst eine klare Linie.
00:24:47: Man musste das machen und man konnte die Mutter dafür hasse oder den Vater.
00:24:51: Und dann hat man das gemacht und gelernt, dass die Pferdeverantwortung ist.
00:24:54: Heute sagt man du bist frei, du kannst machen was du willst.
00:24:58: Möchte aber trotzdem, dass das Kind ein guter Junge ist und zu Oma geht... ...und zwingt über implizite Mechanismen?
00:25:05: Was mache ich dann?
00:25:06: Dann zwinge ich das Kind dazu es wollen zu müssen obwohl's das nicht will!
00:25:10: Das gibt eine ganz schräge Verdrehung im Selbst.. ..und es kann niemandem dafür hassen außer sich selbst.
00:25:18: Und
00:25:19: da an diesem Beispiel wird das deutlich.
00:25:21: Man versucht Konsens herzustellen, aber man will ja auch eigene Sachen...
00:25:26: Nach meiner Vorstellung!
00:25:28: ...eigene hässliche der gelingt halt meistens nicht ohne Begleitung weil ich bin ja super konsensuell und will gar nicht gewaltvoll sein.
00:25:35: und dann bin ich genau das was sich nie sein wollte.
00:25:38: es passiert uns ja leider oft Und wir sehen das in der Sexualität auch gut.
00:25:43: Gerade diese, es gibt viele in den Studien von ich sage mal in Anführungsstrichen neuen Männern die sehen super süß aus haben T-Shirts anders steht nur Sexism drauf und blau nagelagt.
00:25:54: Wir reden mit denen darüber wie's im Sex läuft und dann sagen werden wieder so Fragen weil wir fragen so in diesen immer raffer werdenden Praktiken Hast du denn schon mal einfach weitergemacht, wenn jemand die eigentlich nein signalisiert hat?
00:26:10: Und dann sagen sie ja klar.
00:26:11: Ja und Dann ist sehe ich auch die Krise im selbst weil das passt nicht
00:26:18: zu dem idealen Bild was man von sich hat.
00:26:21: und dann sind die total geschockt und Ist auch richtig fragil Weil wir haben ja auch unter dem, unter diesem expliziten Diskurs alles ist so super konsensuell.
00:26:33: Ist uns übrigens neue sexuelle Gewalt komplett abgerutscht!
00:26:36: Wir haben jetzt gerade eine riesige Big-Data-Studie also nicht nur Paar Interviews aber auch nicht hundert sondern Big Data Studie gemacht mit der TU München und da wurde gezeigt dass in Neunzig Prozent der Fälle, wenn man also sexual refusal bei der Sexualität sagt das möchte ich nicht machen.
00:26:57: Neunzig Prozent wird beantwortet mit Override also weitermachen entweder dass oder was anderes?
00:27:03: Also wir sagen so Was beim Sex noch gemacht wird fängt beim Nein an.
00:27:08: Wir haben keine supertolle Nuancierte Konsenskultur.
00:27:13: wir haben einen konsens kommunikativen Diskurs aber die praktik ist gar nicht so konsensuell.
00:27:20: Und das Interessante ist, dass die Studie gezeigt hat.
00:27:23: Je expliziter das Nein war, desto mehr ist der Override.
00:27:27: In
00:27:28: Form von Handlungen oder Argumenten?
00:27:30: Hat
00:27:30: das Nein denn deutlich?
00:27:32: Haben das Problem nicht erfasst!
00:27:34: Das bessere Nein ist das, was so körperlich gemeint wird und subtil kommuniziert.
00:27:42: Das ändert ja alles,
00:27:42: ne?!
00:27:45: Ja genau, dann kommt es eher zum Austausch von Argumentn- oder von Handlung.
00:27:52: Man hat es wie voneinander entfremdet.
00:27:55: Wir haben einen argumentativen Diskurs, so wie mit Techniknutzung.
00:27:58: Da sagen wir alle ja nein das ist alles schlecht toxisch und sehr gefährlich.
00:28:04: aber auf der Handlungsebene benutzen wir's immer mehr.
00:28:06: Wo Sie
00:28:06: gerade sagen wir gucken bei Chachibitina auch wie gefährlich KI ist?
00:28:11: Ja
00:28:11: sozusagen genau!
00:28:12: Und das ist ein bisschen entkoppelt Es ist ein bisschen und in Beziehung ist das ja eine negative Beziehungsdynamik.
00:28:18: Wenn sich jemanden haben, der das eine sagt, dass andere macht, da darf man gerne zu einer Therapeuten gehen.
00:28:24: Weil das ist sozusagen immer ... Das Schwierige ist nicht Destruktives.
00:28:28: handeln, wenn jemand sagt ja ich kann das nicht lassen und ich mache es auch so.
00:28:32: Damit kann man viel besser arbeiten als jemand der immer was ganz anderes sagt als die Handlung sagt.
00:28:37: Und da dürfen wir sozusagen daran arbeiten dass das wieder besser zusammenpasst und das würde auch das Unterbewusstsein ein bisschen entspannen und dann wäre wie bei der Ehrlichkeit das irgendwie angenehm.
00:28:48: Also angenehmer mit jemandem etwas zu machen der sagt Das hier ist meine Vorliebe und ich will die unbedingt mit dir durchdrücken.
00:28:55: Kannst
00:28:55: du machen oder lassen?
00:28:57: Aber es immer wieder versucht!
00:28:59: Genau, und weil dann kommt dieses... Ich glaube nennt man das in der Psychologie nicht auch fast schon in Richtung Doublebinds, weil das sind so widersprüchliche Botschaften, die wir irgendwie miteinander versuchen zu verhandeln.
00:29:09: Und ich würde jetzt mit dir wirklich mal dieses Experiment wagen und das was du hier so eindrücklich aus dem Bereich der Sexualität geschildert hast übertragen auf unser Arbeitslebens miteinander, wenn wir auf so Führungsthemen gucken.
00:29:22: Da haben wir ja auch ganz oft das Phänomen, dass es gerade Führungskräften nicht gut zur Gesicht steht zu sagen also ich führe hier eher nach dem autoritären Prinzip Das was Ich sage wird gemacht ob dies schmeckt oder nicht.
00:29:34: Mit dem Sprech kommt kaum noch jemand um die Ecke oder selten.
00:29:39: und Wir erleben eigentlich eher Menschen in Führungsverantwortung, die sehr um Verständnis werben.
00:29:47: Die sich auf die Mitarbeitenden versuchen einzustellen aber im Grunde tief innen doch einen Bedürfnis haben Dinge zu kontrollieren gerade in angespannten Zeiten Dinge nach ihren Vorstellungen gestalten zu wollen oder gestalten lassen zu wollen Oder exekutieren zu wollen.
00:30:03: und da kommt auch eine ähnliche Dynamik ins Schwingen, oder?
00:30:07: Ich würde sagen es passt das gleiche
00:30:09: der
00:30:10: auch die Gesundheit gefährdet.
00:30:12: Wir haben viele Menschen in der Praxis im Management, die ja auch Verantwortung tragen und dann sozusagen die Handlungen nicht kontrollieren können oder so nicht kontrollierend sollen.
00:30:24: Dann weichen sie auf implizite Mechanismen aus.
00:30:26: Und das ist vorhin schon bei dem Kind versucht habe zu erklären manchmal mitunter sogar gewaltvoller.
00:30:36: Man kann die Führungskraft A nicht so gut erkennen wenn alles immer so implizit ist.
00:30:40: Man kann sich auch nicht darauf verlassen, also ich sage das auch oft Müttern die versuchen... Ich mache eine Analogie, die Mütter, die versuchen so wenig aggressiv wie möglich zu sein aber was sich gezeigt hat ist Wenn sich...wenn Mütte sich auch mal aggressiv zeigen jetzt nicht ungerecht gegenüber Kindern ausagieren Nicht missverstehen, nicht gewalt Aber Aggressionen zeigen erst einmal vorwärts drangen Dann fühlen sich Kinder sicherer weil sie denken meine Mutter kann mich schon verteidigen.
00:31:06: Also Das ist wirklich, wir haben auch Studien gemacht zum Beispiel zu Kündigungsverhalten von Firmen.
00:31:12: Jetzt unter New Work soll ja alles so superkonsensuell und partizipatorisch und demokratisch sein – ich kann es schon nur so zynisch singen!
00:31:19: Weil ist das am Ende nicht?
00:31:21: Sondern es wird dann einfach zum Beispiel, das konnten wir ganz gut aufzeigen an zwei großen Case-Studien von bekannten Berutschenunternehmen die da aber nicht genannt werden wie die dann am Ende.
00:31:30: Leute loswerden durch.
00:31:32: eigentlich kann man so runterbrechen Mobbingstrategien.
00:31:36: Man wird dann gesidelined, niemand ruft einen mehr an.
00:31:38: Man kriegt noch sein Gehalt bis man das nicht mehr aushält.
00:31:41: Ja und man dreht so langsam die Raumtemperatur runter, kenne ich sehr gut.
00:31:45: Und das ist sozusagen unter dem Konsensmantel verpackt?
00:31:48: Und alle wissen es und keiner fühlt sich wohl!
00:31:50: Das sind ja ganz klassische Powermechanismen.
00:31:52: da können wir Foucault mal aus der Tüte raus holen, Panoptikum Alle beobachten alle und wenn ab und zu mal der Hammer fällt, keiner will sein.
00:32:01: Keiner spricht – das war auch das Gleiche in der Diversity-Management-Studie, die wir gemacht haben.
00:32:06: Alle wissen irgendwas funktioniert nicht, keiner sagt's weil man an den Kopf riskiert!
00:32:10: Ein ganzes Managementkonzept mit den ganzen Milliarden, die dranhängen läuft weiter obwohl ALLE die wir gefragt haben sagen, das bringt so nichts?
00:32:19: Weil keiner möchte es öffentlich sagen... Und das sind ja implizite Machtmechanismen in der vollen Ausagierung, bei denen sich kollektiv unwohl sein einstellt.
00:32:29: Dann kann man es auch nicht mehr so meinen.
00:32:30: Man kann dem Arbeitsplatz nicht vertrauen und allen anderen nicht.
00:32:34: Den anderen geht's aber genauso.
00:32:36: Es ist eigentlich wie eine kollektive Krankmachung muss ich sagen.
00:32:42: Ich würde sagen Führungskräfte beim Herzig mit erkennbarer Linie.
00:32:48: Also humanistische, beim Herzige ... Führung, nicht Coexistent.
00:32:54: Ja, danke!
00:32:54: Ich mag das Wort beim Herzenkeit auch.
00:32:57: Es ist ja ein Wort, was du auch öfter mal bringst genauso wie hässlich.
00:32:59: Das finde ich auch sehr schön und das merken wir uns.
00:33:01: Mal machen wir mal Knoten ins Taschento.
00:33:04: Also ich leih mir noch einmal dein Beispiel von dem Kind ... Die traurige Auflösung der Geschichte ging dahin, dass das Kind sich dann selbst verantwortlich macht für dieses ungute Gefühl.
00:33:18: Weil die Mama hat ja so getan als wir alles ganz lieb und schön.
00:33:22: Dann bin ich ja das Problem wenn ich nicht zur Oma will.
00:33:26: Wenn wir uns das mal wieder ausleihen, dieses Beispiel und übertragen es auf den Arbeitskontext wäre auch das Ergebnis ... Wir einen Verhalten beobachten von der Führungskraft, der wir ja gar nicht böse sein können.
00:33:39: Oder dem System was sich ja so konsensuell und menschenfreundlich Menschenzentriert zeigt.
00:33:46: aber wir spülen einfach die Härte, die ist ja nun mal da auf der Verhaltensebene dann bleibt er als Rückschluss nur übrig.
00:33:52: ich bin falsch oder?
00:33:54: Ja, ich bin falsch und auf mich alleine gestellt.
00:33:56: Daraus entsteht kein Team-Spirit.
00:33:58: wenn wir die Studien, die wir gemacht haben auch mit lower Management und Angestellten und auch arbeitslosen Interessanterweise Die sagen alle hey was ist eigentlich los bei euch da oben?
00:34:06: Wir wissen alle worum es geht.
00:34:07: man muss gut sein der beste eine Nische ausfüllen Und ansonsten ist alles kompetitiv.
00:34:13: bitte hört auf das schön zu reden.
00:34:15: Es wäre mal angenehm wenn dass einfach wenn wir darüber reden könnten wie die Dinge sind.
00:34:20: Und alle Nachteile, die man hat muss man selber kompensieren.
00:34:23: Das wissen wir alle und es ist super unangenehm dass das für alle gilt aber man das nicht sagen darf was es einem dann bedeutet weil das wie so ein Tabu ist.
00:34:33: ich sage immer heutzutage jetzt nicht porno gucken tabus sondern darüber reden.
00:34:38: welcher gesellschaft will.
00:34:39: eben das war Weil.
00:34:42: das andere steht schon in den Zeitungen, einer FAZ am Sonntag zum Beispiel.
00:34:47: Es ist ja per se kein Tabu mehr.
00:34:49: und wer trägt dann die Verantwortung?
00:34:52: Das Kind ist gestresst wenn es sich nicht sieht wer die Verantwortung eindeutig trägt und die Angestellten auch.
00:34:59: Und der der die Verantwortung am Ende trägt muss natürlich auch eine gewisse muss man auch sich selbst verantworten, aber auch das Verantworten was im Team passiert.
00:35:08: und dann passieren so lauter unangenehme Projektionen wo keiner mehr weiß woran liegt es denn.
00:35:13: Also eine erkennbare Führungskraft hat eigentlich nur positive Effekte.
00:35:18: Erkennbar!
00:35:19: Das finde ich ein sehr gutes Wort.
00:35:20: Das heißt also wenn wir darum ringen was ist das richtige Maß an Ehrlichkeit?
00:35:24: Dann dürfen wir ja immer gucken, wo kommen wir denn her?
00:35:28: Wo ist denn etwas in einer über Betonung gerutscht.
00:35:32: Und was du sagst, ist ja wir sind eher in einer überbetonten Konsensorientierung und von daher eine Schippe mehr Ehrlichkeit steht uns sicherlich gut zur
00:35:41: Gesicht.".
00:35:42: Er
00:35:42: geht überbetonen ist, aber wir erreichen es nicht unbedingt auf Handlungsebene.
00:35:47: Es gibt ja auch diese ganz neuen Konzepte wo dann das Team entscheidet wer befördert wird.
00:35:51: was ist das für ein Stress unter Kolleginnen und Kollegen?
00:35:55: Dann Team Feedback und dann wird das Gehalt öffentlich verhandelt und ich verstehe schon die Idee dahinter.
00:36:01: Aber und dann aber irgendwo gibt's ja noch eine Führungskraft die das Doppelte verdient und da gibt es sehr viele implizite negative Dynamiken.
00:36:08: Unter aller dieser Transparenz läufts dann doch nicht so sauber ab.
00:36:13: Ja, da gibt es ja auch sehr eindrückliche Beispiele.
00:36:16: Es ist immer spannend so wie du das auch mal hinzuschauen und zu gucken was machen die da?
00:36:21: Und vielleicht können wir uns hier irgendwo ein Prinzip daraus entnehmen und sagen da steckt ein kluger Gedanke drin nur in der Exekution der Übersetzung wird so nicht funktionieren.
00:36:32: Das ist sowieso
00:36:32: das ist das Allerwichtigste!
00:36:34: Wir können viele Ideen haben und oft sind ja die Prinzipien generalisiert.
00:36:37: erst einmal gut aber können wir bitte dabei bleiben Kollektiv vorwärts zu scheitern.
00:36:43: Wir versuchen was, New Work.
00:36:45: jetzt gucken wir uns mal an was hat geklappt?
00:36:47: Was nicht?
00:36:47: weil das ist ja so wie die heilige Kuh.
00:36:49: jetzt darf keiner sagen was nicht funktioniert hat.
00:36:51: wir sind zu identifiziert Wir kamen was probiert.
00:36:55: Jetzt gucken wir ganz systemisch Ganz unemotional
00:36:58: und biologisch
00:36:59: was klappt.
00:37:00: wo gab es negative Effekte?
00:37:02: ok wir entwickeln uns weiter aber wir haben das immer.
00:37:05: somit wir haben im Moment so eine Aufladung und Identifizierung.
00:37:08: Nein, das muss jetzt gelingen!
00:37:10: Und es war ja gut gemeint, deswegen muss es gut sein.
00:37:12: Nee, es war gut gemein.
00:37:15: Aber das Ei ist trotzdem zerbrochen können wir nicht unemotional gucken was wir machen geht auch nicht um Schuld sondern einfach mal so ein empirischer Blick und dann können wir noch etwas anderes ausprobieren ohne dass dann immer geschrien wird.
00:37:30: Backlash und das Konservatismus gar nicht.
00:37:33: Das Progression Es gibt sozusagen einen sozusagen einen progressiven Backlash, wenn wir nicht gucken dürfen was funktioniert hat und das gibt es in vielen Feldern.
00:37:44: Es wird dann moralisch aufgeladen und dann verteidigt sich eine Praxis die nicht mehr gelingt mit dem Argument der ursprünglichen Intention aber wird nicht mehr auf die Praxis geprüft.
00:37:55: also beim Diversity Management ist es super einfach zu verstehen Die argumentieren für ihre Legitimation durch den legitimen Anspruch dass es Gleichbehandlung geben soll.
00:38:04: Ja,
00:38:05: und der Repräsentanz ... Genau!
00:38:07: Aber wir müssen prüfen was macht die Praxis nicht?
00:38:10: ist das philosophische Argument korrekt?
00:38:13: Mhm.
00:38:14: Ohne das gesagt wird man sei gegen Diversity.
00:38:17: Das wird ganz oft gemacht.
00:38:18: jemand sagt ich kritisiere diversity Management.
00:38:20: dann wird gesagt du bist ja also gegen diversity oder rechtsradikal.
00:38:25: ne eigentlich sogar gegenteil
00:38:27: Genau.
00:38:28: Ich bin nur für die Umsetzung und dafür das Konzept, wie es umgesetzt wird auf jeden Fall.
00:38:35: Das gilt auf jeden fall immer!
00:38:37: Und das finde ich dieses Voranscheitern oder Vorausscheitenden ist ja ein zutiefst agiles Prinzip.
00:38:42: also sich immer wieder auszuloten... Wesentlicher denn je.
00:38:47: Ich hab jetzt noch mal so ein anderes Wortpaar für dich, vielleicht kannst du dich daran auch noch mal abarbeiten.
00:38:52: Wahrhaftig oder wahr?
00:38:53: Also es gibt ja ... Oder wahrhaftig und ehrlich weil es gibt hier nochmal die Unterscheidung zwischen das was ich sage muss wahrhaftigt sein oder muss sich alles dass was ich denke sagen?
00:39:06: Und diese Abgrenzung würde mich interessieren wie du darauf schaust.
00:39:15: Hat man es so gemeint, weil die Wahrheit... Was ist schon die Wahrheiten?
00:39:20: Schwierig.
00:39:20: Das kann ja auch sehr subjektiv sein.
00:39:23: und aber das, da streitet sich der ganze Diskurs.
00:39:26: also gibt es sozusagen eine Ursache oder nicht, ist alles dynamisch oder nicht?
00:39:30: Ist eigentlich die Frage von Determinismus und Konstruktivismus.
00:39:33: Ich würde sagen hat man's so gemeind und verantwortet sich dann?
00:39:37: Ich mag das Wortpaar.
00:39:38: Hat man es so gemeint zu dem Zeitpunkt und verantwortet die Konsequenz?
00:39:42: Weil weder nur weil ich's erklären kann, heißt nicht dass die Verantwortung weg ist.
00:39:46: Das ist ja schön und nett das zu erklären.
00:39:48: aber vor allen Dingen finde ich interessant wer verantwortete sich eigentlich in seinem Handeln ohne ihn diese Schuld zu kippen?
00:39:55: jetzt wollen wir alle nicht schuldig sein aber haben totale Angst vor Schuld und deswegen verantworten wir uns nicht mehr.
00:40:02: Man hat es so gemeint, zu dem Wissen was man hatte und verantwortet dann die Konsequenz egal ob's gut oder schlecht gemeint war.
00:40:08: Zu
00:40:08: dem Zeitpunkt unter der Prämisse was ich gemeint habe.
00:40:12: Genau, mein zukünftiges Ich muss immer noch verantworten was ich gemacht hab.
00:40:17: nur weil ich das erklären kann ist die Verantwortung nicht weg.
00:40:20: Das nervt auch in Beziehung.
00:40:21: Was ist denn eigentlich auf dem guten Kuhhandel geworden?
00:40:23: Ich hab dir was getan und mach's jetzt wieder gut, klappt auch bei Affären gut übrigens.
00:40:31: Du hast mich betrogen und jetzt zahlst du mir den Urlaub!
00:40:34: Das hat einen sehr hohen psychologischen Wert.
00:40:36: also ich zahle einen Preis.
00:40:40: das hat schon eine Funktion.
00:40:42: Und ich würde immer sagen meint man es so sag die Dinge die ihr so meint und findet dann die Wahrheit und sagt doch auch da lag ich falsch.
00:40:50: sprechen und auch schreiben, ist ja noch nachdenken nicht ein Bekenntnis.
00:40:56: Man kann doch sagen, jetzt hab ich noch mal anders zubernacht gedacht ... Jetzt entwickle ich das weiter, dass es nicht so gefährlich ist.
00:41:02: Nicht ich identifiziere mich mit einer Wahrheit, sondern denke laut und meine so und veranworte was es getan hat.
00:41:10: Mhm.
00:41:11: So!
00:41:11: Eine sehr schöne Schrittfolge von Gedanken- und von Wirkzusammenhängen, die ich sehr gut mit ... und vielleicht noch mal bei dem Thema bleiben.
00:41:22: Mein Gedanke ging auch nochmal in die Richtung, muss ich denn alles was sich als Wahrempfinde sagen?
00:41:27: Dieses unter dem Stichwort Neu-Ehrlichkeit?
00:41:30: das ist nochmal ein Aspekt also?
00:41:31: oder gibt es nicht auch so dieses... Was ich eingangs auch schon zum Thema Ehrlichkeit dich gefragt habe kann es nicht eine Ausdruck guter Beziehung sein eben nicht alles komplett auszuspeichern was ich beobachte und wahrnehme?
00:41:44: Total, ich will jetzt viele Sachen dazu sagen.
00:41:47: Mit diesem Wahrheitsanspruch geht auch oft moralische Überhöhungen einher.
00:41:51: Ich wäre immer vorsichtig wenn jemand sagt, ich bin der Wahrheit verpflichtet und das hier ist die Wahrheit.
00:41:55: da würde ich sofort denken.
00:41:58: Nicht dass die Person etwa denkt sie steht auf der richtigen Seite weil das weiß die Forschung seit vielen zig Jahren je mehr man davon überzeugt ist richtig zu handeln und auf der seite der wahrheit zu stehen desto ungerechter handelt man.
00:42:10: Das können sie jetzt mal alle zuhören, kann das selber durch exakt.
00:42:14: Das andere ist wir wurden ja sehr darauf konditioniert auch gegendert mehr sprechen ist mehr besser und viele Frauen tyrannisieren Partnerinnen Partner Arbeitsplätze damit dass alles durchgesprochen werden soll.
00:42:27: Wir können uns nicht vom Leben Also, wir können nicht alles vorweg analysieren.
00:42:35: Wir müssen manche Sachen ausprobieren und auch eine körperliche Korrigulation ist legitim und schön.
00:42:41: Manchmal ist ne Umarmung und die Faust drauf mehr friedenstiftend als in vierstündige Mediation.
00:42:48: Das is legitim!
00:42:49: Wir müssen aufhören das so zu überhöhen.
00:42:51: Die Intellektualisierung oder Kognitivierung hat im Moment sehr viel ... Übergewicht.
00:42:58: Ich finde manchmal auch manche Ehekrise ausgegraben werden, angeguckt, betraut und beschmerzt.
00:43:06: Manches ist auch ... Komm, gib mir deine Hand!
00:43:08: Wir machen ein neues Start und da muss man kaum reden.
00:43:11: Gibt es auch.
00:43:13: Und das hat, finde ich zu wenig Fans im Moment.
00:43:18: Was schulde ich eigentlich den anderen?
00:43:21: Erstens, man hat auch eine Privatsphäre.
00:43:23: Wir sagen immer was der Unterschied zwischen Geheimnis und Privatsphase ist wenn es die Entscheidung des anderen beeinflussen würde.
00:43:29: ansonsten man darf auch noch eine Privatesphäre haben und man kann sich mal überlegen Nicht alles gesagt ist immer besser, als das Ungesagte.
00:43:37: Es kann auch gemein sein der falsche Zeitpunkt oder egoistisch.
00:43:40: man kann auch damit Verantwortung dem anderen zuschieben die die Person gar nicht haben möchte.
00:43:44: Man kann auch vorher mal fragen es ganz interessant auch bei
00:43:49: Ganz extrem genau Fragen
00:43:52: wissen nicht unbedingt alles nicht immer Alles das war bis gar nicht so da vorsichtig seien und dann kann man sich mal so Als faustregel fragen dass jetzt zu sagen dient das mir oder dem anderen.
00:44:05: Und oft sind wir da selber im Spiel, wollen uns da produzieren in der Situation oder produzieren am Anderen?
00:44:11: Ich finde je älter ich werde das so weniger sprechig und nur noch wenn ich gefragt werde.
00:44:16: und dass eigentlich ganz schön weil während ich rede lerne ich ja nichts und ich rede eigentlich wirklich nur noch Wenn mich jemand was fragt weil was soll ich denn immer mein Wissen allen über verhelfen?
00:44:25: Also ich mach das nicht mehr und wozu auch oft hört, auch keiner zu.
00:44:29: Wenn man das zu sehr selbst initiiert und mich interessiert auf was die anderen eigentlich sprechen also ich bin so ein bisschen team weniger sprechen.
00:44:36: aber wenn man dann gefragt wird möglichst ist auch so mein was man.
00:44:40: antwort.
00:44:41: jetzt würden ja die kritiker von deinen ausführungen die isst der teile die würden immer die position ein wahrscheinlich sagen naja Ich kann es ja von mir aus nicht aussprechen, aber man spürt doch trotzdem was da ist.
00:44:55: Also ich merke das auch.
00:44:57: Von daher ob ich das ausspreche oder nicht und wiederum auf der anderen Seite, auf der ich mich ehrlicherweise eher auffalten würde, kann man ja auch sagen, was einmal ausgesprochen ist vielleicht auch verletzend?
00:45:08: Das kriege ich auch nicht mehr zurückgedruckt wie die Zahnpasta in die Tube.
00:45:13: Ja?
00:45:14: Ich finde ... Ich würd's mal so umformulieren!
00:45:18: Man soll ja ruhig über alles sprechen.
00:45:20: Ich kann zum Beispiel sagen, wir nennen das Kaliberierung auch in Firmen.
00:45:25: Wir sind mit Menschen zusammen und projizieren viel in die Reihen Die gucken sauer und wir denken, dass es sicher war ich gestern nicht die Kaffetasse weggeräumt habe.
00:45:32: Die gucken aber wahrscheinlich sauer weil der Hund über Nacht auf den persischen Teppich sich übergeben hat.
00:45:39: Also wir wissen es einfach nicht.
00:45:40: Das ist oft sehr unrelatiert Und wir arbeiten unsere eigene Narrative über uns an anderen ab Und da gilt es nachzufragen.
00:45:48: Da würde ich fragen, hat deine saure Laune etwas mit mir zu tun?
00:45:52: Dann wäre es doch schön, wenn die Antwort ehrlich wäre.
00:45:54: Weil das ist dann ... Ja oder nein?
00:45:57: Nö grad nicht!
00:45:57: Ich habe ein eigenes Thema.
00:45:58: Okay, brauchst du Hilfe?
00:46:00: Nein, lass mich
00:46:00: mal.".
00:46:01: An der Stelle unbedingt, weil sonst störe ich ja irgendwie meine Intuition.
00:46:05: Sonst ist ja meine Sensorik irgendwie gestört.
00:46:09: Dann kann ich mich auch kalibrieren, dass man ein bisschen wiegen.
00:46:11: Manches hat mit mir zu tun und manches nicht, dann werden wir feiner.
00:46:14: Und der andere wiederum muss man alles sagen nein aber es so meinen ... Man könnte auch sagen, ich bin gerade bei über was irritiert, aber ich will's erst mal in mir sortieren und ich sag's dir noch.
00:46:23: Man muss nicht unbedingt sagen, Ich miess grad aufgefallen das seit der Geburt kann ich dich nicht mehr als Sexuelles Wesen wahrnehmen.
00:46:31: Ne?
00:46:32: Also man kann sich, man kann so und so ... Man kann sagen ich hab ein Thema, ich verspreche dich sagst dennoch muss erst mal was sortieren.
00:46:37: mir ist etwas aufgefallen Ich habe gerade was oder ich hab grad was mit uns und lass uns darüber reden.
00:46:43: ich verspricht euch sprechs noch an.
00:46:45: also ehrlich ja aber nicht um auf der Ebene der Bedeutung mehr als auf der Ebenen des gering fiesen Inhalts.
00:46:53: Ja
00:46:55: okay Weil
00:46:55: dann haben wir das nächste Thema.
00:46:57: Möglichst
00:46:57: wie Gäste leiten und unehrlich sein, sondern ... Mal gucken was dient dem anderen?
00:47:04: Wann ist der Zeitpunkt?
00:47:05: Wie viel ist davon mein Anteil?
00:47:07: Wie verpackt man's?
00:47:08: Und gleichzeitig kann man ehrlich und transparent sein.
00:47:11: Ich hab grad voll das Thema!
00:47:13: Und ich verantworte mich und werd es aufgreifen.
00:47:15: Danke dass du fragst.
00:47:16: Auf einer anderen Ebene kann sofort näher entstehen.
00:47:19: Ah ja.
00:47:21: Dann geben wir auch so langsam rüber.
00:47:23: zum nächsten Abschnitt Wie stehst du zu diesem Begriff der Authentizität?
00:47:28: Weil die schwingt ja irgendwo da auch in diesem Wirk im Mechanismus mit rum, in diesen Begriffe-Wusel.
00:47:36: Ich sag mal so, Authentzität ist in der Psychologie ein super problematisiertes Konzept.
00:47:43: Manche sagen ja man spielt immer irgendeine Rolle.
00:47:46: ich finde schon... ...ich benutze ihn trotzdem jetzt mal!
00:47:48: Ich habe keine Lust ihn jetzt so zu problematisieren.
00:47:52: Das, was interessant ist, ich merke oft nicht ... Man kann nichts zu jemandem sagen, sei mal mehr authentisch.
00:47:58: Man kann aber super gut zu Patientinnen und Patienten oder auch Co-Workers zum Beispiel sagen.
00:48:04: Bemerkmal wann du es nicht bist?
00:48:07: Das schlau!
00:48:08: Und das merkt man sofort.
00:48:10: Ich fühle mich unwohl, ich bin hier steif, ich rede auf eine Art, ich erkenne mich gar nicht, kriege ne ganz quietschige Stimme.
00:48:17: Dann kann man sich dem sozusagen in der negativen Blaupause annähern.
00:48:22: Ich merke, weil ich es nicht bin.
00:48:24: Ich merken, wenn ich in einer entfremdenden Beziehung bin und schlechter performe, wenn mein Chef mir über die Schulter guckt.
00:48:30: Das ist ein Hinweis darauf, dass ich in einem negativen Zoom bin.
00:48:34: Und dann merke ich vielleicht die Authentizität einfach, wenn plötzlich mir nichts Negatives auffällt.
00:48:39: Dann ist ein Flow-Zustand, irgendwas ist okay!
00:48:42: Das ist einfacher.
00:48:43: über das, wann bin ich es nicht.
00:48:45: Wer sind Sie denn?
00:48:47: Sind sie mehr so eine Reisemaus?
00:48:48: Also das ist ja total lang.
00:48:50: So geht's nicht!
00:48:51: Aber man merkt es im Ausprobieren und fühlen, wann es falsch ist.
00:48:54: Wenn es nicht
00:48:55: passt, durch die Invasion merke ich es genau...
00:48:59: Und authentisch.
00:49:00: Man darf viele Rollen haben und übrigens man darf sich auch weiterentwickeln, man ist nicht wer man mal war.
00:49:05: Sie sind nicht irgendwas, sie sind nicht ihre ADS-Diagnose.
00:49:08: Sie sind in der unattraktiven Mutterrolle für immer gefangen die ihnen da mal in einer Ehe erzählt wurde.
00:49:16: Sie haben so... Jeder hat so eine leicht, sagen wir mal ne Tendenz schon gewisses Aggressions oder Aktivitätslevel, ne Tendenz, schon Tendenzen, Dinge persönlich nehmen oder nicht.
00:49:27: Und dann kann man also ziemlich sehr doll die Person sein, die man sein will.
00:49:35: Seine paar Tendenzen verantworten und ein wunderschönes Leben führen.
00:49:39: mit den Dingen, die so mitgegangen sind – Mit Angst!
00:49:42: Mit ADS!
00:49:45: Mit einem Aggressionslevel... Man muss es ja nicht ausagieren.
00:49:49: Also ich sag immer wie so kleine Wölkchen habe ich mal gesagt, ne?
00:49:52: Die so eine Depressionswolke kann auch überein sein.
00:49:54: Die Depression kriegen sie vielleicht nicht oder dieses Dekor Ja, destruktive Gedankenmuster wird vielleicht nie ganz weg sein.
00:50:00: Sie werden nie genau wie eine andere Person super zuversichtlich sein.
00:50:06: Aber ich sage immer, man kann das so wie eine Hundeleine nehmen und dann durch die.
00:50:10: da kann man der Angst mal sagen du läufst nicht vorne weg.
00:50:14: Und dann läuft man so mit seiner Angstwolke und hat einen ... und fährt mit Angst nach Sizilien.
00:50:19: Und geht mit Angst in die Führungskräfterolle, reflektiert seine Angst damit man sie nicht ausagiert.
00:50:25: Plötzlich und unerwartet, wenn man gar nicht versucht, sie loszuwerden hatte, ein schönes Leben mit einer leicht ängstlichen Tendenz?
00:50:36: Ich versuch mal jetzt im Brücke rüberzuschlagen zu dem Parasozialen selbst.
00:50:39: Weil das ist ein Thema was dich ja sehr stark auch in dem Kern dessen, was du erforsst und ich glaube, wir starten einfach mal damit.
00:50:48: Denn es hängt enger mit dem zusammen was wir bisher besprochen haben als auf den ersten Blick aussieht.
00:50:53: Wie würdest du das denn überhaupt beschreiben?
00:50:55: Was ist denn das Parasoziale selbst?
00:50:58: Liebe Johanna, erklär uns das mal!
00:51:02: Ich habe versucht das genau zu beschreiben.
00:51:04: Ich mache mal ganz kurz.
00:51:05: also parasozial der Begriff kommt aus der Fan-Star.
00:51:09: Dynamik Das kennt auch jeder jetzt alle an die eigene Nase fassen.
00:51:12: man hat eine Lieblingsserie und wenn die letzte Folge erreicht ist dann ist mal richtig traurig, das parasoziale Beziehung.
00:51:20: Der Podcast ist zu Ende!
00:51:21: Oh, wie schade.
00:51:23: Auch
00:51:23: richtig schade!
00:51:24: Und dann ... Wie beruhige ich mich denn jetzt?
00:51:26: Jetzt kommt die Bedeutung.
00:51:27: Wie beruhe ich mich selbst?
00:51:29: Oh Gott, lange Weile hektische Ausweichbewegungen und daran wird deutlich, wie wichtig diese Beziehung von sind.
00:51:36: Heute sind sie nicht mehr so sehr zwischen Stars und Fans oder wenn auch im Endgerät, also sozusagen im Handy weil die Stars ja da auf Instagram unterwegs sind.
00:51:47: Also heute sind die Parasozialen beziehungsweise In den Handys meistens und das ist so dass die Parasozialität hat eigentlich jeder also nur in einer gewissen Ausprägung.
00:51:57: Und ich habe mich gefreut, dass fünfundzwanzig hat Cambridge Dictionary parasocial als Wortes Jahres deklariert oder wie viele Kolleginnen und Kollegen haben geschrieben yay!
00:52:05: Und ich auch juhu war.
00:52:07: seit Jahren forschen wir dazu?
00:52:09: Und jetzt plötzlich ist Aufmerksamkeit gekommen.
00:52:12: was wir schon seit Jahren sagen Das ist zentral.
00:52:14: das ist zental und es hat jetzt schon ein bisschen geholfen.
00:52:20: Man kann eigentlich, wie soll man die verstehen?
00:52:22: Ich erklär's so.
00:52:24: Das Gehirn hat keine Schranke eingebaut nicht all das zu tun was man in jeder Beziehung tut nur weil es online mediiert ist.
00:52:34: Das ist die Signifikanz von parasozialen Beziehungen.
00:52:37: Wenn man zwei drei vier fünf sechs Influencerinnen folgt und da jeden Tag die Stories guckt dann werden dass die signifikanten Bezugsperson für einen im Leben
00:52:49: Auch wenn es andersrum nicht so ist, auch wenn die nicht mal wissen, dass ich existiere.
00:52:53: Das hat jetzt einen ganzen Rattenschwanz.
00:52:55: Erstmal das ist so zentral, dass es bestimmt wie wir uns orientieren und beruhigen, wo wir uns zugehörig fühlen.
00:53:02: Identitätsarbeit also.
00:53:04: sie bestimmen wirklich mit wer wir sind.
00:53:06: Es sind zentrale Bezugspersonen.
00:53:07: und das soziale selbst heute parasoziale Selbst baut sich darüber auf, welches Feedback wir bekommen und wie wir die soziale Welt wahrnehmen.
00:53:15: Und die ist eben spezifisch zum Beispiel einseitig, z.B.
00:53:19: vom Business Case unterlaufen, zum Beispiel stark zensiert, Good Wipes Only hier darf man nur fröhlich sein oder Body Positive hier darf muss man eine Triggerwarnung machen wenn man normal gewichtig ist und man muss so in kollektiv schreiben.
00:53:34: das ist das schönste Bild was ich je gesehen habe.
00:53:38: Korpulente Mann im Waltenfoto von sich macht, sieben, zwanzig Taugen Kommentare.
00:53:42: Nie habe ich was Schöneres gesehen?
00:53:43: Klar ist die Person schön und es ist eine total wichtige Arbeit aber nie hab' ich was Schöneres gesehen.
00:53:50: stimmt ja nicht.
00:53:51: also das ist so wie seine kollektive Verzerrung von Welt Und wir lernen zum Beispiel Beziehungen dürfen einseitig sein Wir erleben immer mehr Beziehung sind nicht belastbar oder auch mein Leben wird nicht dokumentiert außer ich werde selber Influencer-Influencerin Und jetzt verstärkt auch noch mit KI.
00:54:09: Also die parasozialen Beziehungen sind extrem signifikant und auch in der Arbeitswelt, wie wir über die WhatsApp-Channel und Gruppen kommunizieren, verändert Kommunikation, Emoji-Konsent super krass mit Bedeutung aufgeladen – wir benutzen diese ganze Zeit!
00:54:26: Und jetzt im Slack, alles organisiert sich über diese Tools und mit der KI sehen wir es eben auch.
00:54:31: Wir binden uns und sie wird bedeutungsvoll für uns.
00:54:34: Jetzt kann man jeder nachdenken ob er sich nicht schon mal abends bei der KI bedankt hat nach dem langen Arbeitstag das ist der erste Marker und die KI's bespielens auch sehr extrem!
00:54:43: Okay würdest du also sagen... Die Kollegin, die ich nur digital wirklich kenne oder überwiegend weil wir eben remote only arbeiten?
00:54:52: Ist das eine parasoziale Beziehung In Anfangs zeichen echte soziale Beziehungen, die halt nur digital vermittelt wird.
00:54:59: Ist da nochmal ein Unterschied?
00:55:01: Ja!
00:55:02: Es ist nämlich so sagen wir sagen mal es sind Spektrum.
00:55:05: Parasozialität ist schon wenn ich mich in meiner Ehe lieber über WhatsApp streite als im gleichen Raum.
00:55:10: Da muss ich die Emotionen vom Anderen nicht sehen, wird nicht unterbrochen und kann danach schnell die Antworten löschen.
00:55:14: Wenn ich mich da nicht aussetzen möchte zum Beispiel.
00:55:17: Übrigens zeigt die Forschung dass wenn wir uns parasozial mediiert streiten... ...die Eskalation danach mindestens genauso groß weitergeht.
00:55:25: also wir können schaffen das nicht den Streit per WhatsApp zu lösen Und dann steigert sich das eben.
00:55:31: Dann gibt es Parasozialität zwischen zwei Menschen.
00:55:34: aber sind noch Menschen?
00:55:36: Es gibt diese halbseitige Parasozialität.
00:55:38: Einer ist ein Influencer, der kennt die anderen nur als Masse und es gibt die komplett einseitigen Parasocialität.
00:55:44: am andern Ende ist ein Technisch oder eine ... Entweder so einen Avatar oder ...
00:55:49: Eine KI?
00:55:49: Oder was auch immer.
00:55:51: Genau!
00:55:51: Und da navigieren wir alle so drin rum und her und bemerkens kaum.
00:55:57: Und diese Person das kennt man ja auch vom Online-Dating.
00:56:00: Der Online-Dating ist auch nur parasoziale Annäherung, übrigens.
00:56:03: Und auch nur eins unserer Forschungsgebiete.
00:56:06: aber da kennt man das!
00:56:07: Man hat eine Sexdingaffäre mit jemandem halbes Jahr trifft sich, sieht sich und weiß sofort, dass wird nichts.
00:56:15: Da hat... Das war alles Projektion und was wir uns vorgestellt haben in der Schriftsprache und dann weiß man sofort, es will nicht klappen.
00:56:23: deswegen sagen wir zu Menschen die Online-daten Wenn man nicht nur Sexting machen will, das heißt ja auch schön und legitim.
00:56:29: Aber wenn man sich treffen möchte dann am besten schnell weil dann klärt der Körper schon ganz viel.
00:56:34: Okay, also alles können wir darüber nicht verhandeln.
00:56:38: Ich würde ganz gerne noch mal von anderen Aspekte hingehen und zwar dieses kuratierte Versus wirklich eine absichtsfreien Begegnung weil das habe ich ja in der parasozialen Beziehung oder in der Parasozialität kaum es ist immer irgendwo kuratiert mit einer Absicht intendiert.
00:56:54: wenn wenn ich mich so ob jetzt im Brot oder sonst im normalen sozialen Leben einfach bewege ohne größere Absichten kommt Unvermittelten Begegnungen, das sind ja ganz andere Qualitäten.
00:57:05: Wie stehst du zu diesen beiden gegenüberliegenden Formaten?
00:57:09: Was macht das mit uns als sozialem Wesen?
00:57:12: Ja so endlos.
00:57:13: ich kann jetzt sieben Stunden sprechen.
00:57:15: Ich war noch mal kurz irgendwie.
00:57:21: Sogar wenige Minuten auf Social Media können sehr negative Effekte für einen haben weil man betreibt etwas.
00:57:28: das nennt man Abboard Comparison.
00:57:29: Man vergleicht sich auch wenn man weiß es ist nicht real.
00:57:32: Also diese ganze Idee, wenn man weiß es ist nicht real hilft nichts.
00:57:38: Weil wir sehen die Bilder und wir vergleichen uns ungebremst.
00:57:43: Deswegen ist das auch totaler Nonsens, wenn Menschen immer sagen wieso im Pornodiskurs ganz viel?
00:57:48: Wir müssen nur verstehen, dass das keine Dokus sind.
00:57:50: Das ändert nichts!
00:57:51: Die Bilder sind gesehen die Skripte sind verinnerlicht man macht es nach und man vergleicht sich Und das macht total viel.
00:57:57: zum Beispiel eine grundsätzlich gedemütigte Haltung.
00:58:01: Menschen fühlen sich gedemüchtig davon.
00:58:03: wenn Onlyfans Performerin Millionen machen werden wir an da sechszig Stunden arbeiten und kaum mehr in Hamburg Mitte die Wohnung bezahlen können.
00:58:13: Man fühlt sich gedemütigt und hat dann auch andere Ideen von Arbeit.
00:58:16: Wir sehen, dass total viele Kinder und Jugendliche sagen sie wollen Influencer-Influencerin werden weil andere Jobs sich gar nicht mehr lohnen.
00:58:23: Total verzehrt!
00:58:27: Und es macht ja auch Sinn.
00:58:28: das sind aber nicht die... Es ist nicht so einfach und das sind meistens die die eine Industrie hinter sich haben.
00:58:32: jeder weiß der Mann following versucht hat zu gehen wie verrückt das ist und viel anstrengend und schwierig.
00:58:40: Es beeinflusst unsere Vorstellung von der Arbeitswelt, von Liebe und Sexualität.
00:58:45: Von einem würdigen Leben, von Freundschaft.
00:58:47: also wir sagen immer es materialisiert sich auch.
00:58:52: Selbst wenn wir wissen dass das nicht echt ist folgen unsere Entscheidungen diesen Einflüssen und die sind messbar wichtiger als was öffentliche Medien Freunde und Familie uns kommunizieren.
00:59:05: Das alleine muss man mal sacken lassen.
00:59:08: Wichtiger.
00:59:10: Das ist wirkungsvoller, was wir im Internet sehen von Menschen an die wir uns dann schon so parasozial gebunden haben als Infos von Freunden oder der Familie oder öffentlichen Medien und das entscheidet sich existenziell.
00:59:23: also wir haben zum Beispiel Studien dass Menschen Schwangerschaftsabbrüche durchführen abbrechen aufgrund von Influencerinnen, denen sie folgen.
00:59:32: Wenn es da gibt's zum Beispiel eine Frau, die hat gedacht ich hab ein viertes Kind den Schwangerschaftsabbruch abgebrochen weil ich jemanden folge, die mit vier Kindern, ne volane Art nenne ich auch sehr gerne, die eine coole Künstlerin ist obwohl sie vier Kinder hat oder den ganzen Heterofatalismus der sich übers Internet verbreitet.
00:59:52: Der Glaube in heterosexuellen Beziehungen gibt es nichts mehr zu holen beeinflusst, wie viele Kinder geboren werden.
00:59:59: Politische Entscheidungen beeinflussen sich dort.
01:00:02: Die Karriereentscheidung dem massenhafter Wegzug aus Deutschland wird da befeuert.
01:00:06: also das ist... enorm signifikant, was wir da tun.
01:00:11: Und es macht extrem viel von dem, was wie uns vorstellen, was möglich ist.
01:00:16: und Mikroentscheidung, ob ich mich scheiden lasse oder nicht?
01:00:18: Ist auch davon abhängig welchen Community sich folgen!
01:00:21: Ja und das sind ja dann schon auf das Leben des eigene Betrachtens schon Makro-Entscheidungen.
01:00:26: Du sprichst doch gar nicht weiß ich ob der Begriff von dir kommt oder ob in eurer Szene einfach da geprägt ist von einer gewissen Produktlogik, die wir dann unterliegen dass wir uns selbst als Produkt bezeichnen wie viel auf diesen Plattformen sind.
01:00:40: Und an der Stelle, sei jetzt mal wieder der Querbezug hergestellt ist es wahrscheinlich ziemlich egal ob ich über Tinder oder LinkedIn rede, oder?
01:00:49: Ich spreche das nicht von mir.
01:00:51: Ich kenne aber die Idee davon.
01:00:53: Ich sprechere von Technoforderismus und das meint menschliche Bedürfnisse und Aufmerksamkeit und die Lebenszeit, die wir haben werden zum Rohmaterial der Technik.
01:01:06: also Wir werden, wir nutzen nicht soziale oder generell Medien umzuleben in diesem Modus sondern werden... werden konsumiert und das macht eigentlich auch den unterschied der gesunden und emanzipierten nutzung aus.
01:01:20: benutze ich dass um irgendwas zu erreichen ist alles gut.
01:01:22: entgrenzte informationen sind ja erst mal gut.
01:01:25: kontakt zu allen möglichen menschen in der welt erstmal gut eine exene plattform wo ich mir ne existenz aufbauen kann.
01:01:31: erst einmal gut.
01:01:31: das ist zwar keine neutralen plattform aber theoretisch gesteure kommen allerlei mechanismen.
01:01:39: Aber dann die Zeit, also sozusagen früher war es ja aufgeteilt in Menschen.
01:01:44: Die hatten Produktionsstätten und Menschen, die haben produziert.
01:01:47: jetzt ist alles vermischt.
01:01:48: Die konsumieren, produzieren auch gleichzeitig den Mehrwert aber haben nichts davon.
01:01:54: Und das ist ein entscheidender Unterschied.
01:01:57: und ich würde sagen Jetzt im Moment ist einfach der moment wo man fragen muss Schaffen wir es nicht?
01:02:04: zum Rohmaterial zu werden.
01:02:06: Also behalten wir Agency, Würdigkeit den Fokus auf Humanismus und Bedeutung.
01:02:12: also sind wir sinnstiftend online oder konsumieren?
01:02:16: Wir und lassen uns dabei konsumiert.
01:02:19: Und ja es gibt so die.
01:02:20: das wissen die Menschen nicht in meinen Worten.
01:02:23: aber man merkt ist.
01:02:24: Man
01:02:25: spürt das.
01:02:26: Ich hatte ein richtig schönes Wochenende bin versagt und habe das ganze Wochenende gescrollt hab auf LinkedIn noch fünf coole Posts gemacht und war nicht draußen.
01:02:34: Es hat halt keinen positiven Spillover Effekt.
01:02:37: Und das ist das Problematische daran.
01:02:40: und man merkt, dass man sich konsumieren lässt und beim Online-Dating merkt man, dass Logik anbietet.
01:02:51: Genau,
01:02:52: genau das ist nämlich die letzte oder die nächste Konsequenz nicht die letzte.
01:02:56: Nächste Konsequent ist ja dass ich mich dann entsprechend einer wahreschön ins Schaufen zerstelle wenn ich die Mechanismen verstehe Dass ich mich einem Algorithmus wohlfall anbiete etc.
01:03:07: pp.
01:03:08: Das ist wahr, das nennen wir algorithmische Kontrolle.
01:03:12: Da sagen auch viele Influencerinnen und Onlyfans-Performerinnen mit denen wir Forschung machen die sagen ich mache ja gar nicht das was ich so meine.
01:03:18: Ich mach das was funktioniert Und es wechselt sich auch.
01:03:21: eine hat gesagt Content machen über Nachhaltigkeit oder so, aber es funktioniert einfach nur wenn ich mich leicht bekleide, Zeig- oder Selfies poste.
01:03:31: Also mache ich das weil ich bin davon abhängig.
01:03:33: und diese technische Kontrolle die ist ja unheimlich groß oder algorithmisch eine Kontrolle und das Interessante isst die formt auch wie wir uns darstellen zum Beispiel auf Online Dating Plattformen und gleichzeitig wächst ja Langeweile Wir nennen das immer langeweile in der Hyper Stimulation Weil wir werden so gestreamlined, es funktioniert das was leicht erkennbar ist und was angepasst ist.
01:03:54: Und gleichzeitig kommt uns dann die Weltunterschiedslos vor und dann ist einem langweilig.
01:03:58: Weil auf Online-Dating-Plattformen sind ja nicht langweillige gleichförmige Menschen sondern wunderschöne Menschen die Beziehung suchen erkannt werden wollen, Begegnungen erleben aber die unterwerfen sich der algorithmischen Kontrolle und aus gutem Grund weil man will nicht die wenigsten Matches haben.
01:04:16: Man macht, was funktioniert.
01:04:18: Das sagen wir mal ist unmittelbar logisch aber nicht mehr zielführend.
01:04:23: und dann wird man entfremdet und wir sehen ja zum Beispiel auch das vielleicht ein bisschen exklusorisch, dass immer mehr plastische Chirurgie angewendet wird um Menschen an ihre Filter anzupassen.
01:04:32: also ich mag meine Online-Identität die optimierte und möchte dann im materiellen Leben oder wie man es nennen soll materialisiert so aussehen wie online Und das sehen wir in einem hohen Ausmaß.
01:04:49: Wir verklauben ja, oder das Versprechen der Digitalität ist ja dass wir auf Knopfdruck-Beziehungen herstellen können, Verbindung.
01:04:58: Wir erleben aber tatsächlich genau das Gegenteil der Falle.
01:05:01: Ich glaube ihr nennt das auch Resonanzparadox?
01:05:04: Das Wort wird dir bekannt vorkommen oder ich glaub du führst es auch öfter.
01:05:08: vielleicht kannst du den Gedanken noch mal ein bisschen auseinanderklappen müssen.
01:05:11: für uns
01:05:13: Das Versprechen der Technik war ja, dass Menschen leichter in Kontakt kommen und auch leichter im Kontakt bleiben.
01:05:19: Und ich möchte sagen das stimmt auch zum Teil.
01:05:21: Zum Beispiel Menschen in Fernbeziehungen können super schön online in Kontakt bleiben.
01:05:25: wir haben eine globale Arbeitswelt Wir können alles organisieren, wir können remote arbeiten.
01:05:29: da bin ich ein großer Fan auch davon.
01:05:32: Sonst würde meine Arbeit gar nicht gehen.
01:05:34: Wir
01:05:34: könnten das Gespräch nicht stattfinden lassen.
01:05:36: Ja
01:05:37: und das finde ich hat sehr viel Potenzial eine technik apokalyptische Einstellung.
01:05:44: Ist es nicht?
01:05:45: Ich finde, wir sollten die Technik nutzen für all das was sie bringen und manche Dinge loslassen.
01:05:50: Und dass zu den Dingen, die wir loslassen dürfen ist, dass wir uns bei diesem Versprechen in Verbindung treten können Nutzungsweisen antrainiert haben, die genau das verhindern.
01:06:03: Und ich sage auch wir weil wir haben das mitgemacht.
01:06:05: viele sagen dann so ja die Apps die verhinderen Resonanz naja Die App hat nicht vorgeschrieben, dass wir gemeine Nachrichten und Penisbilder schicken.
01:06:21: Das sind unter anderem die stressigsten Effekte.
01:06:30: Beim Herzlichkeit und Liebe für die Kuriositäten der Menschen.
01:06:33: Es spielen sich Projektionen ab, Bewältigungsmechanismen.
01:06:37: Wir sind allen vielen Risiken ausgesetzt.
01:06:39: Ich würde sagen, Subjekte stehen unter Druck und es macht erst mal irgendwo Sinn.
01:06:44: aber das ist nicht zielführend!
01:06:46: Und wir haben uns in eine Techniknutzung rein manövriert Mitrein manövriert.
01:06:51: Ja, es gibt auch negative Verstärker ja aber mit rein manöveriert die jetzt nicht mehr sehr zielführend ist.
01:06:58: wir haben eine hohe Individualisierung Hohe Einsamkeit Sehr viel Hassrede im Internet Polarisierung.
01:07:05: Warum nutzt mir das internet um in Kontakt zu kommen zwischen den bubbles zu sprechen?
01:07:10: und da muss ich auch sagen Die Technik beobachtet ja die Menschen, ihr lieben Menschen.
01:07:15: Das nennt man reflexive Mediatisierung und da liegt auch Veränderungspotenzial.
01:07:19: Würde niemand mehr ghosten, würde der Ghosting-Button verschwinden?
01:07:23: Weil wir alle ghosten.
01:07:24: wie verrückt gibts den an vier Stellen!
01:07:26: So ist es... Und das sehen mal auch bei einer anderen Sache, die erzähle ich auch sehr gerne.
01:07:32: Nennen wir die vier Stellen, das musst du mir jetzt nochmal erklären in Gedanken mit dem Ghosten.
01:07:38: Die Technik guckt, was benutzt wird und verstärkt das.
01:07:41: Wenn wir Online-Dating-Plattformen benutzten um uns sehr viel zu ghosten, wird es uns an mehreren Stellen angeboten.
01:07:47: Unter der Pandemie haben die Dating-Apps mal Videodating eingeführt – das hat keiner gemacht.
01:07:51: jetzt ist das wieder weg!
01:07:53: Also würden wir Onlinedatingplattformen benutzen, um ausgeklügelte Profile zu erstellen mit langen Texten?
01:07:58: Und die studieren würden die Textfelder länger?
01:08:01: Die werden aber kürzer weil wir sie nicht benutzt haben Und da ist sozusagen nicht eine Verantwortung.
01:08:06: Ich finde Nutzer und Nutzerinnen werden auch sehr genutscht, ich will das nicht weiter individualisieren aber so eine kollektive Veränderungskraft betonen.
01:08:18: Bei den Avatarn ist es auch sehr deutlich geworden.
01:08:20: Es gab dann die Avatare.
01:08:22: was ist denn passiert?
01:08:25: Vor allen Dingen heterosexuelle Männer haben sie benutzt um mit denen Sex zu machen.
01:08:29: Die haben das beobachtet.
01:08:31: Also haben die Avatare gelernt, heterosexuelle Männer wollen mit uns Sex machen.
01:08:34: Und jetzt ... Das kann man sich kaum vorstellen!
01:08:36: Aber jetzt gibt es große Selbsthilfegruppen von Männern, die da versuchen zu bewältigen, dass ihre Avataren sie sexualisieren.
01:08:44: Also be careful what you wish for...
01:08:48: Es könnte dich ja ein... Verrückt?
01:08:52: Ja das ist eben das, die beobachten und verstärken das.
01:08:55: Da liegt auch das Veränderungspotenzial unten.
01:08:57: bisschen müssen wir mit dem Augenzwinkern drüber lachen Jungs passiert es.
01:09:01: Ja, natürlich so ein bisschen ganz kleine gemeine Portion Schadenfreude grinst damit durch und ... übertragen, weil das jetzt wieder ganz schöne Brücke zurück zu unserem Arbeitsthema.
01:09:14: Aber auch da was du sagst pass auf was du dir wünscht.
01:09:17: also Was produzieren wir an?
01:09:19: Ich sage mal die Remote Beziehung.
01:09:21: Du hast es ja selbst gesagt remote arbeiten ist ein hochgradig sinnvolle Entwicklung und Möglichkeit einerseits.
01:09:28: aber was produzieren was wünschen wir uns was dann der guten gelungenen Zusammenarbeit wieder genau im Weg steht?
01:09:35: Also wo erzeugten wir selbst diese Paradoxien?
01:09:38: Ja, also man muss ja auch sagen ich bin großer Fan von Remote Arbeit.
01:09:42: Ich bin davon abhängig.
01:09:43: meine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sitzen überall auf der Welt und ich bin super froh!
01:09:47: Ich arbeite jeden Tag mit Malaysia zusammen und bin glücklich und dankbar.
01:09:51: aber wir sehen ja zum Beispiel auch dass nur remote zu arbeiten auch sehr einsam machen kann.
01:09:57: das Wirk kann sich in den meisten fan wirkt sich negativ auf team Zusammenhalt aus.
01:10:02: es ist halt individualisierend.
01:10:03: und was wir auch sagen müssen ist Immer mehr Büroräume werden ja sogar geschlossen.
01:10:08: Ja, das ist kosteneffizient aber auch soziale Räume schließen sich.
01:10:12: Das trägt jetzt nicht unbedingt bei und im Grunde ich spitze es gerne so zu dem Arbeitgeber kann's inzwischen egal sein ob ich mir noch eine Hose leisten kann.
01:10:20: Ich brauche nur eine glatte Wand und der Rest kann im Grundezerfallen um Mehrwert produzieren zu können.
01:10:27: Und da sind so die Gefahren Parasozialen Kommunikation.
01:10:32: Sie alle wissen das auch, dass man sich schriftlich sehr missverstehen kann.
01:10:36: Humor ist supergefährlich schriftlig!
01:10:39: Man kann sehr viele Emails... also ich denke oft viele, viele Konflikte und Mediation könnte man sich sparen wenn es nicht E-Mails gewesen wäre sondern zwei Menschen die sich in die Augen gucken und merken ach da steht ein ganzer Mensch Wenn man subtile Signale anders lesen kann.
01:10:54: Schriftliche Kommunikations hochgradig risikoreich.
01:10:59: Und wenn wir Zoom, wir haben ja sogar so ein Phänomen-Zoom-Vertieg.
01:11:02: Wir gucken nicht in die Linse und uns auseinander in die Augen sondern auf den Bildschirm, auf den anderen.
01:11:07: und es gibt ganz viel stabile Forschung sich... Das Wichtigste ist dass man sich selber zuklebt.
01:11:12: das mache ich konsequent weil das macht depressiv immer das eigene alternde Gesicht anzugucken.
01:11:17: Man soll die Anderen angucken.
01:11:18: kleben sie sich zu als ganz einfache Maßnahme Auf dem Smartphone.
01:11:22: machen Sie sich einen schwarz-weiß Filter drauf dann ist die Hälfte der Suchteffekte weg.
01:11:26: Also das sind so ganz...
01:11:29: Im Büro
01:11:30: machen Sie Remote alles, aber besuchen sie sich ab und zu.
01:11:34: Das ist nicht optional.
01:11:37: Alles remote super!
01:11:38: Aber man muss abends ein Bier alkoholfrei oder nicht trinken gehen damit man noch merkt das ist ein ganzer Mensch mit einer Seele... Mit dem Geruch?
01:11:47: Mit einem Füßes?
01:11:49: Mit allem was
01:11:49: dazugehört?!
01:11:51: Ja Aber die Menschlichkeit nicht zu verlieren.
01:11:54: Wir entmenschlichen schnell parasozial, darum ist ja auch die Kommunikation im Internet so krass!
01:11:58: Wir überbewerten und überanalysieren, wir missverstehen uns... Mein Kollege sagt immer es ist ein Wunder dass wir uns überhaupt noch verstehen und ich glaube tun wir eigentlich auch nicht.
01:12:07: Ich fand das so schön.
01:12:08: du sagst eben gesagt viele Konflikte entstehen dadurch sich schreibt oder eine E-Mail schickt und eben nicht trifft.
01:12:17: Und es gibt ja auf der anderen Seite ganz oft so einen geflügelten Satz in der Arbeitswelt, der heißt hätte dieses Meeting auch eine E mail sein können.
01:12:25: damit wird so gegen diese Auswüchse von Mietenkultur geböscht was hier auch richtig ist.
01:12:30: aber die andere Frage die du stellst wäre ja dann Wäre es nicht gut wenn dieses Miete diese e-mail ein meeting wäre vielleicht zwischen zwei Personen.
01:12:39: also auch das
01:12:44: Keine Meetings, aber wir sitzen oft zusammen.
01:12:47: Ja, das ist ein Unterschied.
01:12:48: Das sind diese, sagen wir mal, Schur-Fixes, die schon geplant sind und diese Standard-Meeting-Siedelmeins.
01:12:55: Aber auch irgendwas Unkonvenzende, dass man schnellstens den Telefonhörer greifen muss nicht in Meeting einstellen sondern... Hey!
01:13:01: Ich habe gerade eine E-Mail gelesen und kann nicht einordnen was sie meint?
01:13:04: Kann ich dir mal kurz anrufen?
01:13:05: Genau.
01:13:06: Ja voll gerne.
01:13:07: Aber Meet ... Ich bin bisschen Zero-Meeting-Policy.
01:13:10: Absolut ja, aber damit genau.
01:13:11: Damit sind hier dann eigentlich wirklich diese Schur Fixe, diese Planen geplanten, regelhaft stattfindenden Sitzkreise die ja dann oft nichts.
01:13:21: Geht aus!
01:13:23: Jeder hat es nötig geht Kanu fahren macht alles remote aber geht zusammen kanu fahren und geht ins Theater sonst gibt's bald keine mehr.
01:13:38: Keiner möchte mehr, ich finde diese Memes lustig.
01:13:41: Mit Disrespectfully the last meeting could have been an email Ich fühle das auch aber der Theaterabend could not have been in e-mail.
01:13:49: Ne, das stimmt.
01:13:51: Das stimmt!
01:13:53: Und da schließe ich mich selbst gar nicht aus, dass wir uns mit Begeisterung irgendwas anschauen und streamen.
01:13:59: Irgendwelche Szenarien, die in nostalgischer Art und Weise eine Welt beschreiben, die wir genau dadurch das machen verhindern, damit sie weiter bestehen kann.
01:14:08: Wir gucken uns Kontexte an wo Menschen halt lustig auf Volksfeste gehen durch Straßen mit vollem tollen Geschäften und so.
01:14:16: Dadurch dass wir das uns angucken und streamend verhinderen, wäre ja genau das.
01:14:21: im echten Leben zu sehen, was wir uns damit Begeisterung anschauen.
01:14:24: Wie bekloppt sind wir Menschlein?
01:14:27: Ja Menschen sind Paradox und ambivalent aber auch nicht ganz ... Ich hab so viele.
01:14:34: dann auch möchte ich was beim Herziges sagen es macht total Sinn weil wir arbeiten alle super viel.
01:14:39: Wir haben das Gefühl wir schaffen dass nicht das alleine auch noch zu produzieren.
01:14:43: Jeder muss doch über Forderungen fühlen diese Ökonomie rumzureißen oder Sozialität zu produzieren, die zerfällt.
01:14:51: Das ist doch total überfordern.
01:14:52: kein Wunder dass man melancholisch paralysiert sich die Streams anguckt.
01:14:57: also das erstmal eine Million Prozent Verständnis und dann sozialität kostet was und es anstrengend.
01:15:05: und wenn wir nicht anfangen wieder auf Parties zu gehen obwohl wir an dem Abend keine Lust haben gibt's bald keine mehr.
01:15:10: und das is so.
01:15:12: Inzwischen ist es ja so, wenn nur die Hälfte absagt, ist das sehr erfolgreich und die Menschen sind's leid.
01:15:16: Und es gibt immer weniger.
01:15:18: Wenn wir eine belastbare Sozialität wollen auf der Arbeit oder in der Gesellschaft – das hängt alles zusammen -, dann müssen wir uns sozial betätigen und teilnehmen.
01:15:26: Dann müssen wir doch wieder einladen zum Geburtstag!
01:15:29: Jetzt haben alle gehört, dass wenn die Hölfte absacht ist noch gut gelaufen.
01:15:33: Aber wenn niemand mehr einlädt, ist es weg.
01:15:36: Wir machen auch Forschung mit Kindern und Jugendlichen.
01:15:38: Die romantisieren das auch, sie wünschen sich Auf einem Schulhof ohne Handys.
01:15:43: Handyverbot in Schleswig-Holstein waren positive Effekte ab Tag eins, am ersten Tag nach dem Handyverbot war wieder Lachen aufm Schulhof ein Tag und man kann sich es auch selbst verorten.
01:15:56: wir machen sehr viel Forschung mit Soziallexperimenten Resozialisierung mit unseren Studis.
01:16:02: Die müssen vier Monate lang das Leben leben, Wandern gehen, draußen schlafen.
01:16:06: Nackt in der Förde schwimmen, Partys machen, Extase erleben mit Leuten essen gehen, mit denen sie noch nie was gemacht haben, in einer Stadt jemanden ansprechen, der alleine sitzt und die sagen ich habe mich wieder lebendig gefühlt so hab' ich's mir vorgestellt Und die brauchen dafür einen Profter den das sagt.
01:16:23: Das ist eigentlich lustig.
01:16:24: Das ist lustig und traurig zugleich
01:16:26: Lustig.
01:16:27: nicht dass man irgendwann jungen Menschen Extase verschreiben muss Aber es ist ja so eine wichtige Funktion und da dürfen wir gerne hingucken.
01:16:36: Wir brauchen nicht mehr Meetings, wir brauchen mehr im Waldschlafen mit Menschen sprechen, Extase – dann sind wir auch wieder remote-arbeitsfähig!
01:16:45: Dann macht das Kapazitäten frei.
01:16:47: Wir müssen erlebbare belastbare Sozialität, nicht ermüdende Meetings sinnfrei sein.
01:16:54: Das ist ein super Schlusswort und ich weiß, ich habe einen Knoten im Taschentuch nicht aufgelöst.
01:16:59: Wir hatten über das Wort – das will ich gar nichts zum Ende nämlich nochmal aufmachen der Hässlichkeit gesprochen – wir haben hier so bisschen angetutscht was es in Richtung auch mit unserer sozialen Beziehung in Richtung Einsamkeit macht.
01:17:10: Das sind alles Themen die ich gerne mit dir sehr, sehr gerne noch mal querlegen würde.
01:17:15: deswegen zum Ende der Frage nach diesem für mich als wunderbar empfunden Gespräch wie gern würdest du nochmal wiederkommen liebe Johanna?
01:17:24: Wir reden über diese beiden Riesenthemen, damit wir genug Zeit und Raum dafür haben.
01:17:28: Ja das finde ich total schön!
01:17:29: Ich komme mega gerne zu dir wieder.
01:17:31: Ich fand es super stimulierend und ganz toll und auch toll.
01:17:37: diese Ganzheitlichkeit und meine größere Spanne für mich ist ja mal am traurigsten wenn ich irgendwo auftauchen dann wird gesagt und ist hinter nur fürs Sex und ich denke so oh mein Gott... Gib mir
01:17:47: ne neue Frage!
01:17:51: Also liebe Leute, schreibt uns gerne mal irgendwie.
01:17:55: Ihr wisst schon hier parasoziale Beziehung kling ich mal an ob euch das zu viel oder vielleicht zu wenig Sex war so oder so.
01:18:01: Johanna ihr habt's gehört hat es versprochen kommt wieder.
01:18:04: Ich freue mich von jetzt.
01:18:05: erstmal sage ich aber vielen vielen dank liebe Johanna.
01:18:07: Es war ein wunderbares Gespräch mit dir.
01:18:10: Ja ich danke dir.
01:18:13: Okay, Leute.
01:18:13: Das ist diese Art von Gesprächen wo ich überhaupt nicht weiß was ich als erstes nennen soll welcher Gedanke mir in Erinnerung ist.
01:18:19: also erstens mal Ich werde wahrscheinlich nie mehr duschen können ohne an Johanna zu denken knickknack.
01:18:26: Zweitens finde ich diesen Gedanken auch sehr spannend von dieser Überintellektualisierung und dem Konsensgedanken, also diese Konsensorientierung.
01:18:35: Warum uns das nicht unbedingt zwingend in unseren Handlungen besser macht und was wir da beobachten?
01:18:40: Und als drittes natürlich den Schlussgedanken dass wir mehr echte Begegnungen brauchen, dass wir dadurch, dass es uns so gemütlich in unseren kleinen Streaming Echo kann man einrichten genau das verhindern, was sie am Schmerzlisten vermissen.
01:18:55: Und das finde ich ist eine hyper generelle Aussage, die nicht nur für Beziehungsgestaltung in Paarbeziehungen oder für unser Privat- und Freizeitleben gilt.
01:19:03: Sondern ganz besonders auch für unsere Arbeitsleben.
01:19:06: von daher war es für ein Gespräch.
01:19:08: was für eine tolle Entdeckung.
01:19:10: Ich bin so so glücklich dass Johanna hier war bei Good Work.
01:19:14: Ihr habt es gehört, sie hat es versprochen.
01:19:16: Wir haben auch nachdem die Kamera aus war nochmal darüber nachgedacht.
01:19:19: vielleicht wäre ihr ja sowas wie ein Live-Podcast mit ihr echt spannend weil sie ist auch eine Rakete auf der Bühne.
01:19:25: das kann ich euch versprechen und Ich würde mich interessieren ob euch das genauso interessieren würde wie mich.
01:19:32: also ihr wisst schon was zu tun ist.
01:19:33: schreibt mal schnell einen Kommentar.
01:19:35: auf Spotify zum Beispiel könnt ihr einfach Kommentar hinterlassen zu der Folge.
01:19:39: Ihr könnt auf linken etwas schreiben, wenn ich die Folge ankündige überall da wo es auch sichtbar ist.
01:19:45: das entspint dann eine Kommunikation.
01:19:48: ob parasozial oder nicht is an der Stelle mal egal.
01:19:51: Hauptsache wir kommen in den Dialog und vielleicht machen wir dann die echte Begegnung auch wirklich wahr?
01:19:58: und war haftig.
01:19:59: Also in diesem Sinne, ich freue mich wenn ihr dabei seid!
01:20:02: Und wenn ihr was tut für Good Work und ich tue jede Woche mindestens einmal etwas für euch hier.
01:20:07: das freut mich sehr dass sich so viel Gedanken in die Welt tragen darf und mit so vielen spannenden Menschen sprechen darf.
01:20:13: und nächste Woche schaltet wieder ein wenn es heißt herzlich willkommen bei Good Work.
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