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Wie geht tätige Ruhe? Wolf Lotter (362)

Shownotes

Warum ist alles so laut?

„Wir fangen mit allem an, aber wir kommen mit nichts mehr an.“

Wer heute arbeitet, wird ständig unterbrochen. Von Nachrichten, von Meetings, von Kolleginnen, die nur ganz kurz etwas wissen wollen. Geschäftigkeit gilt als Leistung, Lautstärke als Lebendigkeit. Wer still am Schreibtisch sitzt und nachdenkt, steht im Verdacht, nichts zu tun. Für Wolf Lotter ist genau das der Geburtsfehler einer Arbeitskultur, die noch immer in der Industriegesellschaft steckt.

Wolf Lotter ist Autor, Essayist und Journalist, Gründungsredakteur von brand eins und dort über viele Jahre Leitessayist. Seit Jahrzehnten beschreibt er den Übergang von der Industrie- zur Wissensgesellschaft. Sein neues Buch heißt „Ruhe! Das Ende der Unaufmerksamkeit“. Drei Essays über Geschäftigkeit, über Lärm und über das Recht, in Ruhe gelassen zu werden.

Wissensarbeit braucht ein menschliches Maß.
Wissen ist für Wolf immer persönlich, gespeist aus Erfahrung, Können und Kontext. Neues entsteht erst, wenn jemand vorhandenes Wissen auf ein eigenes Problem anwendet und weiterdenkt. Dafür braucht es das, was er tätige Ruhe nennt, und eine Arbeitskultur, die Konzentration schützt.

Lärm ist eine Machtfrage.
Das Wort Alarm kommt aus dem Italienischen und ruft zu den Waffen. Wolf zeigt, wie Dauerbeschallung und ständige Alarmbereitschaft Menschen erschöpfen und eine Gesellschaft aggressiver machen. Der Kopfhörer im Großraumbüro behandelt dabei nur das Symptom.

Privatheit sichert Freiheit.
Im dritten Essay verteidigt Wolf das Recht, in Ruhe gelassen zu werden, auch gegenüber Plattformen, die Daten und geistiges Eigentum abschöpfen. Mit Virginia Woolf erinnert er daran, dass Unabhängigkeit eine materielle Grundlage braucht. Und dass bei aller Individualität niemand allein etwas reißt.

Worüber wir noch gesprochen haben:
Zukunftscontainer: Warum große Visionen oft nur aufgeschobene Arbeit sind
Schimpansenkultur: Was Lärm und Bewegung mit Macht zu tun haben
Präsenzpflicht: Warum am Ende die Falschen im Büro bleiben
Coaching und Teambuilding: Wo Aktionismus Zusammenarbeit ersetzt
Täuschungs-KI: Wann künstliche Intelligenz uns tatsächlich Ruhe verschaffen könnte

Wolf Lotter ist ein Freund des Hauses und ein Unruhegeist, der ausgerechnet ein Buch über Ruhe geschrieben hat. Mit heiligem Zorn, pointierten Begriffen und großer historischer Tiefe seziert er eine Kultur, die Bewegung mit Fortschritt verwechselt. Seine Ruhe ist ernst und pragmatisch, sie verpflichtet zum Handeln. Ein Must-Hear für alle, die endlich wieder in Ruhe arbeiten wollen.

Interview: Jule Jankowski

Weiterführende Links:
➡️ Ruhe! Das Ende der Unaufmerksamkeit bei Kohlhammer

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Transkript anzeigen

00:00:00: Wer als Handelmann durch die Flury springt, ist immer der große Macher und die anderen sind die Doofen.

00:00:05: Die Faul vom Monitor hängen wenn sie nachdenken.

00:00:08: Das ist schon mal ein Geburtsfehler um.

00:00:10: das muss weg!

00:00:11: Und dann sagen Sie man muss einfach nur anfangen aber womit denn?

00:00:14: Das ist ja ein Konzept in einer Wissensökonomie dass an Dummheit kaum noch zu überbitten ist.

00:00:19: Das is so wie das Konzept zuvor da.

00:00:21: man muss nur fleißig sein und dann frage ich womit den?

00:00:24: Fleiß allein ist eine Sekundärdugen.

00:00:26: Fleißig musst du sein wenn du weißt was wo du hin willst.

00:00:29: Also dieses Abrichten von Menschen in eine Richtung ist, glaube ich das große Problem.

00:00:35: Und es ist einfach immer noch unerledigte Aufklärung die wir mit uns rumschleppen und da muss man sich nicht wundern dass Leute dann sozusagen ihren falschen Führer nachlaufen wenn sie erwachsen sind oder wenn die Gesellschaft nicht mehr so funktioniert wie Sie das gelernt haben.

00:00:59: Hallo und herzlich willkommen bei Good Work, dem Podcast für gute Zusammenarbeit und für zukunftsfähige Arbeitskultur.

00:01:06: Mein Name ist Julie Jankowski und ich begrüße euch hier zu einer neuen Runde in unserem Audiosalon im Brandeins-Podcastnetzwerk.

00:01:15: Der bewegt sich, der ist turbulent.

00:01:17: Da passiert eine ganze Menge im Moment fast jede Woche zwei Folgen die wir hier live in den Alter schicken ganz einfach weil so viele spannende Menschen da draußen rumlaufen die uns etwas inspirierendes zum Thema Zusammenarbeit mithallen können und auch ganz ganz viel tolle Bücher Und darum wird es heute auch gehen.

00:01:34: Wir werden uns heute mit einem Thema beschäftigen, was gar nicht so trubelig ist sondern ganz im Gegenteil!

00:01:39: Wir werden ein bisschen darauf besinnen wie wir uns denn wieder besser fokussieren können und vielleicht nicht mehr von etwas tun, sondern weniger.

00:01:48: Denn das ist dringend geboten wenn es um uns rumt.

00:01:50: überall Blert Shepard ruft Wir ständig permanent abgelenkt sind.

00:01:55: und genau darüber rede ich heute mit unserem Gast, denn er hat ein Buch geschrieben.

00:02:00: Das Buch heißt Sinnigerweise Ruhe, Wolf Lotter ist in der Haus mal wieder und ja was soll ich sagen?

00:02:06: Er poltert selbst gerne mal los aber nur im Sinne der guten Sache ist er richtig so!

00:02:12: Und wir werden in diesem

00:02:14: Gespräch

00:02:15: erleben dass seine Sätze wie gedruckt uns im Markt treffen.

00:02:19: Das heißt also, wenn ihr kluge Denksätze liebt, wenn Ihr Aphorismen schätzt dann würde ich mir an eurer Stelle einfach einen Stift und ein Blatt Papier nehmen und mit Schreiben denn das lohnt sich heute auf jeden Fall!

00:02:32: Ein kleiner paar Fortschritt wird es sein durch die Instanzen, die Absolitäten was wir uns gerade so antun unter dem Stichwort Arbeitswelt was in den Büros stattfindet warum wir Geschäftigkeit mit echter Leistung verwechseln Und warum Hauptsache mal machen gar nicht so ein schlaues Mantra ist, wie es manchmal uns erzählt wird.

00:02:53: Ihr sollt geschäftig sein und zwar in einer Sache hinterlasst gerne!

00:02:57: Ihr wisst schon was jetzt kommt – Ein paar Sterne bei Good Work.

00:02:59: am Best noch ein Abonnement.

00:03:01: Teilt ist der Welt das Good Work ein guter Podcast ist?

00:03:04: So können wir weiter wachsen jede Woche mindestens eine spannende Folge für euch bereit halten.

00:03:10: Jetzt aber erstmal Ganz viel Spaß bei der heutigen Folge und genießt diese unglaublich schöne Sprache von Wollflotter und seinen noch viel klügeren Enhalte.

00:03:21: Er ist Autor, er ist Kolumnist, er is Essayist!

00:03:25: Es gab Zeiten, da stand auch über ihn geschrieben – er sei Journalist, ich glaub den Titel führt er kaum noch….

00:03:31: ähm … er ist umtriebig wenn es um das Thema der Transformation gibt und einer Autoren mit den meisten Büchern, die jemals hier bei mir bei Good Work waren.

00:03:40: Er ist ein Freund des Hauses.

00:03:42: Ich sag wie es ist mein Freund Wolf Lotta hier bei uns.

00:03:45: ich freue mich ganz arg dass du wieder da bist lieber Wolf.

00:03:48: Liebe Jolie ich danke dir für die Einladung.

00:03:49: Danke dir!

00:03:50: So jetzt darfst du dir erstmal aussuchen welchen der Titel die ich da hier mal so ins Schaufenster gelegt habe du dir am liebsten als Visitenkarte anstecken würdest?

00:04:00: Der Issei ist der Kolumnist.

00:04:01: Ist das immer noch der Journalist?

00:04:03: Ja, es ist schon noch der Journalist.

00:04:07: Wobei ich sage mal den langschreibenden Journalist, der ausgestorben ist.

00:04:11: Vor kurzem hat mir jemand seine Aufnahme- prüfung für die Journalistenschule gezeigt und da sollen wir eine Reportage mit fünftausend Zeichen schreiben das einfach Quatsch ist.

00:04:19: Aber er spricht nicht gegen die Reportage, sondern gegen die Journalisten Schulen.

00:04:23: aber insofern bin ich schon ein bisschen Wirtschaftsjournalist auch im Herzen

00:04:27: Im Herzen, im Herzen.

00:04:29: Und noch etwas bist du nämlich ein Unruhegeist, wenn ich das muss sagen darf und das steht schon quasi im Kontrapunkt zu dem über dass wir heute reden wollen, nämlich über dein neues Buch Lieber Wolf.

00:04:40: Das da heißt Ruhe.

00:04:41: aber Du weißt ja Du warst jetzt schon so oft zu Gast Du weisst genau über was wir als Allererstes reden Nämlich über deinen Tagesstart der schon ein bisschen vorangeschritten ist der Tag.

00:04:50: Aber wie bist Du heute in den Tag gestartet Lieber Wolff?

00:04:53: relativ früh um halb sechs und habe meinen Jungen in die Schule gebracht, meine Frau zum Arzt.

00:05:00: Und dann bin ich einkaufen gegangen war heute der erste glaube ich im Supermarkt und dann hab mich ein klein wenig ausgerupt beim Frühstück und was gelesen und bei der Miene gemacht und das war sozusagen heute mein Mein Einstieg und mich darauf dich gefreut.

00:05:16: Ja,

00:05:16: ich habe mich auch sehr auf dich gefraut!

00:05:19: Und wenn du sagst Du hast gelesen mein Frühstück?

00:05:21: Ich hab jetzt mal so eine total romantische Fantasie.

00:05:23: Du hast noch eine Tagesseitung aus Papier die du liest.

00:05:27: oder bin ich komplett auf dem falschen Pferd unterwegs sozusagen?

00:05:33: Nein, ich lese am Tablet.

00:05:36: Ich habe ein paar Abos aber die machen eigentlich das Graut nicht mehr so wirklich fett muss ich ganz offen sagen.

00:05:42: Ich schätze heute eher so natürlich die Langstrecken-Teile.

00:05:46: Das ist klar, dass es berufsbedingend auch so... Aber Nachrichten hole ich mir tatsächlich aus dem Netz auch um die Reaktionen drauf zu sehen.

00:05:54: und das ist glaube ich wirklich das Tolle ja an diesem wenigstens teilweise interaktiven und sozialen Medien, dass man auch sieht wie reagieren den Menschen darauf.

00:06:04: Wenigstens einige.

00:06:06: Und das hat mich immer mehr interessiert als was in den Zeitungen steht.

00:06:11: Und eine andere Plattform, auf der du das muss man glaube ich hier auch so sagen dich immer noch bewegst.

00:06:16: Mal gucken wie lange ist X?

00:06:18: Dann geht es ja unter den Journalisten auch sehr viel Diskurs ins Land und sollte man sich da überhaupt noch rumtreiben in dieser verseuchten Umgebung?

00:06:27: Ich meine für den eigenen Blutdruck ist es nicht immer zuträglich.

00:06:31: Du bist immer noch wehrhaft, standhaft da und auch wiederum nicht unbedingt mit dem Etikett ruhig unterwegs.

00:06:37: Sondern man sieht dich dadurch aus auch mal mit Aufgebraus zum Gemüt davon poltern!

00:06:44: Ja, mit heiligen Zorn zum

00:06:46: Teil, über die Verhältnisse

00:06:47: in diesem Land.

00:06:48: Über die Berufsbeamtenschafte insbesondere die Lehrerschaften für Beamtete.

00:06:53: Über das Gebanzen im sozial- und politischen Bereich.

00:06:56: Über Frage was heute normal und mitte sein soll.

00:06:59: Über all diese Dinge... Kann ich mich aufregen?

00:07:01: Und ich bin eigentlich gern bei X, allererst Twitter.

00:07:05: Weil ich glaube dass man diese Räume nicht den Leuten überlassen soll die man alle schon glaubt blockiert zu haben.

00:07:12: und ich muss auch sagen ich fahre eine ganz harte blockale Politik.

00:07:16: Ich halte das für ein Tugend.

00:07:17: Wenn jemand doof ist dann möchte ich nicht mit ihm in einem Raum sein.

00:07:21: und das kann man ja in den sozialen Medien durchaus gestalten.

00:07:24: Das kann man machen, da kann man auf jeden Fall seinen eigenen Thread selbst kreieren und selbst gestalten.

00:07:32: in Teilen zumindest.

00:07:33: Man kann entscheiden, mit wem man sich umgibt.

00:07:36: nicht alles lässt sich kontrollieren aber das soll heute unser Thema nur am Rande sein.

00:07:40: Das wäre eine ganze eigene Folge wert.

00:07:43: wir reden heute über dein neues Buch Ruhr dieser Tage erschienen.

00:07:46: ich habe gesehen du warst auf der Frankfurter Buchmesse.

00:07:48: ich bin dieses Jahr leider ausgefallen wegen einem blöden Virus was mich dahin gerafft hat aber da sollten uns auch nicht beschäftigen.

00:07:56: es war viel los bei dir.

00:07:58: also du sagst einmal ruhe und genau das Gegenteil passiert Wolf.

00:08:02: Ja, es war schon sozusagen der Dauftritt selber natürlich in diesem Publikums-Tag wo ja wirklich die Halle drei brappevoll ist.

00:08:12: Und dann war sozusagen auch die Bühne als wir um elf angefangen haben.

00:08:16: Es war also wirklich voll mit Publikum und man musste seine Stimmchen mein schwaches Stimmchen ziemlich laut erheben und habe auch die Kollegen von der FHZ die nebenan ihren Stand ein bisschen irritiert durch die Lautstärke und insbesondere natürlich auch den Titel dann.

00:08:32: Aber es ist ja auch Ruhe mit Ausrufe zeichnen, was

00:08:34: ich geschrieben

00:08:34: habe.

00:08:35: Das ist ganz wichtig.

00:08:36: Man ist keine leise Ruhe, sondern eher ein Ruhel.

00:08:44: Exakt, deswegen hab ich dich hier auch schon bewusst ein bisschen geframed.

00:08:48: Also wer dich kennt und das werden die meisten meiner Hörerinnen und Hörern sein.

00:08:52: Der wird nicht unbedingt die Vermutung haben dass du es ruhig angehen lässt.

00:08:56: Du bist weder von deinem Temperament der ruhige Typ.

00:08:59: Was genau meinst du mit dieser Art von Ruhe?

00:09:01: Wisst du's langsam etwas für dich ruhiger angehen lassen sagst du Ich brauche ganz freundlich aber bestimmt mit Nachdruck meine Ruhe.

00:09:08: oder lasst mich Herrschaftszeiten endlich in Ruhe.

00:09:11: was?

00:09:12: in welche Richtung dürfen wir denken, wenn wir das Buch den Titel sehen.

00:09:15: In alle diese Richtungen vor allen Dingen aber in die Richtung dass wir Ruhe brauchen um wieder auf Spur zu kommen in dem Land und Ruhe braucht Konzentration bei der Wissensarbeit, die heute die normale Arbeitsform ist während in den Unternehmen einen Aktionismus herrscht und in der Politik und in den Medien ein Aktionismus herrschen wie nie zuvor man sich nicht mehr konzentrieren und fokussieren kann Man abgelenkt wird an allen Ecken und Enden.

00:09:40: Horrorzahlen darüber sind solide errechnet, fünfhundertfünfzig Milliarden Euro in Deutschland allein durch Ablenkungen unternehmen, durch Konzentrationslosigkeit sagt der Economist und das ist eine Zahl aus dem Jahr zwanzig, dreiundzwanzig.

00:09:56: also das ist schon mehr als jedes Reformpaketchen dass die Regierung auf die Reise geschickt hat und das jetzt angeblich unsere Wirtschaft wachsen lasse soll.

00:10:06: Wir müssen uns konzentrieren und fokussieren auf das, was zu tun ist.

00:10:10: Das ist eben nicht diese billige Ablenkung auf allen Ecken und Enden sondern Dinge wieder zu Ende denken und zu Ende bringen um etwas anfangen zu können.

00:10:19: Vielleicht bevor wir richtig einsteigen.

00:10:20: also wer Spaß hat an Aphorismen?

00:10:23: Wer sowas mag?

00:10:24: Kluge Sätze die wirklich... Also da sind ja das eine Aneinander-Reihe und kann man schon fast sagen.

00:10:29: und wer vor allen Dingen auch Spaß hat an poärentierten Wortschöpfung, der sei dem seites Buch unbedingt ans Herz gelegt.

00:10:37: Ich fange mal mit einer an nämlich mit der Unaufmerksamkeitsgesellschaft weil dieser Tage geistert ja das Wort der Aufmerksamkeit ökonomie.

00:10:45: umher hat sich schon fast wieder so ein bisschen abgenutzt.

00:10:49: erkläre es uns unaufferksamkeits gesellschaft.

00:10:52: inwiefern sind wir das?

00:10:53: Also der Begriff lehnt sich an den Gjörg Franks Ökonomiedeaufmerksamkeiten großes

00:10:57: buch

00:10:59: Wo er genau sagt, Aufmerksamkeit ist das wichtigste Gut und wichtiger als Materiella Reichtum.

00:11:05: Und das ist glaube ich eine ganz entscheidende Geschichte.

00:11:11: Aufmerksamkeitsökonomie sorgt dafür dass alle durcheinander brüllen ja?

00:11:15: Das hat man auf den sozialen Medien.

00:11:17: jeder will Aufmerksamkeit machen, jeder will seine Selfie haben oder am Ende kommt nichts mehr dabei raus weil alles oberflächlich ist.

00:11:24: Der Reiz muss immer lauter werden,

00:11:25: oder?

00:11:25: Genau.

00:11:26: Also wo viele rufen, musst du noch lauter wären und so ein bisschen wie auf der Frankfurter Buchmesse wenn du in deinem Buch namens Ruhe vorstellst.

00:11:32: Ja

00:11:32: schon!

00:11:33: Deswegen das fand ich schon ein bisschen Textbildschere.

00:11:37: Aber die Paradoxie

00:11:37: sozusagen... Und die einzige Möglichkeit die wir haben ist rauszugehen und zu sagen was sind denn eigentlich die Tugenden die diese unsere Kultur groß gemacht haben?

00:11:46: also dass zunächst nochmal als Analyse und so Begriffe wie Westen sie heute schon total verbrannt weil man es mit falschen Leuten, etwa Herr Trump assoziiert.

00:11:56: Nur das ist es nicht!

00:11:57: Der Westen ist deshalb die Leitkultur nach wie vor auf der Welt und dazu braucht man nur mal nach Asien schauen dann weiß man das auch wieder weil die Eifern weit mehr dem Westen noch als wir umgekehrt im Osten.

00:12:08: also warum ist das so?

00:12:10: Weil wir mal fokussiert waren und weil unsere Wissensarbeit geschätzt haben und weil wir im Grunde genommen auf die Konzentration des Geistes gesetzt haben und da schwach geworden sind sozusagen.

00:12:21: Und das hat ganz wesentlich mit dieser späten industriellen Gesellschaft zu tun, die lieber Geschäftlichkeit und busyness nicht?

00:12:30: Genau!

00:12:31: Auseinander denkt die Wörter.

00:12:33: also wer als Hamplmann durch die Flurie springt ist immer der große Macher und die anderen sind die Dofen, die faul vom Monitor hängen wenn sie nachdenken.

00:12:41: Das ist schon mal ein Geburtsfehler und das muss weg.

00:12:45: Ich habe es in einem anderen Podcast mal gesagt, da ging's auch um Leistungsnarrative.

00:12:48: Wir incentivieren Getöse!

00:12:51: Also wir tun ja auch ganz viel dafür, dass dieser Eindruck steht hier passiert was?

00:12:56: Wir haben einen neuerdings Gesundheitsminister der sagt einfach mal machen, Carsten Linnemann, also dem wird ja das Wort geredet und Bleiben wir noch mal im Moment bei der Unaufmerksamkeitsgesellschaft.

00:13:11: Das hat ja fatale Folgen, also wir gehen ja schon da in Bereich eines veritablem Anteils am BIP was du da eben an Größenordnung aufgerufen hast.

00:13:19: aber davon abgesehen wie wirkt das denn jetzt mal vielleicht ganz kurz gesprochen?

00:13:24: Auf den Menschen insgesamt beziehungsweise auf den einzelnen?

00:13:28: Was heißt es denn wenn wir uns In diesem umfeld bewegen.

00:13:32: was leidet als erstes in sachen konzentrationsfähigkeit etc.

00:13:36: pp.

00:13:37: Da glaube ich, dass man noch etwas zustande bringen kann.

00:13:40: Also wir zerstören sozusagen die Hoffnung... ...dass man in Ruhe denkend vorankommt in der Arbeit.

00:13:47: Wir zerstören die Möglichkeit das man mit einer Arbeit fertig wird.

00:13:51: es gibt den Aufmerksamkeitsrückstand des wissenschaftlichen Begriff mittlerweile.

00:13:56: Das heißt, dass ich krank werde und mein Gehirn nicht mehr vernünftig arbeitet wenn ich Dinge nicht zu Ende bringe weil ich immer das alte und unerledigte mit mir mitschleppe.

00:14:05: Das Gehirn ist eben ein serielles Organ, nicht die Parallelität des Computers, um die wir verwechseln lassen.

00:14:13: Und es macht krank!

00:14:14: Und das kostet sehr viel Geld.

00:14:17: Da liegt da vielleicht schon mal als kleiner Erster zwischenbefund?

00:14:21: auch so ein großes Missverständnis in diesem einfach mal machen, weil einfach mal Machen und einfach mal anfangen heilt ja noch nichts.

00:14:28: Wir reden ja viel in dieser Zeit von der sogenannten Agency also von der Handlungsfähigkeit des Einzelnen die uns als selbstwirksame Menschen erleben lässt.

00:14:36: das ist schon klar dass da eine Kraft drin steckt.

00:14:39: d'accord nur die Frage ist halt wieviel Kraft steckt drin?

00:14:43: wenn wir tausend Dinge anfangen und sie eben nicht zu Ende bringen was passiert dann mit uns?

00:14:48: Wir werden erstens wieder mal krank, weil wir aufmerksamkeitskrank werden.

00:14:51: Das sind ja diese ganzen Symptomatiken die wir jetzt aus den psychischen Erkrankungen kennen stammen vorwiegend aus diesem Bereich dass wir keinen roten Faden mehr aufnehmen können.

00:15:01: Überlegen wir uns mal ein wenig unser Handy in die Hand nehmen.

00:15:04: Wir wollen etwas ganz Bestimmtes tun etwa einen Terminabruf oder eine Mail lesen und es gibt tausend Ablenkungen auf dem Weg dorthin.

00:15:11: um einmal vergessen wir schon wieder was wir wollten.

00:15:17: Also all diese Dinge gehen nicht spurlos an uns vorbei.

00:15:20: Sie sind scheinbar Teil des Alltags geworden, aber sie ändern die Psyche und auch die physische Verfasstheit der Menschen.

00:15:28: Wir haben heute in dieser Aufmerksamkeitsgesellschaft bereits die Nummer zwei der schweren Krankheitserreger Lärmablenkung Konzentrationslosigkeit.

00:15:39: Das wird aber nicht gehört!

00:15:41: Warum ist es nicht gehört?

00:15:42: Weil die Kultur, der Geschäftlichkeit und das Erfolgslaut Es ist noch eine Schimpansen-Kultur, wie ich das nenne.

00:15:50: Ist es wieder, liebe Leute, diese wunderbaren Worte erzählen uns was über die Schimpans sind?

00:15:55: Die Schimpanzen, die uns sehr nahe verwandt sind, sind Tiere, die durch Lärm und Bewegung übertreiben und sich größer und wichtiger machen als sie sind.

00:16:05: Und wir haben ja gelernt in all den Jahrzehntausenden, die es Menschen gibt dass wir uns immer bewegen müssen, damit etwas entsteht.

00:16:15: Wir haben nicht gelernt, dass man ruhig sitzen bleiben muss und nachdenken muss um ein Problem zu lösen oder zu wenig.

00:16:22: Also das sind ja diese parallelen Dinge.

00:16:24: Erst bis hin zu Beginn hat man in der Antike gesagt es ist ein alter Handwerker spruchte er uns total verloren gegangen ist also wie fangen mit allem an aber wir kommen mit nichts mehr an.

00:16:37: Und ich glaube, das ist einer der Dinge die uns tatsächlich krank machen und die Leute an die Oberfläche spülen auch in die Führungspositionen.

00:16:43: Die eigentlich eine Sonderform von ADHS haben.

00:16:46: Ich sage das mit großer Vorsicht weil es gibt ja wirklich Leute die sind krank und leiden darunter aber die sozusagen ziehen sich den Stiefel selber an und belobigen sich dafür dass sie rum sprengen und Chaka rufen und dann sagen Sie man muss einfach nur anfangen.

00:16:59: Aber womit denn?

00:17:00: Das ist ja ein Konzept in einer Wissensökonomie dass an Dummheit kaum noch zu überbitten ist.

00:17:06: Das ist so wie das Konzept zuvor, da muss man nur fleißig sein.

00:17:08: und dann frage ich wo mit denn?

00:17:10: Fleiß allein in den Sekundärdugen!

00:17:12: Fleißig musst du sein wenn du weißt was du hin willst.

00:17:15: Damit alleine hast du noch nichts gehalten.

00:17:18: Und was wir ja verstehen müssen ist ja diese ganzen offenen Loops die so... Diese unabgeschlossenen Tätigkeiten, die stapeln sich ja übereinander.

00:17:29: Genau!

00:17:29: Und sie sammeln sich irgendwo so im Hinterkopf an.

00:17:31: und selbst wenn wir denken, wir könnten sowas Tolles machen wie eine Prioritätenliste... Genau!

00:17:36: Nein Sie führen ja weiter ihr Schatten da sein in unserem Kopf und manifestieren sich als Mental Load.

00:17:42: und dann passiert was mit uns?

00:17:45: Wir kommen überhaupt nicht mehr auf die Reihe und das gefühlte Unsicherheit und der Rentierungslosigkeit steigt.

00:17:52: Und dann bekämpft man Feuer mit Feuer, man denkt sich wieder ab mit aktionistischen Dingen.

00:17:56: Haltungsindustrie

00:17:59: lebt davon.

00:18:00: Lebt davon im Grunde genommen dass es sie uns ablenkt.

00:18:03: und das alles ist eine Giftmischung die wir uns gar nicht leisten können weil das einzige Kapital das wir in Deutschland haben ist der Kopf wenn wir den noch haben.

00:18:13: Alles andere können alle anderen wesentlich besser Und die führen uns ja deshalb auch vor und ich glaube, dass man da einfach wieder zurück muss oder hin muss auf die Grundlagen von Geistersarbeit.

00:18:24: Wenn ich mich eine Uni anschaue im neunzehnten Jahrhundert und heute anschau, das hat einfach überhaupt nichts miteinander zu tun.

00:18:30: Seine ist eine oberflächliche Bildungsfabrik geworden und das andere war respektvoller Umgang mit Wissen und Können wo Leute auch forschen konnten und wo Leute tatsächlich auch gründlich lernen konnten um selber weiterzudenken.

00:18:46: Bei uns zählt nur noch die Reproduktion.

00:18:49: Du hast dein Buch im Prinzip, kann man sagen fast wie so kleine drei abgeschlossene Essays unterteilt.

00:18:55: Es gibt einmal das Essay zur großen Unruhe und es gibt den Lärm auch als eine eigene Einheit.

00:19:01: Und dann als drittes was ich auch sehr spannend finde nochmal dieses Ruheausrufezeichen Privatgelände.

00:19:07: und wir werden uns jetzt mal entlang dieser Struktur ein bisschen hangeln und ich würde ganz gerne noch mal diesen Begriff aufgreifen den du ja immer wieder nicht nur du viele Menschen als Wort für und denen wir, glaube ich uns aber trotzdem mal näher anschauen müssen.

00:19:22: Wissensarbeit!

00:19:23: Wir haben eine Zeitalter erreicht wo Wissen für viele als Währung nicht mehr hinreichend geeignet ist.

00:19:31: und dennoch sprichst du von der Wissenserbeit.

00:19:34: erklär uns bitte was du darunter verstehst wie du das abgrenzt und dann würde ich ganz gerne mich da mal ein bisschen starten mit dir mit den drei Essays.

00:19:45: Gegensatz zu Routinebildung und Routinewissen, das also aus dem Schulbuch oder aus der Gebrauchsanleitung kommt.

00:19:51: Wissen ist immer personalisiert.

00:19:53: Das heißt es hat einen hohen Anteil um sogenannten Implicitenwissen.

00:19:56: dann können an Know-how eine Erfahrung vor allen Dingen auch

00:19:59: Erfahrungswissen.

00:20:00: genau das wird ganz entscheidend damit zu tun Und ohne diese Personalisierung des Wissens gibt es eigentlich nichts Neues.

00:20:08: Also wenn du nur das tust und nur weißt, sozusagen was andere auch wissen kannst du wunderbar in der Organisation mitschmehren erfüllst seine Rolle als Maschine und bestand Teil einer Industriegesellschaft und der Routinearbeit.

00:20:20: aber du kannst nichts Neues schaffen weil erst die Schlussfolgerung aus dem Verhandlungenwissen, die Re-Kombinationen, die Kontextualisierung dieses Wissendes zu einem bestimmten Problem dazu führt dass du tatsächlich neues Wissenschaften.

00:20:33: Das ist Wissensarbeit!

00:20:35: Wissensarbeit ist keine Lehrer-Tätigkeit, um das mal hart zu sagen.

00:20:39: Ja genau!

00:20:40: Es ist nicht das was ich zwischen abstrakt gesprochen zwei Buchdeckeln befindet und was ich mir irgendwie zu Gemüte geführt habe sondern wie du sagst immer personalisiert.

00:20:48: es ist immer verstoffwechselt durch unser eigenen Metabolismus dessen was wir erfahren haben was wir wissen was wir können und dass dann in den Kontext jeweils reingepasst und dann noch ein zweites finde.

00:21:00: das ist schon einmal ganz ganz spannend.

00:21:01: Du hast auch wieder wunderbare Wortschöpfung den Begriff der tätigen Ruhe eingeführt.

00:21:06: Ich darf da einen Satz von dir zitieren, Tätige Ruhe ist die Wiederherstellung des menschlichen Maßes bei Arbeit und Wissenserwerb.

00:21:14: Na evoila!

00:21:15: Das darfst du für uns jetzt mal ein bisschen sitzieren diesen Satz weil ich glaube, dass man sich am besten über den Schreibtisch hängen kann.

00:21:23: Im Grunde genommen ist es sozusagen die Kurzfassung dessen was ich gerade gesagt habe.

00:21:27: wenn ich ein Buch schreibe das Ruhe heißt in dem Wissenschaftler oder die Bedingungen vom Wissenschaftler referiert werden dann ist das Ergebnis von Wissensarbeit, aber was im Buch drin ist, ist im Grunde genommen ein reproduziertes Wissen.

00:21:40: Das kann man sich anschauen und erst dann wenn ich das nehme und anwende in meiner Arbeit immer in dem Leben sage wie passt das zusammen mit meiner Organisation?

00:21:49: Mit meinen Problemstellungen, dann wird neues Wissen daraus und das ist sozusagen dieses menschliche Maß dass ich ja abgrenzt gegenüber der KI die Datenbank und Routine wissen ist, weil sie kann ja nur das tun was Menschen schon gedacht haben.

00:22:03: Und wieder vorlegen dass tatsächlich in der Lage ist Innovationen zu schaffen und neue Problemlösungen zu schaffen.

00:22:09: Das ist immer eine Geschichte die hat zu tun mit den Rahmenbedingungen.

00:22:13: wo leben wir gerade?

00:22:14: welches Problem taucht auf?

00:22:15: Mit wem?

00:22:16: Wo waren?

00:22:16: Auf welchen Ort?

00:22:17: Ja und unter welchem?

00:22:20: zahlreichen Umständen also wenn wir jetzt das Leben anschauen es ist so unterschiedlich weil es auch sehr schön ist konnten wir irgendwann nicht umgehen und haben gesagt, alles für alle.

00:22:30: Alles gleich, alles einheitlich.

00:22:34: Und dieses alte Einheitswissen wird jetzt von Maschinen übernommen was ja auch ihre Aufgabe ist.

00:22:40: Das heißt, alles was wir schon haben legt die Maschine uns vor.

00:22:43: das ist ja letztlich die KI und wir haben den Job daraus etwas Neues zu machen also weiterzudenken bessere Maschinnen zu bauen, bessere Dienstleistungen besser auf Büroorganisationen und einfach nicht so weiter zu machen wie bisher.

00:22:57: Und das ist die Arbeit des nächsten Jahrhunderts, und die Arbeit, die wir machen müssen – mit großer Wahrscheinlichkeit zufriedenstellender und befriedigender als die Routinearbeit, die Wir hinter uns gelassen haben.

00:23:10: Es wird aber noch ein Stück Arbeit um die Kultur zu ändern.

00:23:12: Das ist eigentliche Schwerarbeit.

00:23:15: Da kommen wir sicherlich auch nochmal gleich zu.

00:23:17: Ich mache mir mal wieder den berühmten Knoten ins Taschentuch hier Und ich würde ganz gerne bei dir, bei der großen Unruhe mit einem vielleicht auch kritischen Beobachtung einsteigen.

00:23:27: Nämlich du darf das jetzt mal in Anführungszeichen setzen lässt das da ein bisschen über das hier und Jetzt, dass wir sind nur noch in der Gegenwart unterwegs.

00:23:36: die Vergangenheit ist wie so eine Art Müllhaufen an Erkenntnissen, mit dem wir uns gar nicht mehr belasten möchten Und in die Zukunft verschieben wir alles.

00:23:44: Hier kommt wieder so ein schönes Wort, das ist der Zukunftskontainer.

00:23:48: Erklär mir das!

00:23:48: Was meinst du damit?

00:23:49: Weil im Prinzip dieses Thema ... Wir befinden uns hier im Jetzt und leben da.

00:23:54: Da bevorzuge ich auch zu Leben.

00:23:56: Gab es ja auch schon bekannte Denker- und Dichter, die das gesagt haben erst mal gar nichts gegen zu sagen.

00:24:01: Also was hat's mit diesem Zukunftskcontainer an sich?

00:24:05: Also eine Gegenwart, die weiß wo sie herkommt und das aufgreifen kann ist ja eine super Gegenwart, aber wir sind ja auch historisch.

00:24:13: Wir glauben ja sozusagen, wir sind einzigartig ohne Begründung nicht, weil die einfach da sind.

00:24:18: Hingeplomst!

00:24:19: Genau, reingeplomst in die Spätkonsumgesellschaft und fertig und aus und das muss genügen und mehr müssen wir eigentlich nicht wissen und es hat ganz entscheidend damit zu tun dass es natürlich auch in der Geschichte dieses Landes jede Menge zu verdrängen gab und gibt nach wie vor.

00:24:36: Das macht's ja für viele politisch sehr viel leichter, sich durchzusetzen heute – und früher auch.

00:24:41: also ist nicht keine neue Erscheinung!

00:24:44: Und gleichzeitig redet man ständig von der Zukunft von Visionen und Utopien eine spezielle Form von intellektueller Faulheit haltet, was ich für eine intellektuelle Faulhalt halte.

00:24:57: Weil man es jetzt nicht erledigen muss und sich eben jetzt nicht die Mühe machen muss zu gliedern und sagen Was konnten wir schon recht gut?

00:25:03: Also positiver Konservatismus sozusagen Ja, was funktioniert eigentlich?

00:25:07: Was können wir?

00:25:09: auch das wissen die Leute ja nicht mehr.

00:25:11: Das können wir nicht.

00:25:12: also die kritische Analyse dessen wo andere und anderes besser ist, um wo Defizite da sind.

00:25:19: Das muss ja nicht nur der Vergleich sein von dem halte ich gar nicht so viel sondern einfach die Idee zu sagen wie hätte ich es denn gerne?

00:25:25: Was könnte ich denn sozusagen aus dem was da ist noch besseres machen?

00:25:27: höhere Qualität mehr Schönheit mehr Ästhetik zum Beispiel auch im Design oder in den Dienstleistungen das ist ja alles.

00:25:35: mehr Freundlichkeit all das sind ja Qualitätsmerkmale.

00:25:39: Auch das unterlassen wir bei diesen die diesen vergleich nicht haben, den historischen Vergleich nicht haben.

00:25:45: und die Zukunft?

00:25:46: ja da machen wir dann irgendwas.

00:25:47: In der Zukunft passieren entweder Katastrophen oder es wird etwas erledigt aber jetzt nicht.

00:25:53: Also drum kannst du eigentlich nichts reformieren, nichts restrukturieren, nix verbessern weil alles was man anspricht ist immer ein Jahrhundertprojekt.

00:26:04: Mich überrascht es zum Beispiel gar nicht mehr, dass die Bahnen sagen können.

00:26:06: Ich bin in den Jahr- und Jahrzehnten.

00:26:08: Irgendwann war ich mit dem Kran fertig.

00:26:10: Glaubt ihr sowieso kein Mensch mehr?

00:26:12: Da kann ich ja gleich sagen... Genau!

00:26:14: ...ich kümmere mich nicht drum, denn das ist hier die Aussage.

00:26:17: Also ist es im Prinzip wenn man's auf die Spitze treibt ein betrohntes, ein emphatisches Zukunftgeschwafeln nichts anderes als Prokrastination?

00:26:27: Genau, es ist Verschiebungen Von Tätigkeit, Faulheit.

00:26:33: Und weil es bequemer ist zu sagen ich mache das morgen und dieser Zukunftskontainer von dem ich rede ist sozusagen diese eigentlichen Müllbehälter.

00:26:40: also muss man sich das vorstellen wo alles was auch nur annähernd besser sein könnte reinkommen.

00:26:45: dann sucht ihr so wenigen wir da machen.

00:26:46: Das muss heute nicht mehr gemacht werden und das machen wir schon viele Jahrzehnte so und im Guten wie im Schlechten mit den Dystopien und den Utopien und allen Visionen die da rein kommen kommt schon seitlich raus, das ganze Zeug.

00:27:02: Unter dessen geschieht nichts!

00:27:04: Aber alles sind in Bewegung, ja?

00:27:06: Alles sind ständig sozusagen dynamisch unterwegs und ich glaube es ist auch ein Teil des Grundes.

00:27:12: wo haben wir gesagt tätige Ruhe eine sehr ernste und pragmatische Angelegenheit und dass sie eben keinen Serbätik kriegen oder kein Anlass die Zukunft zu verschieben sondern es ist die Aufforderung die Verpflichtungen jetzt was zu tun Mit dem Wissen, dass wir haben Neues zu schaffen.

00:27:26: Also die Hände zu spucken da wäre ich sozusagen ja fast bei Linnemann.

00:27:30: nur er meinte etwas ganz anderes nicht?

00:27:33: Er meint ja im Grunde genommen... Ich weiß zwar nicht, wo ich hin will.

00:27:37: Aber dafür bin ich schneller dort, um den Kaparatisten zu

00:27:39: inszenieren.".

00:27:40: Naja man muss ja auch immer gucken in welchem Umfeld man sich bewegt und aus welcher Perspektive raus er das spricht.

00:27:46: Und da kann man ja unter Umständen dem guten Mann ja mal unterstellen dass er da auch gewisserweise im Punkt hat.

00:27:51: nur das allein einfach machen hat noch nie was zum Guten gewendet.

00:27:55: Ich muss dabei irgendwie an meinen längst verstorbenen Vater denken der oft sagte Kinder wenn ich mal den Speicher aufräume Weil das war natürlich auch so ein Thema.

00:28:05: Alles, was irgendwie nicht unmittelbar gebraucht wurde ob Christbaum-Dekoration oder irgendwelche ausgemusterten Klamotten die kamen alle auf den Speicher und hier kommt der Spoiler Alarm es kam nie dazu.

00:28:18: also irgendwann haben wir das Haus entrümpelt und der Speicher sah genauso aus einen Museum eine kathedrale angefangener Projekte und Unvollendetheiten.

00:28:31: Genau, das ist auch so das Bild in dem wir uns bewenken.

00:28:36: Wir haben über die Ablenkung schon ein bisschen gesprochen und ich würde gerne mit dir noch mal diese ... Wie soll man sagen?

00:28:43: Die Eskalation, die du da aufmachst in deinem Buch, aufgreifend zu sagen, es ist ja nicht nur Unruhe, die uns umgibt.

00:28:50: Es ist Lärm und vor allen Dingen Alarm.

00:28:53: Bring doch mal diesen ... Wo kommt denn das Wort Alarm überhaupt her?

00:28:57: Wie kann man das semantisch einsortieren?

00:28:59: Das fand ich hochspannend!

00:29:01: Alarm ist ein relativ junges Wort, das auftaucht in der Renaissance und auf Italienisch heißt Alarme zu den Waffen.

00:29:12: Also es ist im Grunde genommen Alarm, ja klar Und so bewaffnet euch, geht zu den waffen Das ist ein Ruf, einen Warnruf.

00:29:21: und dieser Alarm sozusagen, das ist eine sehr existenzielle Angelegenheit und wo überall Alarme losgehen und Erinnerungen klingeln und piepsen dann ist unser Organismus ständig in Alarmbereitschaft, das natürlich wiederum dafür sorgt dass wir kränker werden und nicht mehr zu Ende denken können was wir angefangen haben.

00:29:45: Und das zweite ist natürlich, dass daraus eine Gesellschaft entsteht die extrem aggressiv ist.

00:29:50: ja also es ist eine aggressive gesellschaften Bansengesellschaft sozusagen die Lärm macht und sich durch diesen Lärmen selber eine Stimmung versetzt in der sie auch gewaltbereiter ist und das merkt man überall.

00:30:04: Also die Krise hat er dazu geführt, weil sich Leute praktisch überall aggressiver verhalten.

00:30:10: Supermarkt auf den Straßen ist eine Wahrnehmung, die ganz schwer natürlich immer abseits der persönlichen Empirie beweisbar ist, weil niemand wirklich drauf guckt und niemand sagt, ist es tatsächlich so?

00:30:22: Aber jeder von uns empfindet es ja so im Großstädten wie im Kleinstädten.

00:30:26: also es ist tatsächlich so dass dieses permanente Es ist was los und ich weiß aber nicht, was.

00:30:32: Ich hat keinen Grund dazu führt dass man innerlich fast ausblutet und kaputt geht.

00:30:41: Und dann haben wir diese vielen viele Fälle von Menschen die darauf warten das ihnen jemand sagt muss langgeht und dann wird es richtig gefährlich.

00:30:46: Das heißt das eine dieser Alarm und dieser Lärm dieser Ständige dieses Hinnehmen von Gewerbe-Lärmen Fluglärm Straßenlärmen Menschenlärme Aber auch der Lärm von Demos.

00:31:00: Also Lärmmachen dürfen ja immer die, die Macht haben.

00:31:03: Wer die Klappe aufreißt hat Macht und die anderen müssen ruhig sein.

00:31:08: Ich frag mich gerade, ob wir da nicht mitten in so eine Spirale reingeraten.

00:31:12: Das heißt, je mehr Lärm im Außen ist umso mehr Alarmismus entsteht ... Weil das ist ja wie eine Art Treppe die dann also ansteigt was dazu führt dass wir uns davon absentieren und ablenken.

00:31:25: das wiederum führt dazu dass wir noch lauter rufen müssen um uns irgendwie da rein zu ziehen.

00:31:30: Also für mich wirkt es nach einer Spirala oder?

00:31:33: So ist es auch Im Grunde genommen, der Hilfeschrei ist immer ein bisschen leiser von einem selber als den denn der andere aussendet.

00:31:42: und dann steckt man in einer Gesellschaft, die eigentlich alle Hilfe schreien.

00:31:45: Es klingt aber anders weil sich allen nur sozusagen übertönen müsste.

00:31:50: so muss den anderen ständig übertönern Und man kann seine eigene Stärke und seine eigene Lautstärke und seinen eigenen Platz überhaupt nicht mehr klar definieren und sagen Man wird gezwungen, bestimmtes Marketing zu machen.

00:32:03: Marketing ist alles und überall.

00:32:05: Das ist ja auch im Journalismus mittlerweile so.

00:32:06: Ich glaube das ist ja eine Marketing-Disziplin für viele, also so wie es ihr ausgeübt wird.

00:32:12: Und das isst sie nicht!

00:32:13: Sie hat ursprünglich eine ganz andere Aufgabe.

00:32:15: Es geht nicht um etwas zu verkaufen weder eine Story noch sonst etwas, sondern darum zu sehen... wo Probleme sind und die zu diskutieren, um Informationen zu geben.

00:32:24: Die Valides sind damit man sie selber nicht einholen muss.

00:32:27: Das ist eine Dienstleistung gewesen irgendwann mal.

00:32:30: Heute ist daraus eine Verkaufsshow geworden.

00:32:33: Und das füllt dazu dass Gesellschaften und Menschen, weil Gesellschaften sind ja Menschen die vertrauen haben oder zutrauen haben in sich und andere sich nicht mehr vertrauen und sich nichts mehr zutrauen.

00:32:46: und da sind wir dann also alle retten sich nur noch rüber.

00:32:50: Reicht es für mich nach, kann ich noch lange genug meinen Job haben?

00:32:53: Bevor ich wegrationalisiert werde, wann kommt die nächste Krise?

00:32:57: Wann ist das hier?

00:32:58: Also all diese Dinge kennzeichnen diese Gesellschaft und das macht diese Gegenwartgesellschaft aus, die zwischen Lärm- und Aktionismus zerregen wird.

00:33:06: Und das ist super für alle Leute, die Leute manipulieren wollen Politiker und Populisten.

00:33:12: Flute, The Sound with Shit sagt Steve Bainan und daran hält sich Trump ja eisern und nicht nur er.

00:33:18: Und wenn diese Zone dann tatsächlich mit Schitt geflutet ist, dann hast du Leute die alles kaufen und froh sind.

00:33:24: Da sehen sie jemand kommt und sagen das mache ich in Ordnung.

00:33:28: Das ist das

00:33:30: Prinzip.

00:33:31: Mir ist eine Sache aufgefallen, wenn wir uns so umschauen unsere Autos werden ja eigentlich... oder viele Geräte immer leiser.

00:33:39: Also der Fortschritt, der sogenannte Innovation arbeitet ja daran, dass die Maschinen, das die Geräten leiser werden.

00:33:45: Wir haben E-Automobile,

00:33:47: d.h.,

00:33:47: auch das Thema Straßenlärm hat sich relativiert und gleichzeitig wird es aber in der Gesellschaft immer lauter.

00:33:55: Und dann wiederum – und das finde ich eigentlich auch ein ganz interessantes Phänomen – wir sehen auf der einen Seite Menschen permanent mit Kopfhörern rumlaufen um sich irgendwie nach außen abzuschotten Aber nach innen voll zu tröten.

00:34:09: Ja und da gehe ich gar nicht mal so weit weg, da gucke ich auch auf mich.

00:34:12: Ich habe auch ständig die dinge auf das heißt ich schotte mich irgendwo In der folge in der funktion nach außen ab aber nach inne.

00:34:19: was läuft?

00:34:20: Der podcast die musik und so weiter und sofort.

00:34:23: wie schaust du darauf auf dieses auf diese wirklich widersprüchlichen umgang?

00:34:27: Symptombekämpfung, also nicht die Ursache sondern eigentlich nur eine Nebenerscheinung bekämpfen.

00:34:32: Das sind die ganzen Neueskänzelingen Geschichten, die wir haben.

00:34:36: Wir machen die Mauer zu und glauben es ist aber der Lärm ist trotzdem da!

00:34:40: Die Gefahr ist da, der Alarm ist da.

00:34:42: Die

00:34:42: akustische Brandmauer?

00:34:44: Genau, die akustischen Brandmauern sozusagen.

00:34:46: Also diese Illusion die man eigentlich eingeführt hat für Piloten, damit sie sich konzentrieren können im Flug.

00:34:54: Deshalb hat hier ein Unternehmen das entwickelt diese Noise-Canceling Technologie und dann fing es an in den Nullerjahren sich zu verbreiten immer mit dem Argument im Großraumbüro kannst du sonst nicht arbeiten.

00:35:05: also man hat nicht gesagt mach vernünftigere Büros oder Rahmenbedingungen für Wissensarbeiter sondern kauft euch einen Kopfhörer.

00:35:11: Und das zeigt natürlich diese ganze Fehlentwicklung der Kultur oder Elektromobile Sound Engineering.

00:35:17: Leise Autos werden künstlich laut gemacht, damit sie diesen gewaltigen Spruch haben.

00:35:22: Also da gibt es dann Leute, die nehmen viel Geld dafür, dass sie ein leises Elektroauto, das nur ein bisschen Piepsteins langsam fährt oder Sicherheitsgründen, aber das sind auf der Autobahn so richtig röhrer wie so ein Ferrari weil das ist ja cool.

00:35:37: und da sieht man diese ganze Primitivität zwischen hinter dieser Kultur der Lautstärke.

00:35:42: Die ist gewalttätig, die ist laut und die ist übergriffig.

00:35:45: Und das muss gerettet werden.

00:35:47: Das ist das, was ja viele von den Leuten meinen.

00:35:49: wir müssen wieder dorthin.

00:35:50: Der Verbrenner muss erhalten bleiben und wir müssen zurück zu anderen Erfolgen.

00:35:54: Nein!

00:35:55: Wir müssen weiter denken.

00:35:57: Und diese Vulgarität sozusagen des Gedankens, den da viele haben, dass lautstärke Denken ersetzt?

00:36:05: Das ist eine der größten Gefahren überhaupt weil sie führt zu einer Gesellschaft in der sich das, was bei uns passiert nicht mehr von dem unterscheidet, was Putin in Russland macht.

00:36:13: Das ist genau so eine Matschaugesellschaft die laut ist dummes oberflächliches Gewalttätig und aggressiv.

00:36:20: Und das ist nicht die Welt, in der man leben möchte.

00:36:23: Jetzt, wenn wir das mal zurück können.

00:36:24: Warum tun wir das alles?

00:36:25: Es ist ja immer eine gute Frage sich zu überlegen Wenn es doch so offenkundig nicht sinnvoll ist oder sinnhaft dann ist und wir das doch erkannt haben.

00:36:34: Vielleicht haben wir's auch noch nicht alle erkannt.

00:36:35: Das ist noch ne andere frage.

00:36:37: gehen wir mal davon aus denn stellt sich ja sofort immer die frage Und warum tun wir es trotzdem?

00:36:42: warum handeln wir wieder besseren wissens?

00:36:44: und da würde ich Mal jetzt sozusagen zwei kleine hypothesen in raum stellen nämlich einmal natürlich der wunsch jedes einzelnen der hoch individuelle Wunsch gesehen zu werden, also dass man wahrgenommen wird.

00:36:57: Dass man eben nicht der Vereinzelung unterworfen wird.

00:37:02: das ist das eine.

00:37:03: aber bleiben wir vielleicht erst mal bei dem einen Punkt was würdest du dazu sagen?

00:37:06: Ist das eine Triebfeder für dieses ganze Getöse dieses eben nicht übersehen zu werden Teil des gesamten zu sein nicht irgendwo von der vom Rudel vergessen zu werden?

00:37:16: ist es eine Motivation?

00:37:18: Es ist eine Motivation, ich glaube sogar eine ganz zentrale Motivion.

00:37:22: Es ist Angst sozusagen der oder die zu sein, der man isst.

00:37:27: Das ist eine ganz wichtige Geschichte.

00:37:29: Ich bin mich bläsbars kalt zitiert mit seinem relativ berühmten Satz.

00:37:34: Das ganze Unglück der Menschen besteht nur darin dass sie nicht allein mit sich in einem Zimmer bleiben können.

00:37:40: Also das ist dann so ein Satz wo du sagst ja klar was ist das für einen Satz?

00:37:44: Du musst doch rausgehen in die Welt!

00:37:46: Pascal erklärterweise hat es uns ja gesagt, was er zu meinen sagen wollte war und ist.

00:37:54: Wir müssen uns zunächst einmal selbst verstehen, erkennen dich selbst und wir müssen ihn selber mögen!

00:37:58: Wir müssen mit uns allein im Zimmer auskommen können.

00:38:02: Und das ist etwas, was wir nicht gelernt haben und was diese Gesellschaft geradezu manisch verabscheuert Und dann sozusagen im erwachsenen Zeitalter und der Gesellschaftsbegriffen wie Gesellschaft, Solidarität, Gemeinschaft oder Teamgeist ablegt die alle meistens nicht das meinen was sie vorgeben zu sein sondern eigentlich meinen Sie alleine kommst du nicht durch.

00:38:29: Und das ist natürlich in einer Gesellschaft, wenn dann hast du so Individuen die keines sind.

00:38:34: Die ständig jemanden brauchen der sagt Du siehst toll aus!

00:38:37: Du bist so geklug und du bist so schön und dann guck dir die Leute mal an Alles sind forever young was sie natürlich nicht sind und alles sind klug.

00:38:47: und jetzt kommt noch die KI und sagt ihnen du kannst doch noch alles andere machen was du möchtest du kannst ein großer Malle sein, ein großer Musiker die größte Literarzt der Weltgeschichte, alles geht.

00:38:59: Und das ist nicht wahr!

00:39:01: Das ist eine Lüge.

00:39:03: Die Maxing-Gesellschaft ja?

00:39:05: Die beste Version seiner selbst.

00:39:06: Das ist ja alles hier auch in den Sozialen Medien.

00:39:08: Maxing, Maxing... Ja und ne andere.

00:39:12: also das heißt du sagst natürlich sind wir soziale Wesen, wir wollen eingebunden Wir müssen, wir sind darauf angewiesen aber dass was wir da verwechseln is Individualität Der Wunsch einfach nach Feedback, nach Rückkopplung.

00:39:28: Dass wir uns da absolut abhängig machen, dass wir im Prinzip so was sind wie kleine Feedback-Junkies.

00:39:33: Was nichts mit einem vielleicht gesunden eingebundenen Sein zu tun hat.

00:39:38: Da liegt ja eine Spannung drin zwischen Autonomie auf der einen Seite, was ein urmenschliches Bedürfnis ist und das eingebundene Sein in einer Gruppe.

00:39:47: Und da sozusagen eine gute Balance zu finden.

00:39:49: Das ist ne Menschenherausforderung!

00:39:52: Man kann es mit Feedback wunderbar erklären.

00:39:54: Also alle lernen theoretisch, dass Kritik etwas Gutes ist weil dann kann man was besser machen.

00:39:59: Aber kaum jemand würde ich behaupten nimmt Kritik so auf das es nicht persönlich gemeint ist.

00:40:06: Das ist der Klassiker.

00:40:08: Ja ja kritisieren also ganz ob ich gesagt mir genau was du denkst Aber so nicht Genau.

00:40:14: und das zeigt natürlich Und auch das ist natürlich erlandes Verhalten Das kriegst du ja schon in der Schule mit.

00:40:20: Wenn du das Falsche sagst, was immer das sein mag, dann bist du nicht klug, gehörst du nicht dazu?

00:40:27: Dann musst du das noch mal richtig sagen und so weiter.

00:40:30: Also dieses Abrichten!

00:40:32: Von Menschen in eine Richtung ist glaube ich das große Problem und es ist einfach immer noch unerledigte Aufklärung, die wir mit uns rumschleppen.

00:40:41: Und da muss man sich nicht wundern dass Leute dann sozusagen ihren falschen Führer nachlaufen wenn sie erwachsen sind oder wenn die Gesellschaft nicht mehr so funktioniert wie Sie das gelernt haben.

00:40:53: Ich habe noch eine zweite Hypothese, die ich dir jetzt quasi ja noch schuldig bin.

00:40:56: Das ist nämlich unser Wunsch und das kam bei dir auch schon so ein bisschen implizit rüber nach Orientierung.

00:41:02: Dass wir uns in diesem ganzen Getöse hier auch einer Gewissen... Und darüber schreibst du auch einer gewissen Ungewissheit ausgesetzt sehen und dass wir dann auch besonders anfällig werden für einfache, für laute Wahrheiten?

00:41:19: Ja!

00:41:20: Ich glaube, eine der zentralen Erfahrungen die wir gerade in dieser Gesellschaft wieder einmal machen.

00:41:27: Allerdings hoch riskant weil da steht jetzt mittlerweile wirklich mehr auf dem Spiel.

00:41:31: Stellt die Demokratie auf den Spiel?

00:41:33: Das ist so ne wohlfeile Phrase, da hört keiner mehr zu.

00:41:36: Tatsächlich steht auf dem Spiele ob dass du dich frei auf der Straße bewegen kannst, dass du nicht verbrügelt wirst und nicht eingesperrt wirst oder ungelegt wirst dass du deine Existenz sichern kannst, dass du nicht verachtet wirst und so Dinge die tatsächlich wirklich existenzial bedrohen sind.

00:41:53: Ich würde nicht über die Demokratie-Rettung sprechen.

00:41:55: Die Demokratie ist das Ergebnis.

00:41:58: Das

00:41:58: ist völlig abstrakt!

00:42:00: Und es nutzt sich dann so ab wie wir ja wirklich Hochburg gehabt sind darin Begriffe und Terminologien einfach abzunutzen?

00:42:07: Genau, also die Gemeinschafts-Rilitarität ist ja dieselbe Geschichte.

00:42:10: Das bedeutet dir alles nichts mehr und das nimmt dann niemand mehr ernst.

00:42:13: Sondern wir müssen einfach diese Sachen mit Leben führen und sagen was bedeutet es denn?

00:42:18: Wenn du nicht mehr Teil einer Organisation bist wenn man dich entlässt oder kündigt oder sonst was... Und du nichts mehr verdienen kannst und deine Kinder nicht mehr durchbringen und deine Miete nicht mehr zahlen kannst, da sind die Dinge um die es geht!

00:42:30: Das heißt dass du wirklich tatsächlich um's Leben läufst.

00:42:34: Das ist etwas anderes als diese politisch wohlfeile Phraseiologie, die meistens ja von Leuten auch noch entwickelt wird.

00:42:40: Was mich besonders stört.

00:42:41: Die unkündbaren Verhältnissen in Ämtern herumlungern im Politischen oder sonst irgendwie aus Verhältnisse kommen wo ihnen nichts passieren kann.

00:42:49: Auch das ist natürlich etwas... ich bin da durchaus alterswütend was es angeht weil ich sehe wie ungerecht die deutsche Gesellschaft ist, die sich ja immer für so gerecht hält und immer Gerechtigkeit einfordert, seine zutiefst ungerechtige Gesellschaft weil sie in einem Innen- und in einem Außen auseinander fällt.

00:43:06: Immer schon auseinander gefallen ist.

00:43:09: Und das Außen ist mittlerweile so groß dass das Innen, das gar nicht mehr begreift, dass es eigentlich nur mehr ein kleiner und schmelzender Kern ist um den Star geht die sich noch zurückziehen können und sagen für mich gehts ich das noch aus?

00:43:22: Und ich prophezeihe Es geht sich für niemanden mehr aus wenn wir so weitermachen.

00:43:27: Das wäre, also würde ich sagen auch mindestens mal noch ein Podcast wert.

00:43:31: Dass das ganze Thema Gerechtigkeit, auch inwieweit wir da von Klassismus auch durchaus sprechen können.

00:43:38: Ich würd' sagen wie gehen wir so langsam in Richtung?

00:43:40: Wie drehen wir es denn um?

00:43:41: Denn dein drittes Kapitel oder dein drites Essay heißt ja eben Ruhe Privatgelände, noch ein kritische kleine Schleifen nehmen wir mal mit.

00:43:50: Weil ich muss diesen Begriff hier auch nochmal mit einbringen du sprichst von der Tyranei der Intimität.

00:43:56: auch da wieder bitte nicht das Kind mir den Bader ausschütten und plötzlich etwas verordnen was zutiefst privat um nicht zu sagen Intimissimi ist.

00:44:05: also was meinst Du mit der Tyrannei der intimität?

00:44:08: auch gerne mal gesprochen im Kontext unserer Arbeitswelt?

00:44:13: Naja, ich greife seinen Begriff heraus auf der Soziologie.

00:44:16: Das ist nicht meine Erfindung und das meint ja etwas ganz anderes als mein sozusagen dieses Zurückziehen, dieses eben nicht verstehen dass man auch immer Teil eines eines Systems ist, um in Abhängigkeiten und Arbeitsteiligkeit.

00:44:36: Genau!

00:44:36: Und das ist nicht das Teamding, was ich vorher gemeint habe.

00:44:39: Das ist ja auch eine Oberfläche wie Demokratie retten

00:44:43: usw.,

00:44:44: sondern es ist tatsächlich das Bewusstsein dadurch dass wir in einer Welt leben, in der es unterschiedliche Talente gibt, Fähigkeiten Aufgaben die wir miteinander so vernetzen müssen, dass wir an Dingen teilhaben.

00:44:56: Zugabs im politischen und gesellschaftlichen Bereich immer das schöne Wort Zivilgesellschaft dass ich durchaus schätze und das sind nicht die Vorfeldorganisation oder der politischen Parteien, so wie man das in Deutschland gerne interpretiert.

00:45:07: Sondern es ist, das bist du, das bin ich, das sind alle Leute, die existieren und leben und wissen, dass sie alleine auch nix reißen werden bei aller Individualität.

00:45:18: Und diesen Zustand zu überwinden, dass man sozusagen glaubt, Vertrau verzichten, gemeinsame Sache zu machen mit anderen und bewusste Politik zu machen.

00:45:30: Darum geht es mir ganz besonders jetzt.

00:45:32: Das gibt ja den wunderbaren Begriff.

00:45:35: der Begriff des Idioten stammt aus dem antiken Raum.

00:45:38: Ich sage das immer gern dazu dass man die Leute, die geklappt haben sie kommen schon aus und können sich noch rüber retten.

00:45:43: Wir müssen an den Dingen der Gemeinschaft nicht teilhaben und wir haben genug Idioten natürlich in dieser Gesellschaft Die glauben für sie läuft es immer noch gut.

00:45:54: Sagt das auch immer allen Leuten, die sagen, mich betrifft das nicht?

00:45:56: Ich bin unkündbar, sage ich ja aber nur so lange die Steuergelder noch fließen.

00:46:01: Danach bist du unkünstbar, aber unbezahlt und das ist etwas... Da gucken Sie

00:46:04: auf Ihren inneren Kalender und denken vielleicht geht's jetzt noch aus!

00:46:06: Genau

00:46:07: natürlich, wie der Name schon sagt.

00:46:09: Das hat sich seit der Antike nicht viel verändert.

00:46:12: Diese Form von Privatheit meine ich nicht.

00:46:14: Ich meine die Privattheit, die sagt nein bis hierher nicht weiter.

00:46:18: Und wenn wir uns anschauen, wie wir zum Beispiel mit unseren Daten umgehen in der Wissensökonomie.

00:46:23: Was wird den Plattformen alles schenken?

00:46:25: Was werden alle sagen?

00:46:27: Wir lassen den Feind heute hinter die Tür und er spioniert uns aus, er nimmt uns aus.

00:46:33: Er nimmt unser Eigentum, unser Geistiges, er verwertet es neu.

00:46:37: das machte die KI und die KI-Plattformen systematisch.

00:46:41: Und wir sind auch noch freudig dabei weil wir glauben wir kriegen etwas.

00:46:44: Das ist eine Selbsttäuschung, die ist enorm Und ich bin dafür, dass wir diese Privatheit als wesentliche Form bügerliche Existenz wieder entdecken und anfangen damit neu zu arbeiten indem wir sagen nein da darfst du nicht rein.

00:47:01: Ich lese mir jetzt auch mal die AGBs durch, die mir Meta schickt und andere Institute.

00:47:07: Guck mal was da drinnen steht bevor ich da unten auf das Kästchen gigge Auf den dann steht.

00:47:13: Ich bin mit allem einverstanden und lerne sozusagen den Umgang mal mit diesen Technologien ein bisschen.

00:47:21: Und bei der Privatheit geht es natürlich auch darum, dass man ganz klar matriere Grundsicherungen hat.

00:47:26: Dass man das Recht hat zu leben und zu existieren und nicht abhängig ist voneinander, weil sonst kannst du die Privatsphäre im Grunde genommen über einen Zaun hängen.

00:47:35: Das ist auch nichts wert!

00:47:37: Virginia Wolf mein großes Vorbild mit einem Zimmer für sich allein einer der großartigsten Texte, weil er uns etwas ganz einfaches sagt.

00:47:47: Also in Virginia Wolf hat ihr Leben lang gekämpft für das Frauenwahlrecht.

00:47:50: und dann gab es im selben Jahr, an dem das Frauen-Wahlrecht in England endlich erkämpft wurde – wahnsinnig später!

00:47:55: In den dreißiger Jahren hat sie eine Erbschaft bekommen auch?

00:48:00: Und da hat sich die Mut zu sagen, für mich war die Erbschrift jetzt wichtiger als das Frauenwallrecht Weil das sichert mir sozusagen die Unabhängigkeit.

00:48:06: und hätte ich nur das Frauenwahlrecht bekommen, hätte ich dieses Wahlrecht nie so anwenden können wie Männern, die materiell abgesichert waren.

00:48:14: Es braucht beides!

00:48:17: Wo müssen wir für Ruhe sorgen?

00:48:20: Auch in unseren... Wir sind ja hier im Rahmen von Good Work immer an der guten Arbeitskultur auch interessiert und hat es ja auch schon eingangs gesagt, dass wird noch die größere Herausforderung.

00:48:31: Wie können wir denn da für die Dosisruh sorgen, die wir brauchen.

00:48:36: Also diese eben nicht Abschottung meint, die Nicht-Vereinzelung meinte, die nicht krassen Egoismus meint – nicht jeder nach seiner Versorgung sondern dennoch diese Kräfte in gesundes Maß miteinander bringt?

00:48:49: Also das eigentlich ist glaube ich dass man jetzt mal ganz einfach physisch und ganz banal zu ruhig kommt indem man aufhört mit dieser Störungskultur in den Unternehmen.

00:48:58: eine Unterbrechung kannst du mir nochmal schnell sagen oder kannst du mich noch einmal helfen?

00:49:02: braucht zwanzig Minuten, dreiundzwanzig Minuten um genau zu sein und wieder aus dem Kopf draußen zu sein.

00:49:07: Das heißt man zerstört die Wissensarbeit anderer zu tun und auch die Gesundheit anderer Leute.

00:49:13: das man sich nicht stört dass man sich einen ordentlichen Arbeitsplan macht, dass man sagt man getrittes Zimmer nicht ständig, dass mal falsche Transparenz zurückfährt recht?

00:49:21: Das ist ja keine Transparensmengelständige die offene Tür hat sondern nur ein Zeichen dass man nicht geistig arbeitet.

00:49:27: der Zit Respekt hat davor.

00:49:31: Ich bin da sozusagen auch ganz offen, ich denke dass die Klosterzelle da ein gutes Muster ist für Wissensarbeit.

00:49:38: Du musst eine Ruhe haben bei der Arbeit!

00:49:39: Lasst mich in Ruhe arbeiten das übrigens der meist genannte Wunsch in der deutschen Arbeitswelt.

00:49:44: Das wird auch verdrängt weil so viele Spilchen laufen wir auch.

00:49:52: Man sagt es ist ja viel wichtiger Meetings zu haben und Gemeinschaftsrauben.

00:49:55: Nein, der wichtigste Wunsche, das wichtigste Bedürfnis ist... ja nur meine Arbeit machen können.

00:50:01: Endlich in Ruhe wieder arbeiten?

00:50:03: Ja, genau

00:50:03: richtig!

00:50:05: Das ist ja dieses Thema was auch Werra starker sehr stark treibt mit der Deep Work und ich weiß es gibt einen Punkt an dem reibst du dich auch immer das ist wir haben's hier auch schon hundertmal diskutiert und trotzdem finde ich das gehört hier trotzdem noch mal hin nehme ich das Thema Home Office also auch eine Elenddebatte, die ja noch längst nicht zu Ende ist.

00:50:26: Wir sehen im Moment schon wieder diese Regressionsrück ins Büro wobei ich ehrlicherweise da auch nochmal was anderes beobachte das ganz viel verkündet und ganz wenig exekutiert wird.

00:50:37: also da gibt es ja auch immer etwas was man ankündigt oder was man beschließt und etwas was dann in der Realität stattfindet durchaus nicht immer dieselben Dinge.

00:50:47: Wie sortierst du das hier in diesem Kontext von Ruhe ein?

00:50:50: Also sollten wir dafür sorgen, zu sagen es ist doch super dass wir diesen großzügigen Umgang haben mit Homeoffice.

00:50:57: oder ist es vielleicht nicht sogar so, dass sie sagen Wir haben uns da auch in der Art und Weise voneinander entwöhnt, dass wenn wir mal aufeinandertreffen auch nicht mehr den richtigen Arbeitsmodus miteinander finden?

00:51:09: also das hat ja beide Seiten der Medaille.

00:51:12: Das wird auch so bleiben, solange man nicht aktiv und bewusst dran geht.

00:51:16: Es ist weder eine Lösung ständig im Homeoffice zu sein oder sonst irgendwo zu sein.

00:51:21: Und es ist auch keine Lösung Präsenzpflichten auszurufen, wobei diese Präzenzpflichtenausrunde sich eigentlich wieder ein Fake von schlechten Führungskräften... Eigentlich wollen sie ja, dass die Leute kündigen.

00:51:33: Und das ist doppelt Dorf weil mit Kündigungen werden immer nur die, die sozusagen auch noch andere Möglichkeiten haben.

00:51:38: Das sind eigentlich die, wie man braucht.

00:51:41: Die guten

00:51:41: Leute gehen und die Stumpenhacker an Sessel-Pum-Punk-Punkt bleiben natürlich.

00:51:47: Das ist klassisch wieder mal so ein Versagen eines wirklich miserablen, alten industriellen Managements.

00:51:55: Dass es einfach nicht besser kann und dann hockst du am Schluss mit den schlechtesten Leuten rum?

00:52:00: Aber die ganzen Tage sagen ja Chef sie haben mir so recht!

00:52:03: Das ist ja alles richtig.

00:52:05: Und sehr fleißig sind sie.

00:52:06: Ja,

00:52:08: die Kaffee-Küche.

00:52:09: Übrigens BMW hat gerade seinen Abfindungsprogramm, habe ich gerade die Tage gelesen wohl gestoppt weil Achtung es zu erfolgreich ist!

00:52:17: Es ist ja auch zynisch.

00:52:18: also haben sich wohl zu viele Menschen gemeldet und das Programm in Anspruch genommen.

00:52:24: Ich würde mal böserweise da unterstellen dass es genau wie du sagst nicht die Menschen sind die sie vielleicht damit erreichen wollten, die jetzt gesagt haben.

00:52:34: Wunderbar!

00:52:35: Nehm ich noch gerne mit?

00:52:36: Genau also nachdem ich hier sozusagen im Daimler Gürtel rund um Stuttgart lebe erfahre ich natürlich da auch einiges von Nachbarn und Freunden zum Thema Und genauso ist es hier natürlich auch.

00:52:46: Also die sich festgelötet haben im Büro und den man eigentlich dort nicht braucht.

00:52:51: Die werden ganz sicher bleiben und die anderen haben sich schon Jobs gesucht.

00:52:54: das sind vor allen Dingen Informatiker gute Leute.

00:52:57: in der Entwicklung wird es sicher wahnsinnig helfen, sozusagen bei der Bewältigung der Krisen.

00:53:04: Aber wenigstens sage ich dann auch immer bleibt man unter sich nicht?

00:53:07: Dann geht's vielleicht auch schneller mit einer richtigen Transformation aber die findet dann glaube ich nicht mit den Sitzenbleibern statt.

00:53:16: Zum Ende noch was, was mich auch so mindestens man hat auffern lassen.

00:53:21: Du schreibst Coaching und Teambuilding.

00:53:23: du hast hier schon ein bisschen das immer wieder enttäuschiert sind für dich fehl etikettierter Aktionismus.

00:53:30: Das darfst du gerne auch nochmal übersetzen.

00:53:32: also inwieweit du sagst dass ist das geht ja auch in diese Richtung dass wir vielleicht da auch manchmal Privatgrenzen überschreiten wo wir es auch nicht zu einem guten führen.

00:53:42: Ja wo wir sagen Auch Hier Ist Ruhe Geboten.

00:53:45: Also dieses psychologisierende Küchengespräch sozusagen, dass wir ja mittlerweile ein Standard ist im Coaching.

00:53:52: Das verabschiedet euch zutiefst!

00:53:54: Es bringt niemanden mehr zu was es hält.

00:53:56: die Leute gerade aber so heißt den Leuten nur sagen sie müssen sich jetzt in der Gruppe unter Gruppendruck fügen.

00:54:01: das ist eigentlich die Idee und es geht.

00:54:05: Ich halte sehr, sehr viel von pragmatischem und nüchternen Coaching.

00:54:08: Dass zum Beispiel die Arbeitsorganisation neu aufstellt und sagt wie arbeiten wir richtig zusammen?

00:54:13: Wie kriege ich denn um das auch noch zu beantworten was du vorhin gesagt hast... Wie krieg ich denn die richtige Arbeitsmischung zwischen Socializing, Kontextualisierung von den Problemern?

00:54:25: Das ist ja die Frage, oder?

00:54:26: Ja

00:54:26: zusammenhängebilden.

00:54:27: Das ist die Frage.

00:54:28: also wie kriege ich das richtig hin?

00:54:30: und das heißt aber dann dass ich keinen Schema mehr habe kein Schema F so in die Unternehmen rein muss vielmehr individuelle Wissensarbeit leisten muss auch als Coach nicht mehr mit der Methode Null Acht Fünfzehn reinrücken kann dann wird schon ein bisschen mühsamer dann verdient sich das Geld nicht zu leicht und so weiter.

00:54:47: Aber das ist nötig.

00:54:48: Ich muss mir jedenfalls selber anschauen, ich muss sagen wie sind denn die Leute da?

00:54:52: Vielleicht reden sie miteinander schon ziemlich gut, treffen sich zweimal in der Woche zum Kegeln oder was auch immer und sprechen natürlich über diese Probleme und lernen voneinander haben schon diese Zusammenhänge herbestellt, die ganz wichtig sind und sind nicht vereinzelt also im Gegenteil Sie sind nicht isoliert.

00:55:11: und dann reden wir von echten Teams.

00:55:13: Echte Teams Gemeinschaften in denen die Menschen voneinander was haben, weil sie sich ergänzen.

00:55:20: Wertschöpfungsgemeinschaft und auch auf einem Ziel hin arbeiten.

00:55:23: Gerne!

00:55:24: Vielleicht ein letzter kritischer Einlassung oder eine letzte kritische Einlassungen?

00:55:29: Weil ich ja auch weiß dass du da wirklich auch zum Teil auf dem Kriegsfuß mitstehst.

00:55:36: Inwieweit können denn... Und wenn ich jetzt sage KI dann weißt du schon das damit im engeren Sinne Large Language Models beschrieben werden, inwieweit können die dann auch ein Stück Einruhebeitrag leisten?

00:55:48: oder sagen wir mal so könnten ja hypothetisch gesprochen siehst du da überhaupt einen ansatz?

00:55:54: oder sagst du also egal von wo ich drauf schaue.

00:55:57: Ich sehe da gar keinen kein Wertbeitrag für unsere diese Diskussion

00:56:03: In der derzeitigen Täuschungskai nicht.

00:56:05: Aber KI, so wie sie mir spürlich gedacht haben wurde, Samen und

00:56:09: Co.,

00:56:10: also die Leute, die tatsächlich dieses Ding ja hochgebracht haben ist das es einer der wertvollsten Werkzeuge damit wir in Ruhe arbeiten können.

00:56:17: Was ist denn?

00:56:17: Es ist eine Datenbank des Wissens, dass uns erspart, dass wir blöde Routinearbeit machen müssen.

00:56:22: Es ist ein Bibliothek zu uns kommt wenn wir die richtigen Fragen stellen.

00:56:25: dazu muss man auch eigen intelligent und eigen gebildet sein um die richtigen Fragen zu stellen.

00:56:31: Also prompten ist nicht einfach nur eine Frage eines längeren Satzes, sondern einer Grundbildung, einer allgemeinen Bildung, um Faktoren mit einzuziehen – das war früher auch nichts anderes!

00:56:41: Wenn du in einfache Studentin die Bibliothek gegangen bist und nur die Bücher gelesen hast zum Seminar, hast du am Ende keinen wirklichen Gewinn gehabt, sondern nur dass höchstens man andere auch hatten.

00:56:50: wenn es reicht?

00:56:52: Glaub ich nicht.

00:56:53: Also KI kann ein mächtiges und IST ein mähtiges Werkzeug.

00:56:56: Ich glaube wir benutzen sie nur falsch Denn es ersetzt dem menschlichen Geist nicht, sondern ermöglicht sozusagen dass wir mit diesem menschlichem Geist weiterspringen und weit weiterkommen weil sonst blöde Arbeit abnimmt.

00:57:07: So wie die Dark Factories ohne Menschen uns ermöglichen das Produktion Mensch gerechter ist weil eben die schwere Arbeit dort wegfällt.

00:57:15: Das bedeutet in Übergangszeiten dass man seinen Job ändern muss Dass wir andere Aufgaben brauchen.

00:57:22: Darauf sollten wir uns konzentrieren aber doch nicht auf den Erhalt alter Industriearbeit.

00:57:27: Das sind die Fehler.

00:57:28: Wir hätten jede Möglichkeit, wir könnten hier auch das Land werden in dem man vollautomatisiert, damit man individuell denken könnte, dass so eigentlich die hohe Qualität die Deutschland hätte und dann werden wie auch wieder Produktionswelten als da allerdings nicht in einer Fabriksgesellschaft sondern in einer Wissensökonomie die menschengerecht ist.

00:57:47: Was lässt sich Hoffnungsroll stimmen oder was wäre vielleicht doch ein Vorschlag von deiner Seite?

00:57:53: Dass wir etwas zur Ruhe kommen

00:57:57: drüber im Klaren werden, wer wir sind und was wir wollen.

00:58:01: Und dass wir uns darüber im Klarn sein, dass wir nicht mitlaufen mit allen anderen sondern unsere Bedürfnisse ja mal regeln.

00:58:07: Das heißt selbsterkennendnis ist der beste Weg zur Besserung.

00:58:10: es geht auch hier aber da muss man sich mal trauen sich auf sich einzulassen.

00:58:14: wenn man das macht und einfach nicht das tut was andere wollen oder das tut etwas anderem gefällt sondern vielleicht ein bisschen in Klinch geht mit den Erwartungshaltungen von anderen dann kommt man, glaube ich am Ende als glücklichere und zufrieden nach einem Menschen raus.

00:58:28: Das ruhigere Mensch und das besannene Nachhermensch.

00:58:31: Das ist ja auch etwas sehr Schönes.

00:58:33: Dann lernt man ja die Dinge, die man auch mal ziehen lassen kann wo man sich nicht drin verheddern lässt und nicht drin verfängt und so eine Art Selbstinventur um immer dein schönes Wort was du ja sehr oft fürst in den Mund zu nehmen.

00:58:49: arbeiten mit Menschen Und am Unternehmen nicht anders herum.

00:58:54: Das wäre sinnvoll!

00:58:56: Auf jeden Fall ein Plädoyer für mehr Ruhe, für geistige Anstrengungen bei trotzdem ruhigen besonnenem Voranschreiten.

00:59:04: Ich glaube das ist das was uns allen ganz gut zu Gesicht steht und es steht auch das Buch von dir sehr gut zu Gesicht.

00:59:09: ich werde's auf jeden Fall mir noch das eine andere mal zur Hand nehmen.

00:59:12: Ich hatte mich sehr gefreut lieber Freund dass du hier warst.

00:59:15: Lieber Wolf Lotta gerne jederzeit wieder bei Good Work.

00:59:19: Danke liebe Yulia, danke dir

00:59:24: Schimpansenkultur, das hat mir natürlich wieder gut gefallen.

00:59:28: Muss ich auch gleich an meinen Freunden und Popkast-Idole Micky Beisenherz denken?

00:59:33: Der ja gerne mal die Vergleiche zieht zwischen sich und Schimpansen?

00:59:37: aber gut!

00:59:37: Das war jetzt gelästert.

00:59:38: Ich meine damit ganz ehrlich dass dieses Wort ist so was schon auf den Nagel trifft wo blustern wir uns auf um machen wie uns wahnsinnig wichtig obwohl wirklich gar nicht viel dahinter ist.

00:59:48: also die sogenannte Fake Work die beschäftigt uns in vielen verschiedenen Belangen auch hier wieder in dem Gespräch und ich schätze es einfach über die Maßen, wie Wolf Lötter das auf den Punkt bringen kann.

01:00:00: Ich hoffe euch geht's genauso!

01:00:01: In den Show Notes findet ihr übrigens auch den Link zu dem Buch Ruhe absolute Leseremfehlungen.

01:00:07: also Tut mir und Wolf eingefallen, besorgt euch das Bücheln.

01:00:11: Und ihr werdet ganz viel geistige Inspiration bei gleichzeitiger Ruhe erleben!

01:00:16: Also bis dahin gehabt euch wohl, lasst wie gesagt noch ein paar Sternchen dafür, Good Work, ein Abonnement, schreibt mir wenn euch was ganz besonders gefallen hat.

01:00:25: Ihr wisst ja, je ist sein kleiner Feedback-Junkie am Werk.

01:00:28: Ansonsten hören wir uns nächste Woche wieder, wenn es heißt Herzlich Willkommen by Good Work.

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